19.05.2017, 13:54 Uhr

Bundekanzler Kern: „Großes werden wir nur gemeinsam erreichen“

Bundekanzler Christian Kern im FPCC in Zell am See (Foto: Markus Wache)
ZELL AM SEE. Der 67. Städtetag in Zell am See endete heute mit tosendem Applaus und Standing Ovations für Bundeskanzler Christian Kern. "Großes werden wir nur gemeinsam erreichen oder gar nicht", appellierte der Kanzler an die Zuhörer im Ferry Porsche Congress Center. "Als Politiker dürfen wir bei der Fertigstellung von großen Projekten das rote Band durchschneiden und in der Öffentlichkeit glänzen, während in Wahrheit immer viele Menschen dafür verantwortlich sind, dass Großes verwirklicht wird", erläuterte Kern. Er ging auch kurz auf die aktuelle politische Situation ein und erklärte einmal mehr, dass anstehende Probleme und Aufgaben nicht durch Neuwahlen zu lösen seien.

"Vererbte Bildung"

Der Kanzler hatte sich bestens auf die Themen und Teilnehmer des Städtetages vorbereitete, und sagte, ausgehend von einem Zitat des Soziologen Benjamin Barber: „Bürgermeister sollten die Welt regieren, denn dann wäre die Welt eine bessere“. Kern weiter: „Politik funktioniert nur dann, wenn sie die konkreten Lebensverhältnisse der Menschen verändert, verbessert, damit alle die gleichen Chancen haben“, so Kern. Das treffe vor allem beim Thema Bildung zu, die in Österreich nach wie vor großteils „vererbt“ werde. "Wir dürfen nicht akzeptieren, dass die Chancen von Menschen bereits bei der Geburt entschieden werden", zeigte er sich sehr emotional und erntete dafür spontan heftigen Applaus. Er wolle deshalb eine bessere Durchlässigkeit des Systems erreichen, denn "es darf keiner zurückgelassen werden“.

Auch für ihn seien Matura und Studium nicht selbstverständlich gewesen, aber er sei selber ein Kind der Ära Kreisky und habe miterlebt was es heißt, ein eigenes Schulbuch zu bekommen. Ein wichtiges Anliegen ist ihm auch die Attraktivierung der Lehre. In einen Lehrling solle genauso viel investiert werden wie in einen Gymnasiasten.

Gewinner und Verlierer

Als einen weiteren Schwerpunkt nannte er den Kampf gegen Arbeitslosigkeit. Zum ersten Mal seit sechs Jahren sinke die Arbeitslosigkeit. Er wies auf das Förderpaket über 175 Millionen Euro für kommunale Investitionen hin, das die Wirtschaft weiter ankurbeln und die Arbeitslosigkeit reduzieren soll. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich eine Gesellschaft entwickelt, die sich in Gewinner und Verlierer teilt“, so Kern, der überzeugt davon ist, das eine Welt der Veränderung auch eine Welt der Chancen sei.
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