20.11.2017, 13:32 Uhr

Erfolgsgeschichte: Urlaub am Bauernhof

Patrizia und Sebastian Herzog vom Biohof Kleintödling in Leogang (Foto: LK)
SALZBURG/PINZGAU. Was 1992 mit einem Büro, einer Schreibmaschine und 80 Gründungsmitgliedern begann, hat sich dank der gemeinsamen Arbeit zu einem wichtigen Qualitätsprodukt im heimischen Tourismus entwickelt. 200 bäuerliche Vermieter, Ehrengäste und Fritz Messner feierten die 25-Jahr-Feier des Landesvereins „Urlaub am Bauernhof im Salzburger Land“.

Die bäuerlichen Vermieter standen im Mittelpunkt der 25. Jahreshauptversammlung im Schloss Goldegg. Allen voran die Gründungsmitglieder, von denen immer noch 66 aktive Mitglieder bei der Organisation sind – 40 davon erhielten im Rahmen der 25-Jahr-Feier eine Ehrenurkunde überreicht. „Diese Mitglieder haben mit ihrem Tatendrang und ihrem Gemeinschaftssinn maßgeblich die erfolgreiche Entwicklung des Vereins und der bäuerlichen Vermietung mitgeprägt“, meint die Gründungsobfrau Herta Sinnegger vom Obersulzberggut in Radstadt.

Wichtiges Standbein

„Urlaub am Bauernhof ist nicht nur eine innovative Erfolgsgeschichte, sondern auch ein unverzichtbares Standbein für viele bäuerliche Betriebe in der Landwirtschaft. Diese Sparte investiert in die Zukunft, erhält den Lebensraum Bauernhof für Gäste und Familien und ist gleichzeitig ein prägnanter Wachstumsimpuls für den ländlichen Raum“, so LK-Präsident Franz Eßl, der selbst vor seiner Tätigkeit als Interessenvertreter und Politiker Erfahrung als bäuerlicher Vermieter sammeln durfte.

„Urlaub am Bauernhof ist ein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebotes im Land. Das Bild von Salzburg, das so viele Menschen in das Bundesland lockt, wird grundlegend von den Bäuerinnen und Bauern im Land geprägt, die die Kulturlandschaft gestalten und erhalten. Urlaub am Bauernhof ist zudem ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Landwirte und trägt dazu bei, dass die bäuerliche Struktur im ländlichen Raum erhalten bleibt. Investitionen in den Bereich ,Urlaub am Bauernhof’ hat das Land Salzburg mit Fördermitteln aus dem Programm `Ländliche Entwicklung 2007 bis 2013` mit rund drei Millionen Euro unterstützt. In der aktuellen Förderperiode wurden bereits rund 2,9 Millionen Euro für den Bereich ,Urlaub am Bauernhof’ bewilligt“, so Dr. Josef Guggenberger, der die Förderungen für das Land Salzburg abwickelte.

Blumen als Qualitätssiegel

Die Marke „Urlaub am Bauernhof“ steht seit 25 Jahren für glückliche Ferien in ländlicher Umgebung und für qualitätsgeprüfte Urlaubsangebote. Mit „Margeriten“ werden die Bauernhöfe geschmückt, sprich kategorisiert. Alle, die heuer ihre Kategorisierung hatten, bekamen feierlich ihre Qualitätsurkunde überreicht. Die Ziele der Aufbauphase, vor allem bei der Vermarktung, Qualitätsauszeichnung und Existenzsicherung, wurden mehr als erreicht.

Die Auslastung der Mitgliedsbetriebe konnte in den vergangenen 25 Jahren um 36 % auf 123 Vollbelegstage gesteigert werden. Der Durchschnittspreis lag 1992 bei 170 Schilling pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück – 25 Jahre später können die bäuerlichen Vermieter 37 Euro/Person/Tag im Doppelzimmer mit Frühstück verlangen.

Persönlicher Kontakt

Auch die Gäste kommen seit vielen Jahrzehnten immer wieder auf „ihren“ Hof zurück. Gefragt nach den Gründen, warum sie denn seit 25 Jahren Stammgäste seien, meint Ingrid Schrötter aus Unterschwaningen: „Die Gastfreundschaft der alten Lainer-Oma und später die freundschaftliche Beziehung zur jungen Bäuerin Burgi haben uns immer wieder gerne nach Großarl kommen lassen.“ Zeitgemäßer Komfort und Modernisierungen werden gerne gesehen, dennoch sei es die „Freundlichkeit der Familie Moser, die in den 25 Jahren zu einer zwischenmenschlichen Verbundenheit geführt hat“, so Ernst Bobek aus Wien.

Persönlicher Kontakt, Gastfreundschaft, viel Platz rund ums Haus und die Tiere lassen die Gäste immer wieder kommen. „Natürlich hat sich der Standard sehr verändert. Früher gab es nur Zimmer mit Etagendusche, auch das Frühstück war sehr einfach, noch keine Wurst, Streichkäse oder Müsli, warmes Wasser nur zu bestimmen Zeiten. Da wurde einmal in der Früh und am Abend eingeheizt und dann gab es etwas Warmwasser“, so Ingrid Schrötter. „Aber dennoch war der persönliche Kontakt zur Familie Lainer das Wichtigste für uns.“

In der bäuerlichen Vermietung geht es viel um persönliche Beziehungen. Diese Gastgeberqualitäten machen unsere Vermieter erfolgreich. „Gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich schwierigen Zeiten erkennen sowohl Gäste als auch Vermieter verstärkt den Wert der Familie, des Zusammenhalts, des Bodenständigen und des Gewachsenen. Mit dem bewirtschafteten, echten Bauernhof und unseren zufriedenen bäuerlichen Gastgebern haben wir eine einzigartige, unverwechselbare Grundlage für unseren touristischen Erfolg“, so Obfrau Augustine Lienbacher.

Urlaub am Bauernhof im Salzburger Land

Den Verein „Urlaub am Bauernhof“ gibt es seit 1992 in Salzburg. Mittlerweile hat er 318 Mitglieder mit 4.573 Betten mit 616.000 Nächtigungen im Jahr. Die Tagesausgaben der Bauernhofgäste belaufen sich auf ca. 170 Mio. Euro bis 190 Mio. Euro pro Jahr für das Salzburger Land. 50 % davon bleiben auf den Höfen, 50 % im ländlichen Raum. Das sichert rund 4.000 Arbeitsplätze auf den Bauernhöfen und im ländlichen Raum.
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