01.10.2014, 00:00 Uhr

"Heid heigt's gscheid"

Veranstalterinnen des Hoffestes: Theresa Hofer, Lena Hötzendorfer und Anja Stadlbauer (v. l.).

HLW-Schülerinnen organsieren Hoffest für Bio-Heumilchbauern. Derartige Betriebe sind gesucht.

AUBERG, BEZIRK. Auf dem Biohof von Stefan Hofer gab es unter dem Motto "Heid heigt's gscheid" jede Menge Informationen von Bio-Heumilchbauern für Interessierte und jene Bauern, die überlegen, ihren Betrieb auf diese Wirtschaftsweise umzustellen. Die Maturantinnen Anja Stadlbauer, Lena Hötzendorfer und Theresa Hofer organisierten das Hoffest im Zuge ihres Maturaprojektes. 140.000 Liter Bio-Heumilch erzeugen die 30 Milchkühe von Stefan Hofer pro Jahr. Der Landwirt ist Sprecher der Bio-Heumilchregion Mühlviertel und möchte noch mehr Bauern von dieser Art der Tierhaltung und Milchproduktion überzeugen. "Wir haben keine Absatzsorgen, auch nicht in der Russland-Krise und wir können uns den Kraftfutterimport aus Entwicklungsländern sparen, weil wir durch die Weidehaltung wenig Kraftfutter zufüttern müssen", erklärte Hofer.

Heumilch hat viele Vorteile
Ein weiterer Vorteil der Weidehaltung: Die Tiere selbst sind gesünder und auch die Milch ist durch die silofreie Fütterung gesünder. "Sie hat mehr Omega-3-Fettsäuren und fast den doppelten Gehalt an konjugierter Linolsäure wie herkömmliche Milch. Ebenfalls ist Bio-Heumilch reich an Antioxidantien und Anitcancerogenen", erklärten die Maturantinnen.

Milch-Schleuderpreise verbieten

Sie haben in ihrer Studie die ernährungsphysiologische Bedeutung der Bio-Heumilch recherchiert. Zum Hoffest war auch Landwirtschatskammer-Präsident Franz Reisecker gekommen. "Wir unterstützen diese Strategie. Sie ist für die Zukunft der Bauern wichtig", sagte er in Bezug auf Bio-Heumilchproduktion. "Milch ist ein hochwertiges Produkt, sie mit Schleuderaktionen in Supermärkten anzubieten, ist eine Katastrophe und eine Schande für die Bauern, dagegen treten wir massiv auf", sagte er.

Mühlviertel – Schlaraffenland für Heumilchkühe
„Der österreichische und deutsche Lebensmittelhandel ist nach wie vor auf der Suche nach Heumilch, da Konsumenten dieses Produkt stark nachfragen“, weiß ARGE Heumilch-Obmann Karl Neuhofer. „Wir stellen gerne Milch mit einer besonderen Qualität her. Milch, die Konsumenten gerne kaufen“, sagt Bio-Heumilchbauer Stefan Hofer. Im naturbelassenen Mühlviertel finden die Heumilchkühe auf den Wiesen und Weiden viele verschiedene Gräser und Kräuter als Futter vor. Der Artenreichtum ist eine wichtige Grundlage für die hohe Qualität der Heumilch. „Beste Voraussetzungen für weiteren Zuwachs aus dem Mühlviertel also,“ meint Hofer

Bei der Heumilchwirtschaft handelt es sich um die ursprünglichste Form der Milcherzeugung: An den Lauf der Jahreszeiten angepasst, verbringen Heumilchkühe jeden Sommer auf heimischen Wiesen und Almen, wo jede Menge saftiger Gräser und Kräuter wachsen. Im Winter kommen Heu und mineralstoffreicher Getreideschrot in den Trog. Gärfutter wie Silage ist strengstens verboten. Sämtliche Produkte werden kontrolliert gentechnikfrei hergestellt.

Die ARGE Heumilch Österreich vereinigt mehr als 8000 Heumilchbauern und rund 60 Verarbeiter und ist die Nummer eins bei der Erzeugung und Vermarktung von Heumilch. Hauptproduktionsgebiete der Heumilch sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich sowie die Steiermark. In Österreich liegt der Heumilchanteil an der Gesamtproduktion bei 15 Prozent, in Europa bei lediglich drei Prozent.
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