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(Letztes) Aufbäumen gegen Wildentnahme

Der Blick von der Wildfütterung auf das Reduktionsgatter in Kaisers.
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  • Der Blick von der Wildfütterung auf das Reduktionsgatter in Kaisers.
  • Foto: Norbert Lorenz
  • hochgeladen von Günther Reichel

KAISERS (rei). 20 Stück Rotwild  sorgen in der Gemeinde Kaisers und Teilen des Lechtals für schlechte Stimmung. In Kaisers will man die behördlich verordnete Maßnahme zur Tierentnahme nicht hinnehmen. Bgm. Norbert Lorenz bietet eine Alternative an und sucht Unterstützung bei einer Tierschutzorganisation.

15 Kälber und fünf "Zuwachsträger" sollen in einem Wildgatter im Gemeindegebiet von Kaisers entnommen werden, da diese Tiere nicht zeitgerecht waidmännisch erlegt werden konnten (wir berichteten).
In diesen Tagen soll die von der Behörde verordnete Maßnahme stattfinden. In einer ca. 60 x 50 Meter großen, eingezäunten Fläche werden die Tiere "entnommen", das heißt, sie werden hier geschossen. Eine Fluchtmöglichkeit für die Tiere gibt es nicht.

Kein Verständnis für die Maßnahme

Bürgermeister Norbert Lorenz bäumt sich noch einmal mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen auf. Er, früher selbst Berufsjäger, kann und will nicht verstehen, dass sämtliche von den Gegnern der Maßnahme eingebrachten Argumente gegen die Entnahme im Gatter ungehört blieben.
In einem dreiseitigen Brief an die zuständigen Behörden versuchte er vor wenigen Tagen noch einmal die Situation aus seiner Sicht darzulegen und bot zugleich eine "Ersatzmaßnahme" zur behördich verordnete "Erstatzentnahme" an.
Vieles würde nach Ansicht des Kaiserer Bürgermeisters dafür sprechen, das Wildgatter in Kaisers nicht in Einsatz zu bringen. Er findet, dass im Vorfeld Fehler gemacht wurden, auch technischer Natur beim Bau der Reduktionsgatter. Das Wild sei dadurch dem Tötungsgatter zwei Wochen fern geblieben. Das Rotwild sei auf die gegenüberliegende Sonnenseite ausgewichen und friste nun im Schutzwald von Kaisers sein Winterdasein. Durch gezieltes Anfüttern im Wildgatter werde nun versucht, die Tiere wieder anzulocken und dann zu schießen. Für das Wild sei dies ein enormer psychischer Streß ist Lorenz überzeugt.

Alternative Maßnahme vorgeschlagen

Norbert Lorenz schlägt eine andere Maßnahme vor: "Wir lassen das Reduktionsgatter am Holzrinner (das Gebiet, um das es geht, Anm.) das Jagdjahr 2020 stehen, rechnen die noch fehlenden 20 Stück Rotwild mit den fünf Stück Zuwachs, also insgesamt 25 Stück Rotwild zu der „Gutachterlichen Einschätzung“ vom gerichtlich zertifizierten Sachverständigen hinzu, und kommen dann auf einen Gesamtabschuss (25 + 35) von 60 bis 65 Stück Rotwild im Jagdjahr 2020/21.
Dieser Abschuss ist von den Jägern zu leisten. Am 15. Dezember 2020 wird Bilanz gezogen. Dann könnte im Notfall zeitgerecht das Reduktionsgatter aktiviert werden."

Norbert Lorenz versucht derzeit auf unterschiedlichen Ebenen gegen die Tierentnahme anzukämpfen. So wurde für Donnerstag eine Informationsveranstaltung für Jäger und andere Betroffene im Lechtal organisiert.

Tierschutzorganisation soll helfen

Und dann hofft Lorenz noch auf die Unterstützung des Vereins "RespektTiere". Die Tierschutzorganisation scheint durchaus Willens zu sein, sich einzubringen: "Wir könnten eine diesbezügliche Aussendung machen und die Leute bitten, den Verantwortlichen zu schreiben", kann man im Schriftverkehr nachlesen. Und Nachsatz: "Ich verspreche, da würden viele Briefe kommen und die Tatsache damit eindrucksvoll unterstreichen, dass ein solches Vorgehen (die Entnahme im Tiergatter, Anm.) Folgen haben würde. Es würde dem Ansehen Österreichs - vor allem aber Tirols - massiv schaden können."
Noch sind die Aussendungen des Vereins wohl nicht verschickt. Und noch hat die Tierentnahme im Gemeindegebiet von Kaisers nicht stattgefunden. So wie es aussieht, könnte beides aber jeden Tag der Fall sein.

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