Ultramarathonläufer Hubert Morawetz auf der Siegerspur

„Der Köper ist der Bogen, das Laufen ist der Pfeil, die Seele ist das Ziel.“ 
Ein zehn Kilometer Lauf ist für ihn eher ein Sprint: „Nachher tut mir mehr weh, als wie nach einem 100 km Lauf. Der Puls geht hier bis zum Anschlag über 170. Die normale Distanz ist für mich der Marathon. Hinauf bin ich an meine Grenzen noch nicht gekommen. Ich will allerdings nicht au der Ziellinie zusammenbrechen – da ist mein Lebenserhaltungstrieb stärker“.
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  • „Der Köper ist der Bogen, das Laufen ist der Pfeil, die Seele ist das Ziel.“
    Ein zehn Kilometer Lauf ist für ihn eher ein Sprint: „Nachher tut mir mehr weh, als wie nach einem 100 km Lauf. Der Puls geht hier bis zum Anschlag über 170. Die normale Distanz ist für mich der Marathon. Hinauf bin ich an meine Grenzen noch nicht gekommen. Ich will allerdings nicht au der Ziellinie zusammenbrechen – da ist mein Lebenserhaltungstrieb stärker“.
  • hochgeladen von Werner Gattermayer

Einmal um die ganze Welt laufen. Start kurz nach Mitternacht

ÖPPING (gawe) - Staunende Gesichter auf der Linzer Landsstraße um zwei Uhr in der Früh: Die ersten Läufer des Linzer Bergmarathons sind unterwegs und werden von den verdutzten Nachtschwärmern angefeuert. 108 km über die vier Linzer Hausberge stehen auf der Speisekarte. Gewürzt wird die anspruchsvolle Strecke mit 3400 Höhenmetern. „In Plesching habe wir dann die Stirnlampen eingeschaltet“ beschreibt „Hupo“ wie er nach einer Stunde die Führung abgeben musste: „Den Pfenningberg hinunter war der Weg, der Weg tief ausgewaschen, die Wurzeln feucht und rutschig. Es kommt das unvermeidliche; ich knicke gleich einmal kräftig mit dem linken Fuß um. – Aufpassen“.

Allein in finstrer Nacht

. Trotzdem setzt sich der 44jährige kurz danach wieder an die Spitze und gibt sie nicht mehr ab: „Schritt für Schritt arbeite ich mich auf die Gis hinauf und bin eigentlich heil froh, dass es finster ist und die zähen Anstiege nicht erkennbar sind“ schildert er die Quälerei. Bei der zweiten 54km Runde über die vier Berge ist es bereits hell: „Ich ziehe den Schild meiner Kappe etwas tiefer ins Gesicht um nicht so weit hinaufsehen zu müssen“.

Die Beinchen machen manchmal nicht mehr mit

Schließlich winkt das Ziel: „Vom Pöstlingberg hinunter nach Linz winseln die vorderen Oberschenkeln dann so laut, das ich ein Stück rückwärts laufe, um sie wieder zu beruhigen. Die Beine fühlen sich beim steilen Bergabstück über die Wiese so an, als würde ich auf zwei Stöcken laufen, die am oberen Ende brennen“.

Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt

. Schließlich geht’s auf die Dachterrasse eines Kaufhauses hinauf: „Ich mache einen Telemark und bin im Ziel. Gewonnen. Cool...“ 108 km geschafft. 10:46:47 h steht auf seiner Uhr. Die Zweitplatzierten kommen 50 min später ins Ziel. Der Siebzehnte dann nach vier Stunden.
Besser gelaufen, als bei der Staatsmeisterschaft im Juni in Wien: Nach 85 km mit fünf Minuten Vorsprung in Führung liegend konnte er die letzten 15 km nur mehr gehen – Muskelfasereinriss.
„1996 habe ich beim „Couch sitting“ den Wien Marathon gesehen. Nächste Jahr laufe ich mit“ reifte beim gelernten Tischler der spontan Entschluss, die Laufschuhe zu schnüren. Erste Platzierung 1997: „So um 500“ Inzwischen hat er elfmal teilgenommen und hält bei einer Zeit von 2:43:43 für den Marathon.
Laufend hat der Sportler im Team der Honeder Naturbackstube auch seine Freundin kennen gelernt: „Beim Christkindllauf 2009 sind wir uns über den Weg gelaufen. Ich habe die Alterklasse gewonnen, Bernadette (Schuster) auch ihre Klasse. Bei der Siegerehrung hat es gefunkt. Nach dem Zieleinlauf beim Ironman in Kärnten 2011 habe ich ihr einen Heiratsantrag gemacht. Nach vielen Stockerlnplätzen der beiden gab es ein Platzproblem: „Wir haben die Pokale z. T. in das Elternhaus von Berna ausgelagert“. Zuwachs gab es beim Halbmarathon am 22. Sept.: Bernadette verteidigt in Bad Ischl ihren Landesmeistertitel erfolgreich, „Hupo“ bekam die Silbermedaille in der Klasse AK 40 umgehängt.
Erfolge habe ihren Preis: 40 Stunden Arbeit in der Woche, 20 Stunden Training, aufstehen um halb fünf Uhr in der Früh. Erholung einmal anders: „Wenn ich eine Stunde im Wald laufe, bin ich so erfrischt, wie nach acht Stunden Schlaf. Wenn ich drei, vier Tage nicht laufe, werde ich schwindlig“ erzählt er. „Sparst du immer noch auf ein Rad, weil du noch laufen musst“ rufen mir manche Leute beim Training zu. Für sie sind wir Verrückte, die sinnlos im Wald herumlaufen. Laufkilometer bis jetzt (Training und Rennen): 45 000 km, mehr als einmal um die ganz Erde.

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