Nachtclubs & Laufhäuser
Liebesdienste zu Zeiten von Corona – Sex nur mit Mund-Nasen-Schutz

Noblesse-Eigentümer Jochen Stampfl (l.) und Geschäftsführer Alexander Findeis (r.)
  • Noblesse-Eigentümer Jochen Stampfl (l.) und Geschäftsführer Alexander Findeis (r.)
  • Foto: Noblesse
  • hochgeladen von Florian Meingast

Mit 1. Juli durften auch Nachtclubs und Laufhäuser wieder ihren Bar- und Zimmerbetrieb aufnehmen.

ROHRBACH-BERG. Wie der Barbetrieb unter Corona-Auflagen abzulaufen hat, dürfte mittlerweile vielen klar sein. Etwas anders ist die Situation, nehmen sich Damen und Herren ein Zimmer. "Vor Kurzem habe ich dazu eine E-Mail von den Verantwortlichen des Sozialministeriums bekommen. Darin finden sich 'Empfehlungen für die Sexarbeit'", sagt der gebürtige Freistädter Jochen Stampfl. Stampfl ist Eigentümer des Nachtclubs Noblesse in Rohrbach-Berg. Der 43-Jährige wohnt mittlerweile in Rainbach und ist zudem Besitzer des Nachtclubs Dolce Vita in Freistadt. "Dieses Haus eröffnete meine Familie bereits vor beinahe 16 Jahren", sagt er. Gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen verpachtet er auch das Laufhaus Ottensheim. Am 15. März musste er seine Häuser coronabedingt vorübergehend schließen.

Ansteckungsgefahr reduzieren

Um die Ansteckungsgefahr während der gemeinsamen Zeit zu reduzieren, wird beispielsweise von Gruppen- und ungeschütztem Oralverkehr, "einander zugewandten Positionen" sowie dem Küssen abgeraten. Außerdem sind die Damen und Herren während des Aktes verpflichtet, einen Stoff- oder Einweg-Mund-Nasenschutz zu tragen. Die Damen müssen diesen zudem nach jedem Kundenkontakt wechseln. Auch ist der "Körperkontakt auf ein Mimimum zu reduzieren." Vor und nach dem Verkehr sollen Damen und Herren zudem duschen. Alternativ können Hände und Gesicht auch mit Flüssigseife gewaschen werden.

Empfehlung: "Korrekte Handhygiene"

Die Empfehlungen aus dem Gesundheits- und Sozialministerium sehen außerdem eine "korrekte und regelmäßige Handhygiene" vor, damit die Viren nicht auf den Intimbereich übertragen werden. Zudem müssen Handtücher, diese sollen übrigens nicht geteilt werden, und Matratzenaufsätze nach jedem Kundenkontakt mit 60 Grad gewaschen werden. Aufsätze aus Kunststoff sind mit Desinfektionsmittel zu reinigen. Apropos: Das Schreiben sieht zudem vor, dass die Zimmer mit frei zugänglichem Händedesinfektionsmittel auszustatten und regelmäßig zu lüften sind. Die Betreiber und Eigentümer von Nachtclubs und Laufhäusern haben die Einhaltung der Empfehlungen zudem zu unterstützen. Auch verpflichten sie sich, mehrsprachiges Infomaterial "sichtbar anzubringen und zur Verteilung aufzulegen". Zudem bieten die Mitarbeiter der Caritas-Beratungsstelle LENA Menschen, die im Bereich der sexuellen Dienstleistungen arbeiten oder gearbeitet haben, Unterstützung und Begleitung.

"Es gibt überall Desinfektionsmittel"

"Wir beide halten uns, woran wir uns halten müssen. So stellen wir den Damen und Herren zum Beispiel alkoholfreies Desinfektionsmittel für den Intimbereich sowie einen Einweg-Mund-Nasen-Schutz kostenlos zur Verfügung. Ebenfalls klären wir die Damen über die Empfehlungen auf. Was dann jedoch hinter verschlossenen Türen passiert, darauf hat keiner von uns beiden Einfluss", sagt Alexander Findeis. Der 34-jährige Linzer arbeitet als Geschäftsführer des am 8. März 2019 eröffneten Nachtclubs in Rohrbach-Berg. "In meinen Häusern werden Handtücher und Bettlaken sowieso sofort gewechselt, nachdem ein Kunde das Zimmer verlassen hat. Auch werden Duschen, Badewannen und Co nach deren Gebrauch gereinigt und desinfiziert. Dazu braucht es bei mir keine Corona-Krise. In jedem Séparée ist zudem zu jeder Zeit Desinfektionsmittel zu finden", ergänzt Stampfl.

Entschädigung bei Infektion

Interessant ist auch, dass die Empfehlungen einen Anspruch auf Entschädigung des Verdienstentganges nach dem Epidemiegesetz vorsehen, sollte sich eine Dame mit dem Corona-Virus infizieren.

Die sieben bis zehn Damen im Haus in Rohrbach-Berg arbeiten übrigens auf eigenen Namen sowie Rechnung. Auch werden sie in regelmäßigen Abständen auf Krankheiten untersucht. "Die Untersuchungen für das Arzt- oder Gesundheitsbuch werden normalerweise alle sechs Wochen vom Amtsarzt durchgeführt. Da es einen solchen in Rohrbach-Berg derzeit nicht gibt, führt die Untersuchungen ein in der Stadtgemeinde ansäßiger Mediziner auf Vertragsbasis durch. Im Moment sieht es außerdem nicht danach aus, als ob die Intervalle coronabedingt verkürzt werden", sagt Findeis. "Das selbe gilt auch für die Damen im Dolce Vita", sagt Stampfl.

In beiden Häusern sind die Damen in Apartments im ersten Stock eingemietet. "Die Zwei- bis Dreibettzimmer und sanitären Einrichtungen bieten alles, was die Damen zum Wohlfühlen brauchen. Die coronabedingte Pause habe ich übrigens dazu genutzt, um die Unterkünfte in Freistadt vollständig zu renovieren", sagt Stampfl.

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.



Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen