25.10.2017, 10:00 Uhr

Region Purkersdorf: Der Weg nach oben

Historiker Christian Matzka präsentiert stolz das geschichtsträchtige Bau-Juwel, welches heute unter dem Namen "Seniorenresidenz Hoffmannpark" betrieben wird. (Foto: Foto: Huber)

Purkersdorf wurde seit dem Fall des Eisernen Vorhangs zu einer attraktiven Wohnstadt am Rande Wiens.

PURKERSDORF (bri). Wo 1989 noch ein Baujuwel leise vor sich hin bröckelte, steht heute eine Seniorenresidenz. Wo Güterzüge im 30-Minuten-Takt Anrainer nervten, sorgt heute der Wienerwaldtunnel für Ruhe. Wie das ganze Bundesland, hat sich auch der Bezirk Purkersdorf seit dem Fall des Eisernen Vorhangs entwickelt. Die Bezirksblätter auf den Spuren der Veränderung. Vizebürgermeister und Historiker Christian Matzka erzählt: "Als 1989 der Eiserne Vorhang fiel, brachte dieses weltbewegende Ereignis Veränderungen für ganz Österreich und natürlich auch für den Bezirk Purkersdorf. Als größte positive Veränderung hervorzuheben, ist die heutige Nutzung des Jugendstiljuwels "Sanatorium Westend", welches von 1905 bis 1907 vom weltberühmten Architekten Josef Hofmann für den Großunternehmer und Musikwissenschaftler Viktor Zuckerkandl geplant und erbaut wurde. Auf dem weitläufigen Gelände sprudelt seit dem 19. Jahrhundert eine Heilquelle. Das Sanatorium war jedoch mehr ein Hotel, welches bald zum gesellschaftlichen und künstlerischen Treffpunkt avancierte."

Sanatorium mit bewegender Geschichte

1984 wurde das Sanatorium von Zuckerkandls Erben an den "Evangelischen Verein für Innere Mission" verkauft. Der Zustand der Liegenschaft verschlechterte sich Zusehends und wurde schließlich geschlossen. 1991 wurde Hofmanns berühmtes Baujuwel an den Vorarlberger Unternehmer Walter Klaus verkauft. Er erhielt die Genehmigung für den Bau einer Seniorenresidenz samt Hotel und frei finanzierten Eigentumswohnungen. Teile der 100.000 m2 Liegenschaft wurden an Wohnbaugenossenschaften verkauft und es entstand ein komplett neues Wohnviertel.

Pflegepersonal aus dem Osten

In der Seniorenpflegeresidenz Hoffmannpark und in der "SeneCura" arbeitet heute großteils Personal aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien, welches seit dem dem Fall des Eisenen Vorhangs auch den österreichischen Krankenpflege-Arbeitsmarkt positiv bereichert," sagt Vizebürgermeister Christian Matzka.

Wienerwaldtunnel bringt Entlastung

Vom Ende der 90er-Jahre bis 2012 gebaute Wienerwaldtunnel profitiert die Stadtgemeinde und seine Bevölkerung besonders. Früher donnerten neben den Regionalzügen auch alle Güterzüge auf vier Gleisen durch den Ort. Durch den Tunnelbau werden die Bürger punkto Lärmbelästigung erheblich entlastet. "Es wurden auch Lärmschutzwände angebracht, nur im Ortskern wurde darauf verzichtet, um nicht die Sicht auf die Pfarrkirche zu versperren", sagt Christian Matzka.

Mobilität: Von den Bürgern geschätzt

Den Purkersdorfern wird auch ein umfangreiches Angebot im Bereich öffentlichen Verkehr geboten: Stadt- und Nachttaxis, Wienerwald-Nachtbus, der "Nightliner"-Zug, der Purkersdorfer Ortsfahrschein und Fahrradverleih "nextbike", bieten genügend Möglichkeiten auch ohne Auto Freizeit -und Unterhaltungsangebote in der Region und in Wien zu nutzen. Der Ortsfahrschein wird bereits seit mehr als zwanzig Jahren sehr gut von der Bevölkerung angenommen.

Sozialzentrum und höhere Schule im Ort

2004 siedelte sich das Sozialzentrum "SeneCura" in Purkersdorf an. Das vom Land Niederösterreich geförderte moderne Heim bietet 77 Betten für pflegebedürftige Senioren. Das Angebot reicht von individueller Therapie über Intensivpflege auf der Wachkoma-Station bis hin zu Hospizbegleitung. Außerdem ist auch der NÖ-Landskindergarten in dem Gebäude untergebracht. Mitte der 90iger wurde die Idee des Projekts "AHS Purkersdorf" geboren, welches rasch umgesetzt wurde. 2002 erfolgte bereits die Inbetriebnahme des BG/BRG Purkersdorf.

Moderne Wohnstadt von Wald umrahmt

Die Stadtgemeinde Purkersdorf besteht zu mehr als 80% aus Wald. Daher wurde es freudig begrüßt, das die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) 2002 ihren Firmenhauptssitz von der Stadt Wien nach Purkersdorf verlegt haben. Das Unternehmen ist auch zu einem wichtigen Arbeitsgeber in der Region geworden. Vizebürgermeister Christian Matzka meint lachend: "Jetzt sind die Österreichischen Bundesforste wieder dort, wo sie eigentlich hingehören, raus aus der Stadt, hinein in unsere vom Wald geprägte Stadtgemeinde."

"Fahr nicht fort, kauf im Ort"

Auch haben sich in den Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bis heute zahlreiche Fach- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt. Supermärkte, Gesundheitszentrum, Wirtschaftspark, - in Purkersdorf findet man fast alles was das Herz begehrt, was die Stadtgemeinde auch für Zuzügler attraktiv macht. Die Bevölkerung ist bereits auf fast 9.000 Bewohner gewachsen.
So hat die Pressbaumer Zeitzeugin Gertrude Breyer den Fall des Vorhangs erlebt.

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