Rauhnächte
Weihrauch, der Schweiß der Götter, ist wertvoll wie Gold.
- Räucherstäbchen
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Weihrauch, der Schweiß der Götter, ist wertvoll wie Gold.
Weihrauch galt den Menschen schon immer als magischer Stoff, welcher Dämonen zu vertreiben in der Lage sein soll. Besonders nach der Wintersonnenwende waren die Dämonen stark bei den Menschen und Tieren. Die germanischen Stämme räucherten mit Baumharzen ihre Häuser gegen diese mächtigen Dämonen aus. Mit der Christianisierung wurde dieses Räuchern beibehalten und galt als Gabe Gottes gegen das unwirkliche. Die Rauhnächte sind uns geblieben. In der Mundart wird das 'ch' nicht gerne geredet daher wurde aus den Rauchnächten die Rauhnächte. Ursprünglich waren es 12 Rauhnächte. Geblieben sind uns vier Rauchnächte:
Sankt Thomas, Heiliger Abend, Silvester und Heilige Drei Könige.
Auch die Kirche nutzte den Weihrauch, um die Dämonen vor der Heiligen Messe auszutreiben. Am Beginn der Messe wurde um den Altar herum das Weihrauchfass geschwungen, bevor sich der Priester zum Altar zur Messlesung begab. Daran anschließend wurde das mit Weihrauch gefüllte Fass zwischen Volk und Altar aufgehängt, um die Dämonen zu vertreiben.
Von den germanischen Stämmen über die Christianisierung bis vor ungefähr 50 Jahren wurde Weihrauch gegen die Dämonen nicht nur in unserer Kulturreligion verwendet. Wer waren diese Dämonen? Es muss sie gegeben haben, ansonsten hätte sich dieser Brauch nicht über Jahrtausende so gehalten. Die Dämonen wurden von den Häusern vor neuem Bewohnen, durch das Räuchern vertrieben. Von Stallungen der Tiere, bis hinein in das für den Menschen Heiligste die Kirchen, fürchtete der Mensch diese unvorstellbaren Dämonen und konnte sie durch Räuchern mit Weihrauchharz oder Baumharz vertreiben. In den Bildern dieser Zeit wurden die Dämonen als große, hässliche Gestalten abschreckend dargestellt.
Im 18. Jahrhundert hat der Belgier Antoni van Leeuwenhoek mit einem selbstgebauten Mikroskop kleine Lebewesen im Speichel des Menschen entdeckt. Sie wurden aus der Luft durch den Speichel von Mensch und Tier gesiebt und gelangen so in den menschlichen Körper.
Wer sind jetzt diese unbekannten Dämonen, welche in der Luft sind? Sind es die vermuteten große Monster welche in den Behausungen der Menschen, in den Ställen und heiligen Kirchen besonders in den winterlichen Rauchnächten sich herumtreiben oder nur kleine Bakterien und Viren, welche klein sind, aber großes, wie Krankheit, Siechtum und Tod für die Menschen hervorrufen können. Kann dieser "Schweiß der Götter", welcher wertvoller als Gold sein soll, gegen die Ausbreitung von Krankheiten, Bakterien und Viren helfen?
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