Universität Salzburg
Wissenschaft unterstützt humanitäre Hilfe mit Erdbeobachtung

„Im neuen Christian Doppler Labor wollen wir den gesamten technischen Prozess, von der Analyse der Satellitendaten bis zur Bereitstellung aller Informationen an NGOs weitgehend automatisieren“, erläutert Stefan Lang, Leiter des CD-Labors, seine Vorhaben.
  • „Im neuen Christian Doppler Labor wollen wir den gesamten technischen Prozess, von der Analyse der Satellitendaten bis zur Bereitstellung aller Informationen an NGOs weitgehend automatisieren“, erläutert Stefan Lang, Leiter des CD-Labors, seine Vorhaben.
  • Foto: Kolarik
  • hochgeladen von Daniel Schrofner

Die Paris Lodron Universität Salzburg eröffnete am vergangenen Mittwoch in Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen ein Christian Doppler Labor für raumbezogene und erdbeobachtungs-basierte humanitäre Technologien. Der Interfakultäre Fachbereich Geoinformatik – Z_GIS der Paris Lodron Universität Salzburg arbeitet im neu geschaffenen Labor am Einsatz und der Analyse von Satellitenbildern für humanitäre Zwecke. Ziel ist es den Kooperationspartner Ärzte ohne Grenzen in technischen, methodischen und ethisch-rechtlichen Fragen bei humanitären Katastrophen zu unterstützen.

SALZBURG. Sie fliegen in bis zu mehreren hundert Kilometern Abstand zur Erde und können doch detaillierte Informationen liefern, die den Helfern am Boden ihre Arbeit erleichtern: die Erdbeobachtungssatelliten, deren Technologie auch für humanitäre Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" im Einsatz ist. „Es ist der Blick aus dem All, der großräumig die Zusammenhänge erkennen lässt“, sagt Professor Stefan Lang, Leiter des neuen CD-Labors und langjähriger Kooperationspartner von Ärzte ohne Grenzen. Die Wissenschaftler in dem Projektteam können anhand der Satellitenaufnahmen beispielsweise die Anzahl der Menschen in einem Flüchtlingslager abschätzen – eine Aufgabe, die von den Helfern vor Ort nur mühsam und zeitaufwendig übernommen werden könnte. 

Die NGOs mit Informationen versorgen

Für die Planung ihrer Einsätze in Katastrophengebieten benötigen NGOs (non-governmental organisations) zahlreiche Informationen. Technologien der Erdbeobachtung und der Geoinformatik können diese Informationen wesentlich verlässlicher machen. Die Informationen, die mit der Auswertung von Satellitenbildern gewonnen werden, werden nach den Anforderungen der Helfer vor Ort zusammengestellt: Wie viele Menschen haben sich insgesamt in einem Lager angesiedelt und benötigen Lebensmittel, Wasser und medizinische Hilfe? Wo und in welcher Anzahl macht es Sinn, Brunnen zu bauen? „Im neuen Christian Doppler Labor wollen wir den gesamten technischen Prozess, von der Analyse der Satellitendaten bis zur Bereitstellung aller Informationen an NGOs weitgehend automatisieren“, erläutert Lang die Vorhaben von ihm und seinem Team. Insgesamt arbeiten zehn Personen an dem Projekt. 

Erstmalige Beteiligung einer Hilfsorganisation

„Dieses Christian Doppler Labor leistet durch seine Forschungsarbeit einen wichtigen Beitrag für Menschen in humanitären Krisensituationen. Vielen Dank an alle Forscherinnen und Forscher für Ihr Engagement sowie unserem Partner Ärzte ohne Grenzen“, so Bundesministerin Margarete Schramböck. Das Christian Doppler Labor wird vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) sowie von Ärzte ohne Grenzen als Projektpartner finanziert. Damit ist erstmals eine Hilfsorganisation an einem Christian Doppler Labor beteiligt.

Standort Itzling bietet inspirierendes Setting

Für den Rektor der Paris Lodron Universität, Hendrik Lehnert, bietet der Standort Itzling – der Interfakultäre Fachbereich hat neben dem Standort an der Naturwissenschaftlichen Uni, auch einen im Techno-Z in Itzling – ein inspirierendes, interdisziplinäres Setting: „Insbesondere durch die Digitalisierungsoffensive des Landes, der Vision einer Science City und der Schwerpunktbildung der Universität im Bereich digitaler Technologien können wir am Standort viele Synergien nutzen." Er fügt weiter an: "Und dies sei nicht nur aus Sicht der Forschung, sondern in möglichen Kooperationen mit Firmen wie Start-ups, aber auch unter Einbeziehung von Schulen und der allgemeinen Öffentlichkeit möglich."
Nicola Hüsing, Vizerektorin für Forschung, hebt die Interdisziplinarität hervor, die sich, "auch am Beispiel der Zusammenarbeit von Geoinformatik mit dem Institut für Völkerrecht zeige. Letzteres berät in ethischen und rechtlichen Fragen beim Einsatz der Satellitenfernerkundung im humanitären Kontext."

Weitere Berichte aus Salzburg findet ihr << HIER >>

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