Vernissage
Vom Begehren und seiner Vergänglichkeit
- Blumen gesteckt von Hanna Kirmann
- Foto: Josef Goldhofer
- hochgeladen von Josef Goldhofer
RIED. „Denn jede Lust will Ewigkeit, oder so“ heißt die aktuelle Ausstellung der Gildengalerie Ried im Innkreis.
Mit einer eigenwilligen Abwandlung eines Nietzsche-Zitats hat die Innviertler Künstlergilde am 18. September ihr Herbstprogramm eröffnet. „Doch alle Lust will Ewigkeit“ heißt es im „Nachtwandler-Lied“ aus „Also sprach Zarathustra“. Die Gilde macht daraus „Denn jede Lust will Ewigkeit, oder so“ und schiebt damit gleich das Fragezeichen mit: Eros, Begehren und Schönheit sind das Jahresthema 2026, und alle drei kippen leicht ins Gegenteil. Hanna Kirmann, Rudolf Pointinger und Hans Heis bespielen die Gildengalerie am Kirchenplatz.
Kirmann
Am klarsten formuliert Hanna Kirmann ihren Zugang. Ihre Installation „Memento, oder so…“ aus echten und künstlichen Blumen stellt sie in die Tradition der Vanitas, jener alten Bildidee vom Welken und Vergehen. Ihre These: Erst die Vergänglichkeit macht das Schöne begehrenswert. Was ewig hält, wie die pflegeleichte Kunstblume, verliert genau das, was Sehnsucht auslöst.
Pointinger
Bildhauer Rudolf Pointinger nähert sich dem Thema in mehreren Anläufen mit raumgreifenden Objekten. Über einem Sessel windet sich eine grüne Mamba. Auf einem Teller aus Großmutters Geschirrschrank liegt eine geöffnete Sardinendose, aus der sich wie ein Kassenbon der Text von Jacques Brels „Amsterdam“ rollt, jenem Lied über Matrosen, Suff und käufliche Liebe im Hafen, das David Bowie in der englischen Fassung bekannt gemacht hat. Auch „Seven Spanish Angels“ von Ray Charles und Willie Nelson, die Ballade vom Liebespaar, das im Kugelhagel stirbt, hat Pointinger inspiriert. Das „Schönste“, so sein Befund, kann furchtbar schiefgehen.
Heis
Hans Heis, der die Schau auch kuratiert hat, zeigt drei Acrylbilder und Skizzen aus seiner bekannt farbenprächtigen Bildwelt, darunter eine Arbeit mit einem Kraken. Sein Motto: Alles ist großartig, solange es gut läuft. Wenn nicht, schlägt die Natur zurück.
Die hier gezeigten Werke sind eine subjektive Auswahl. Die Ausstellung ist bis 4. November zu sehen, am letzten Tag gibt es eine Kuratorenführung.
Ausstellungsdauer: 18. September bis 4. November 2026
Veranstalter: Innviertler Künstlergilde (IKG)
Ort: Galerie Gilde, Ried
Beteiligte Künstler:innen: Die Künstler:innen stellen sich und ihre Arbeiten selbst vor.
Mit Beiträgen von: Hans Heis, Hanna Kirmann, Rudolf Pointinger
Kurator: Hans Heis
Öffnungszeiten: mittwochs, 16 bis 19 Uhr
Kuratorenführung: Mittwoch, 4. November 2026, 16 bis 18 Uhr
Eintritt: frei
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