05.09.2014, 00:30 Uhr

Ist die längste Hängebrücke doch zu kurz?

Sehr hoch und sehr lang - aber auch lang genug? Die Hängebrücke auf Ehrenberg ist wieder in aller Munde. (Foto: Architekturbüro Walch)

In Reutte herrscht Unsicherheit, was die Fußgänger-Hängebrücke auf Ehrenberg anlangt

Lang, länger, die Längste? Wer weiß! Die Hängebrücke auf Ehrenberg könnte den Kürzeren ziehen.

REUTTE (rei). Der Bau der Fußgängerhängebrücke auf Ehrenberg ist seit Wochen und Monaten in aller Munde. Noch bevor sie überhaupt errichtet ist, sorgt sie als „längste Fußgänger-Hängebrücke“ der Welt für Schlagzeilen. Im Bezirk Reutte sowieso, in Tirol, eigentlich fast schon weltweit.

Recherchen laufen

Nun tauchten Meldungen auf, dass dieses Mega-Bauwerk am Ende bestimmt imposant, spannend, nervenaufreibend oder was auch immer sein wird, nicht aber die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt. Ganz genau weiß das aber niemand.
„Derzeit wird intensiv recherchiert“, sagt Reuttes Bürgermeister Luis Oberer dazu.
Beim Bau der Hängebrücke hatte man einen Blick nach Japan geworfen. Dort wurde in Kokonoe Yume eine Hängebrücke mit 390 Metern Spannweite errichtet. Sie gilt derzeit als die längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt. Also war man in Reutte bedacht, diese Länge zu übertrumpfen. Das wird erreicht, in dem die Brücke die Ehrenberger Klause nicht auf der kürzest möglichen Distanz überspannt, sondern schräg gestellt wird.

Sind 403 Meter zu wenig?

Jetzt wurde bekannt, dass die „lichte Weite“ von 403 Metern zu wenig für die Bezeichnung „längste Fußgänger-Hängebrücke“ der Welt sein könnte. Im russischen Sotschi wurde ein Freizeitpark eröffnet, der u.a. auch eine Fußgängerhängebrücke als Publikumsmagneten anzubieten hat, die 439 Meter lang ist.
Aber ist sie deshalb auch die längste Brücke? Das ist derzeit unklar. Denn während man in Reutte von Widerlager zu Widerlager misst, gibt es in Sotschi eine Zwischenplattform, ehe die eigentliche Hängebrücke beginnt. Außerdem ist derzeit offen, ob auch Sotschi um den Eintrag in das Guinnesbuch der Rekorde angesucht hat. Das ist die Voraussetzung, um genannt zu werden. Wer das nicht tut, fällt automatisch „durch den Rost“.

Die Spannung wächst

Bürgermeister Oberer ist gespannt, wie sich alles entwickelt. Er ist aber froh, dass sich Investoren gefunden haben, welche dieses Projekt auf Ehrenberg überhaupt umsetzen. Der Eintrag im Guninnesbuch der Rekorde wäre natürlich ein enorm wichtiger Marketingfaktor. „Ich denke aber, diese Brücke wird auch aufgrund ihrer Dimensionen immer eine echter Publikumsmagnet sein.“
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