Wirbel um Überzieher-Verbot

Diese Choreo der SVR Fans gemeinsam mit Sion-Fans wurde von der BH Ried genehmigt.
  • Diese Choreo der SVR Fans gemeinsam mit Sion-Fans wurde von der BH Ried genehmigt.
  • Foto: Foto: Schachinger
  • hochgeladen von Bernadette Wiesbauer

RIED. Beim Risikomatch der SV Guntamatic Ried gegen den FC Blau-Weiß Linz am Freitag, 9. November stellten die Rieder Fans zu Beginn - in Anlehnung an die Gründung der SVR im Jahr 1912 - 19 Minuten und 12 Sekunden ihren Support völlig ein und hüllten das Stadion in eine fast unheimliche Stille.
Als Grund wurden in einem Statement, das auch per Handzettel im Stadion verteilt wurde, "immer abstruser werdende Maßnahmen seitens der Behörden" gegen die Fanclubs genannt. "Dass wir uns seit Jahren mit nahezu lächerlichen Verwaltungsstrafen herumschlagen müssen, ist leider schon zur Normalität geworden. Aber da nun auch Genehmigungen von Choreographien ein Problem darstellen, haben wir beschlossen, ein für alle sichtbares Zeichen zu setzen", so die schriftliche Information der Ried-Fans an die Stadiongäste.

Gefahrenpotential als Grund

Ganz so lächerlich sieht Sicherheitsreferentin Heidemarie Schachinger von der BH Ried die Situation nicht. „Seit einem Spiel vor ca. drei Jahren erlaube ich keine Überzieh-Transparente mehr. Damals wurde von den Gästefans ein großes Transparent über die Köpfe der Fans gezogen, darunter wurden Bengalen gezündet. Die Situation war im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Es gibt auch Leute, die in Panik geraten. Daher erlaube ich derartige Transparente nicht mehr", so Schachinger. Beim Spiel gegen Lustenau feierten die SVR-Fans nun vor wenigen Wochen ihre Fanfreundschaft mit dem Fanclub Sion aus der Schweiz. „Eine vierteilige Choreographie wurde seitens der SVR-Fans über den Verein angemeldet. Ich habe drei von vier Elementen, außer zwei jeweils 80 m² große Überzieher, erlaubt. Trotzdem wurden die Transparente von den Fans ins Stadion geschmuggelt und zum Einsatz gebracht. In der zweites Halbzeit wurde ein weiteres solches Transparent verwendet, darunter vermummten sich sogar 60-70 Personen", berichtet Schachinger. Auch Bengalen und Rauchtöpfe wurden gezündet, nicht nur von Sion-, sondern auch von Ried-Fans. "Als Konsequenz wird die SVR eine heftige Strafe von der Bundesliga kassieren. Im Match gegen Blau-Weiß Linz wollten die Rieder Fans ein noch größeres Überkopf-Transparent über die gesamte Westtribüne verwenden, was jedoch im Zuge von Gesprächen im Vorfeld unterbunden wurde. Dieses Transparent wurde bei der Behörde gar nicht angemeldet, weil es untersagt worden wäre. Die Fans wissen seit drei Jahren ganz genau, dass Überzieh-Transparente nicht genehmigt werden. Ich vermute, dass deshalb in den letzten drei Jahren keine solchen Transparente beantragt wurden", erklärt Schachinger, die anfügt: "Ich bin dem Fußball wohl gesonnen. Die SVR ist ein toller Verein und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ich unterstütze auch den Support der Ried-Fans, es darf und soll natürlich weiterhin laut gesungen und getrommelt werden. Auch große Zauntransparente ohne beleidigende Inhalte, die im Stadion aufgehängt werden, erlaube ich immer. Aufgrund des enormen Gefährdungspotentials von Überziehern und der Vermummungsmöglichkeit darunter kann ich aber diese Art von Transparenten nicht mehr genehmigen."

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