Widerstandsspuren.

Im Lokalbahnhof erinnert eine Tafel an Sozialdemokratische Eisenbahner und Widerstandskämpfer, die hingerichtet wurden.
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  • Im Lokalbahnhof erinnert eine Tafel an Sozialdemokratische Eisenbahner und Widerstandskämpfer, die hingerichtet wurden.
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SALZBURG (rik). Leicht zu finden sind sie nicht, die Spuren, die der NS-Widerstand in Salzburg hinterlassen hat. Wer genau schaut findet jedoch einige. Wer weiß schon, wo in der NS-Ära die GESTAPO in Salzburg das Hauptquartier hatte? Wer Anna Pollak war oder Engelbert Weiss, der Namensgeber für die Straße hinter dem Salzburger Hauptbahnhof mit dem Hauptsitz der Salzburger Gebietskrankenkasse?
Oder dass sich in der Judengasse ab etwa 1370 eine Synagoge befand, aber nach 1404 keine Juden mehr und dass die Gasse kurioserweise den Namen auch während der NS-Zeit behielt.

Stolpersteine und Mahnmale
Wie im übrigen Österreich, taten und tun sich auch die Salzburger seit dem Ende des zweiten Weltkrieges enorm schwer, sich zu ihrer Nationalsozialistischen Vergangenheit zu bekennen. „Lieber erst gar nicht darüber reden und alles totschweigen, hieß sehr lange Zeit die Devise. Mit dem Totschweigen vergaßen viele gleich die Opfer mit“, erklärt Historiker Mario Scheiber.

Der Doktoratsstudent führt ein Grüppchen Interessierter an zwölf Stationen vorbei. Beginnend an der Engelbert-Weiss-Gedenktafel am Haus Nr. 20 führt der Stadtrundgang „Salzburg unter dem Hakenkreuz“ über das antifaschistische Mahnmal vor dem Hauptbahnhof zum Mahnmal für Euthanasie-Opfer im Mirabellgarten. Einer der "Stolpersteine" - kleine Messingplatten, in den Asphalt eingelassen - vor dem Sparkassen-Haus in der Rainerstraße erinnert an Anna Pollak, eine der ersten Geschäftsfrauen in Salzburg. Sie wurde in Treblinka ermordet. Die ehemaligen Hauptquartiere des SS-Oberabschnitts Alpenland und der GESTAPO findet die Grupe am Kapitelplatz und beim Franziskanerkloster.

Mario Scheiber hat bei all seinen Stationen hauptsächlich die Deportation von in Salzburg lebenden Personen, die WiderstandskämpferInnen sowie die Rolle von Homosexuellen im Fokus. „Es wurden nur homosexuelle Männer verfolgt, weil sie sich nicht reproduzierten, Frauen konnte man ja notfalls zwangsweise befruchten“, weiß der Historiker.

Eingeladen zum Stadtrundgang haben HOSI und SoHo gemeinsam mit der Gruppe „Freiheitskämpfer“ und dem Renner-Institut. Wiederholt wurde „Salzburg unter dem Hakenkreuz“ am 5. Oktober 2011.
Weitere Infos unter: www.hosi.or.at.

Fotos: Ricky Knoll; HOSI/B. Rieger

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