09.09.2014, 11:11 Uhr

"Breitband muss flächendeckend ausgebaut werden"

Energie Ried-Geschäftsführer Siegfried Liebich, Bürgermeister Albert Ortig, Ocilion-Geschäftsführer Hans Kühberger, Landesrat Michael Strugl, Infotech-Geschäftsführer Bernhard Schuster.

Die Infotech EDV-Systeme GmbH will in den nächsten zehn Jahren 10.000 Glasfaseranschlüsse errichten.

RIED (kat). "Der Breitband-Bedarf ist in den letzten Jahren stark gestiegen und wird auch in den nächsten Jahren keinen Halt machen. Wir werden in zehn Jahren Dienste haben, die wir uns noch nicht vorstellen können. Und wir müssen jetzt Netze schaffen, um diesen Bedarf abdecken zu können. Wir sind davon überzeugt, dass Glasfaser hier die einzige langfristige Technologie sein wird", sagt Bernhard Schuster, Geschäftsführer der Infotech EDV-Systeme GmbH.

10.000 Glasfaseranschlüsse
Entsprechend ambitioniert ist auch das Ziel von Infotech: In den nächsten zehn Jahren will das Rieder Unternehmen 10.000 Glasfaseranschlüsse, sowohl für Firmen als auch für Private, errichten. Diese sollen in der Stadt Ried, in den Umlandgemeinden, aber auch in den Bezirkshauptstädten Schärding, Grieskirchen und Braunau realisiert werden. Dabei scheut Infotech keine Mühen und Kosten – die Investitionen werden zwischen 20 und 30 Millionen betragen. "Glasfaser ist leider nicht nur die beste, sondern auch die teuerste Technologie. Aber wir wollen gleich etwas Gescheites und Langfristiges machen und keinen Mittelweg gehen", so Schuster. Das Mobilfunknetz werde den Glasfaserausbau nicht behindern, die beiden Technologien würden sich perfekt ergänzen. "Schließlich braucht man zuhause eine ganz andere Qualität als wenn man mit einem kleinen Endgerät irgendwo unterwegs ist."

Die Stadt Ried verfügt seit mehr als zehn Jahren über ein hochmodernes Glasfasernetz: "2002 war Ried neben Mailand und Stockholm die dritte Stadt weltweit, in der Glasfaser flächendeckend eingeführt wurde", erzählt Bürgermeister Albert Ortig. Und der Ausbau geht weiter – vor allem auch in Kooperation mit der Energie Ried. "Durch die Errichtung des Fernwärmenetzes wird das bereits bestehende Glasfasernetz verdichtet. Wir möchten in Zukunft jeden Haushalt damit erreichen", sagt Energie Ried-Geschäftsführer Siegfried Liebich.

Interaktives Fernsehen

Wie wichtig das Thema Breitband geworden ist, spiegelt sich bei Infotech auch in den Mitarbeiterzahlen wider. Waren es 2001, beim Start des Glasfaser-Ausbaus, noch 20, hat sich die Zahl bis heute vervierfacht: Heute bietet das Unternehmen 87 Menschen einen Arbeitsplatz. 36 davon entfallen auf die aus der Infotech heraus entstandenen Firma Ocilion, die frei übersetzt "Viele Augen" bedeutet. 2001 wurde der Bedarf nach modernen, interaktiven Fernsehsystemen – genannt "IPTV" – erkannt und der Prototyp einer Software entwickelt. Diese IPTV-Entwicklung wurde 2004 aus der Infotech herausgetrennt, die Firma Ocilion entstand. Heute macht das Unternehmen mehr als vier Millionen Euro Umsatz im Jahr, 83 Prozent davon wurden im Export erwirtschaftet. "Mehr als die Hälfte des Geschäfts läuft in der Schweiz ab. Dort ist zeitversetztes Fernsehen, wie unsere Technologie es bietet, ein großes Thema, da dort urheberrechtlich alles geregelt ist. Bei uns ist der Dienst leider nur sehr eingeschränkt möglich", sagt Hans Kühberger, Geschäftsführer von Ocilion.

Flächendeckender Ausbau
Für Wirtschaftslandesrat Michael Strugl ist Infotech ein Vorreiter. "Unser Ziel ist eine flächendeckende Breitband-Versorgung, 80 Prozent werden dabei Glasfaser sein", so Strugl. Der auch für die Wirtschaft nötige Ausbau würde rund 1,7 Milliarden Euro kosten – eine enorme Investition. "90 Prozent der Kosten entfallen auf Grabungsarbeiten. Deshalb sollen überall, wo jetzt gebaut wird, gleich Leerverrohrungen verlegt werden", so Strugl. Ziel sei, bis 2018 die Hälfte aller Haushalte mit Breitband zu versorgen, bis 2022 soll flächendeckend in ganz Oberösterreich ultraschnelles Internet zur Verfügung stehen. Bei der Finanzierung würde die angekündigte Breitband-Milliarde des Bundes enorm helfen. "Ich habe Ende September einen Termin bei Infrastrukturminister Alois Stöger. Dort werde ich mehr darüber erfahren, wie viel Geld Oberösterreich erhält."
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