Osttirol
Gebündeltes Unterstützungsangebot für Suchtkranke

Wolfgang Sparber, Geschäftsführer Suchthilfe Tirol und Bianca Gussnig, Beraterin Suchthilfe Lienz.
  • Wolfgang Sparber, Geschäftsführer Suchthilfe Tirol und Bianca Gussnig, Beraterin Suchthilfe Lienz.
  • Foto: Suchthilfe Tirol/Brunner Images
  • hochgeladen von Claudia Scheiber

Verein "sucht.hilfe BIN" (Beratung, Information, Nachsorge) und Suchtberatung Tirol wurden zur „Suchthilfe Tirol“ zusammengeführt. In Osttirol werden derzeit 139 KlientInnen betreut.

OSTTIROL. Die "Suchthilfe Tirol" will schnelle und kostenlose Hilfe für suchtkranke Menschen im Bezirk Lienz anbieten. Entstanden ist sie aus der Zusammenführung des Vereins "sucht.hilfe BIN" (Beratung, Information, Nachsorge) und der Suchtberatung Tirol. Dass deren gebündelte Kräfte in Osttirol auch tatsächlich gebraucht werden, zeigt die Statistik der Beratungsstelle in Lienz.
Dort werden derzeit 139 KlientInnen zwischen elf und 75 Jahren betreut. Es handelt sich dabei um Menschen mit Suchterkrankungen und auch deren Angehörige. 75 Prozent der KlientInnen sind männlich, 25 Prozent weiblich.

"Menschen mit Suchterkrankung und ihre Angehörige brauchen schnelle und effiziente Hilfe und Unterstützung, die auf die individuellen Probleme eingeht. Der Fokus liegt in der Beratung, Begleitung und Nachsorge von Menschen mit Alkohol-, Drogen-, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeiten sowie von stoffungebundenen Abhängigkeiten wie Spielsucht",

erklärt Suchthilfe-Tirol-Geschäftsführer Wolfgang Sparber.

Diverse Suchtprobleme

Der Großteil der KlientInnen kommt in Eigeninitiative und erhält dann Hilfe für sich selbst bzw. für ihre nahestehende Person. "Die Probleme der KlientInnen, die die Suchthilfe in Osttirol aufsuchen, sind sehr divers. Osttirol wird weder vom Vorhandensein der Medien-, Kauf-, Glückspielsucht, noch vor dem Vorhandensein eines missbräuchlichen oder abhängige Konsums von legalen und/oder illegalen Substanzen verschont. Was in der Corona-Pandemie zu beobachten ist, ist ein Rückgang der Glücksspielsucht, dafür ist die Medienabhängigkeit stark angestiegen", berichtet Suchthilfe Lienz-Beraterin Bianca Gussnig.

Knapp 2.500 Osttiroler alkoholkrank

In Österreich gelten 5 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren als alkoholkrank und bei weiteren 14 Prozent liegt ein missbräuchliches Verhalten in Bezug auf Alkoholkonsum vor. Umgelegt auf die Bevölkerung in Osttirol bedeutet dies, dass knapp 2500 Menschen als alkoholkrank einzuschätzen sind und bei ca. 6800 weiteren Menschen ein missbräuchliches Verhalten vorliegt und sie gefährdet sind, in die Sucht abzurutschen. Doch damit nicht genug. Glaubt man Schätzungen, so hatten 30 bis 40 Prozent der jungen Erwachsenen im Bezirk bereits Konsumerfahrungen mit Cannabis. Der Probierkonsum bei allen anderen illegalen Drogen fällt deutlich geringer aus und lediglich ein Bruchteil der Menschen, die illegale Drogen konsumieren entwickeln eine Abhängigkeit.

Hilfe zulassen

„Abhängige Menschen leiden sehr oft an Schuld- und Schamgefühlen. Die Einstellung vieler Menschen in Osttirol zum Thema Alkohol, illegale Drogen oder Medikamentensucht lautet dann oft: Man hat kein Problem, und wenn man ein Problem hat, dann redet man nicht darüber. Wir versuchen, den Betroffenen und ihren Angehörigen in Einzelgesprächen oder Gruppen zu helfen", erklärt Bianca Gussnig. Oft stehen persönliche Probleme hinter einem Suchtproblem. Das können Beziehungsprobleme, finanzielle oder berufliche Sorgen, aber auch körperliche und psychische Erkrankungen sein. "Das Gute ist: Lassen die Betroffenen Hilfe zu, sind Suchtprobleme sehr gut behandelbar und die Erfolgschancen sind hoch“, so die Beraterin abschließend.

Die Beratung der Suchthilfe-Beratungsstelle in Lienz ist kostenlos und anonym.

Kontakt:
Suchthilfe Tirol, Beratungsstelle Lienz
Rosengasse 12 / A-9900 Lienz
Telefon: 0512/580080-650, www.suchthilfe.tirol

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