Irinas Weg
Maria Thorwartl hat ein Buch über das Thema Flucht herausgegeben

- hochgeladen von Annika Höller
Maria Thorwartl hat ein Buch über das Thema "Flucht" geschrieben – basierend auf wahren Erzählungen.
ST. MARTIN (anh). "Vieles hat mich extrem berührt, vor allem die Erzählungen mit Kindern. An anderen Stellen habe ich mit den Müttern mitweinen müssen, weil es so emotional war. Diese Menschen haben so viel erlebt, was wir uns gar nicht vorstellen können", sagt Maria Thorwartl. Damit bezieht sich die gebürtige Putzleinsdorferin, die in St. Martin wohnt, auf einen Reigen an Kurzgeschichten, die sie gesammelt hat. Und die sie nun in ihrem Buch "Irinas Weg" für die Ewigkeit festgehalten hat. Aber alles der Reihe nach: 2015, am Höhepunkt der Flüchtlingskrise, war Thorwartl schockiert und verwirrt zugleich. "Das Thema 'Flüchtlinge' spaltete die Gesellschaft so dermaßen – so etwas habe ich überhaupt noch nie erlebt. Es gab extreme Haltungen dazu, ein richtiges Schwarz-Weiß-Denken. Und ich wusste überhaupt nicht, was ich selbst eigentlich darüber denken sollte", erinnert sie sich. Damit wollte sie sich aber nicht zufrieden geben. Und als plötzlich eine einmalige Chance winkte, kam der Stein – oder besser gesagt der Stift – ins Rollen. "Ich wurde als Rot-Kreuz-Mitarbeiterin Teil des Krisenstabs in der Landespolizeidirektion." Die Mühlviertlerin war gewissermaßen das "Sprachrohr in die Organisationen" und erlebte damit das Thema "Flucht" noch einmal von einem ganz anderen Blickwinkel aus. Und: Sie begann nachzuforschen und vor allem zuzuhören. In der Folge interviewte sie einige geflüchtete Menschen, traf sich aber auch mit Bürgermeistern oder einem Polizisten von der Autobahnpolizei, der mit Schleppern tagtäglich zu tun hatte. Besonders die Vielfalt an verschiedenen Sichtweisen war ihr dabei wichtig. "Besonders berührt hat mich der Weg einer Frau auf der Flucht mit einem Baby", erzählt die zweifache Mutter.
Reale Vorlagen
All diese Geschichten sammelte sie schließlich, schrieb sie nieder und knüpfte daraus einen Handlungsstrang – das Buch "Irinas Weg" entstand. 182 Seiten sind es letztendlich geworden. Die Erzählung basiert damit auf wahren Begebenheiten, auch wenn Thorwartl die Namen der Charaktere veränderte. "Auch für Protagonistin Irina gab es eine reale Vorlage", sagt die 35-Jährige. Mehr wird allerdings nicht verraten. "Profit möchte ich mit diesen emotionalen Erzählungen eigentlich nicht machen", betont sie. Ihr Ziel sei es daher auch lediglich gewesen, ein persönliches Exemplar für sich selbst drucken zu lassen. Wer trotzdem neugierig geworden ist, kann das Buch über Amazon – auch als E-Book – oder die Autorin beziehen.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.