22.10.2016, 10:39 Uhr

Zeitumstellung - sie kommt (schon) wieder

Am 30. Oktober ist es wieder so weit. Wir werden - mitten in der Nacht - unsere Uhren wieder um 1 Stunde zurückdrehen. Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge in dicken Lettern die Schlagzeilen der Boulevardpresse und in den so genannten social medias.
Wie blöd müssen alle Gesellschaftslenker sein? Wir - das Kleinformat und die Schreiberlinge in facebook - wissen es besser!
So ein Blödsinn! Belastet nur unseren Körper! Wir brauchen Tage, um unseren Biorythmus wieder in Ordnung bringen. usw. usw.
Ich höre sie schimpfen, wie blöd unsere Politiker sind und dass die sowieso nichts kapieren und keiner denkt darüber nach, dass diese "Sommerzeit" in Europa schon ein stolze Alter von 100 Jahren hat.
Wie so oft, waren es "wirtschaftliche Zwänge", die die Verantwortlichen dazu bewogen, den Licht-Tag im Sommer noch etwas länger zu machen und zu nutzen, weil man sich davon eine nicht unbeträchtliche Energieeinsparung erwartete (errechnete). Die Rechenmodelle dürften wohl gestimmt haben aber ich bin davon überzeigt, dass dieser Effekt schon längst verpufft ist.
Was uns aber als Bürger auf Dauer erhalten blieb sind die längeren, sonnendurchfluteten Abende die uns in der so dominierenden Freizeitgesellschaft riesige Vorteile brachte. Es wird wohl kaum jemanden stören, wenn er (sie) am Abend noch schnell nach dem arbeiten eine Radtour starten, schnell noch ins Bad gehen oder rasch auf einen Berg zu einer Hütte marschieren kann.
In unserer Freizeitgesellschaft wird dieser "längere" Tag massiv genutzt und für positiv erachtet.

Nur Stubenhocker und notorische Nörgler werden diesem Effekt nichts Positives abringen können.

Für mich stellt sich aber die Frage, ob wir hier in Mitteleuropa nicht grundsätzlich diese "Sommerzeit" zur "Standardzeit" machen sollten.
Zeit ist relativ und die so genannten Zeitzonen auf unserer Erde sind menschengemacht. Die Einteilung des Erdballes in Längen- und Breitengrade erfolgte durch den Menschen, wobei die Zählung der Breitengrade ja wirklich durch den natürlichen Äquator wohl vorgegeben war.
Dass der 0-Meridian in der Längsrechnung aber genau durch Greenwich bei London gehen muss, ist Willkür. Er könnte genauso durch Mittersill, durch Moskau oder durch Tokio gehen.

Die Sommerzeit ist über 100 Jahre alt. Erstmals in Österreich wurde sie 1916 eingeführt, genauso mit dem Argument der Energieeinsparungsmöglichkeit wie es dann 1976 als Verordnung und 1995 auch als EU-Richtline verankert wurde.

Man steigt in ein Flugzeug und überwindet in wenigen Stunden mehrere Zeitzonen (schon alleine wenn man auf die Kanaren fliegt). New York hinkt hinter unserer Zeitrechnung 6 Stunden nach. Dubai - ein beliebtes Reiseziel - ist unserer Zeitrechnung 2 Stunden voraus. Für das Ego werden diese Dinge natürlich akzeptiert. Ist ja ganz logisch und natürlich. Ach! Der Jetlag ist in 2 Tagen schon wieder vergessen! Wehe aber, wenn ein Staat oder eine Staatengemeinschaft etwas flächendeckend verordnet!
Eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn für ALLE die gleichen Regeln gelten und ich bin davon überzeugt, dass der längere Tag im Sommer der großen Mehrheit unserer Gesellschaft Vorteile und Annehmlichkeiten bringt.
Es ist aber normal geworden, dass genau der immer NEIN rufenden Minderheit in gewissen Medien große Aufmerksam gewidmet wird, da man verkennt, dass man eigentlich "nur" informieren und nicht Politik machen soll.
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