MeinBezirk vor Ort
Häselgehr setzt auf Energie, Natur und Zukunft
- MeinBezirk vor Ort war diesmal in der Gemeinde Häselgehr unterwegs.
- hochgeladen von Evelyn Hartman
Diese Woche in der aktuellen Ausgabe des Bezirksblatts Reutte: MeinBezirk vor Ort in Häselgehr – mit folgenden Themen: – von erneuerbarer Energie über Glasfaser bis hin zu Lawinenschutz und Naherholung.
HÄSELGEHR (eha). Wer mit Bürgermeister Harald Friedle über die Entwicklung von Häselgehr spricht, kommt an einem Thema nicht vorbei: Energie. „Das ist mein Steckenpferd“, sagt der Gemeindechef, der seit mittlerweile 23 Jahren an der Spitze der rund 700 Einwohner zählenden Gemeinde steht. Schon früh setzte Häselgehr auf erneuerbare Energie und gilt damit seit Jahren als Vorreiter in diesem Bereich.

Gründung einer Energiegemeinschaft
Seit Friedles Amtsantritt, habe die Gemeinde keinen Cent für Öl, Gas, Kohle oder Pellets ausgegeben. Stattdessen kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, um die gemeindeeigenen Gebäude mit Wärme und Strom zu versorgen. Beinahe alle Gebäude sind inzwischen mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern oder an den Fassaden ausgestattet. Zusätzlich betreibt die Gemeinde ein eigenes Kleinkraftwerk.
„Wir sind sozusagen autark und produzieren sogar mehr Strom, als verbraucht wird“, erklärt der Dorfchef. Zu den größten Verbrauchern zählen im Sommer das Schwimmbad und im Winter die Heizung im Gemeindehaus. Seit diesem Frühjahr gibt es außerdem eine Energiegemeinschaft. Ziel ist es, die in Häselgehr erzeugte Sonnenenergie möglichst innerhalb der Gemeinde zu nutzen.
Glasfaser für jedes Haus
Auch bei der digitalen Infrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Mehr als sieben Kilometer Glasfaserleitungen wurden bereits verlegt. Eine Besonderheit: Jedes Haus soll bis ins Gebäude angeschlossen werden – die Kosten dafür trägt die Gemeinde.
Im kommenden Jahr soll noch der Weiler Grießau folgen. Größere Abschnitte werden gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Reutte und dem Planungsverband Oberes Lechtal umgesetzt. Bis Ende 2027 soll der Glasfaserausbau in Häselgehr vollständig abgeschlossen sein.
Forstmeile wird zum Treffpunkt
Ein weiteres Projekt ist die Wiederinstandsetzung der Forstmeile. Diese befindet sich im Lechgebiet nahe Schule und Kindergarten und grenzt direkt an den Lechradweg an. Geplant ist ein Treffpunkt für Jung und Alt, der Naturerlebnis und Bewegung miteinander verbindet. Entlang des 500 Meter langen Rundwegs entstehen verschiedene sportliche Übungselemente, die an einen Trimm-dich-Pfad erinnern. Spaziergänger, Jogger und Familien sollen gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Auch ein kleiner Teich mit Brücke sowie Rastplätze sind vorgesehen.
Das Projekt wird über das europäische Förderprogramm LEADER unterstützt und gemeinsam mit der Regionalentwicklung Außerfern umgesetzt. „Es soll ein Ort werden, an dem sich Generationen begegnen und gerne Zeit im Freien verbringen“, beschreibt Friedle die Idee dahinter.
Neuer Forstweg ins Haglertal
Bereits abgeschlossen ist hingegen die Erschließung des Haglertals. Ein rund 2,4 Kilometer langer Forstweg wurde im vergangenen Jahr errichtet. Im Mittelpunkt stand dabei die Wiederbelebung der unbewirtschafteten Almhütte im Haglertal.
Am 15. August wurde der neue Weg offiziell eröffnet. Bei einer Bergmesse und einem anschließenden Frühschoppen, gestaltet von der Musikkapelle Häselgehr, wurde das Projekt gebührend gefeiert. Die Gesamtbaukosten beliefen sich laut Bürgermeister auf rund 260.000 Euro.
„Wenn mich die Leut nochmal wollen“
Seit mehr als zwei Jahrzehnten gestaltet Harald Friedle als Bürgermeister die Geschicke von Häselgehr. Ob er sich vorstellen kann, noch eine weitere Periode anzutreten? Die Antwort kommt ohne langes Überlegen und mit einem Schmunzeln: „Ja, gerne, wenn mich die Leut nochmal wollen.“ Damit dürfte eines klar sein: Auch nach 23 Jahren ist dem Häselgehrer Bürgermeister noch lange nicht die Energie ausgegangen.
Mehr Infos zum unterstützenden Unternehmen:
Alexander Burtscher - Schlosser, Schmied, Hufschmied
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