Aus der Heimat
Nach 19 Jahren Abschied von der Hackelhütte

Der Abschied von der Hütte fällt Familie, Mitarbeitern, Freunden und Stammgästen nicht leicht. Im Bild: Sylvia Gstatter, Kathi Seidl, Günter Scherer, Maria Gstatter, Andreas Gstatter, Lisbeth Scherer und Elfriede Pöckl
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  • Der Abschied von der Hütte fällt Familie, Mitarbeitern, Freunden und Stammgästen nicht leicht. Im Bild: Sylvia Gstatter, Kathi Seidl, Günter Scherer, Maria Gstatter, Andreas Gstatter, Lisbeth Scherer und Elfriede Pöckl
  • Foto: Astner
  • hochgeladen von Anita Marchgraber

Maria Gstatter war 19 Jahre lang die Wirtin auf der Heinrich-Hackel-Hütte in Werfenweng. Am 31. Oktober verabschiedete sie sich endgültig von "ihrer" Hütte.

WERFENWENG. "Eigentlich sollte es ja nur für ein Jahr sein", sagt Hüttenwirtin Maria Gstatter, "doch daraus wurde schnell noch eines und noch eines." Im Endeffekt waren es dann 19 Jahre, die sie auf der Heinrich-Hackel-Hütte verbrachte. "Es war der große Traum meines Mannes, eine Almhütte zu bewirtschaften", erzählt Gstatter, doch leider verstarb er bereits nach dem ersten Jahr. So machte Gstatter ganze 18 Jahre alleine weiter. Mit Wehmut und Leichtigkeit übergibt sie ihre Hütte jetzt an Andi Wimmer und Sabrina Müller. "Gestern bin ich am Sofa gelegen und hab mir gedacht: eigentlich schon schön, wenn man keinen Stress mehr hat", lacht Gstatter.

Menschen sind stressiger

"Die Zeit war schön und schwierig zugleich", erzählt Gstatter. Die gestandene Pongauerin hat in 19 Jahren viel erlebt und viel erreicht. Durch den frühen Tod ihres Mannes schaffte sie den Spagat zwischen Mutter und Wirtin alleine. "Als wir die Hütte übernahmen, war meine Tochter 19 und mein Sohn gerade 14", erzählt Gstatter. Eine Zeit lang fuhr sie ihren Sohn jeden Tag von der Hütte zur Schule nach Altenmarkt und holte ihn auch wieder ab. "Das hab ich einfach gemacht", zuckt sie mit den Schultern. Verändert hat sich auf der Hütte nicht viel, nur das Verhalten der Besucher habe sich geändert. "Mittlerweile schaut ein jeder einfach nur noch auf sein Telefon, das ist schon eine komische Entwicklung", sagt Gstatter. Die Menschen seien hektischer und schneller geworden, es müsse immer alles "Zack Zack" gehen.

Besuch aus Toronto

Das sei aber nur Nebensache, lieber erinnere sie sich an die schönen Zeiten auf der Hütte. Jedes Jahr kam ein Professor aus Toronto mit seinen Schülern zur Hütte und verbrachte mit ihnen eine Woche im Pongau. "Die Nachricht, dass ich aufhören werde, hat er nicht ernst genommen", sagt Gstatter. Einige Tage vor Schluss sei er vor der Tür gestanden, um sich zu verabschieden. "Da drückt es dir schon die Tränen aus den Augen", sagt sie. Manchmal kommen die Tränen, beim Erinnern, auch vor Lachen.

Ein besonders Packerl

"Ulrich Schaffer ist so freundlich und bringt mir immer meine Post vom Tal mit herauf und eines Tages hatte es ein besonderes Packerl gegeben", grinst Gstatter. Schaffer hatte an dem Paket ganz schön zu schleppen. "Ich hab aber kein Packerl erwartet, neugierig hab ich es gleich aufgemacht", erzählt Gstatter. Zum Vorschein kamen lauter Gutserl vom Lebensmittelgeschäft Grünwald und ein wenig Extragewicht in Form eines Steins. "Die Lauser wollten Ulrich ein zusätzliches Training verschaffen", lacht Gstatter Jahre später noch über den Scherz ihrer Freunde.

Autor:

Anita Marchgraber aus Pongau

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