29.08.2016, 08:42 Uhr

Jedermann-Ensemble feierte Abschied

Peter Lohmeyer (spielt den Tod) und Christopher Franken (Teufel) Foto: Franz Neumayr 28.8.2016 (Foto: Neumayr)
SALZBURG. „Das es so emotional ist und bei der letzten Vorstellung Tränen bei mir fließen, habe ich bislang noch nicht gekannt“. Buhlschaft Miriam Fussenegger musste eingestehen, dass ihr der Abschied nach den heurigen Jedermannvorstellungen bei den Festspielen nicht leicht fiel. Sonntag gab es zum letzten Mal für heuer das Traditionsstück bei den Salzburger Festspielen und für Fussenegger war es nach einem Jahr Buhlschaft auch schon das letzte Mal. „Ja, es stimmt, ich werde Jedermann ins Bühnengrab folgen und im nächsten Jahr nicht mehr dabei sein“, beendete sie die langen Spekulationen über ihre Festspielzukunft.

Glas Wein bei der Abschiedsfeier

Jedermann Cornelius Obonya („Mit der heutigen Vorstellung bei mehr als dreißig Grad im Schatten bleibt mir eine heiße Erinnerung an Salzburg“)– er hatte ja schon bei der Premierenfeier angekündigt, dass dies seine letzte Saison in Salzburg sein wird, nahm es gelassener. „Das ist immer wieder, dass eine Rolle zu Ende geht. Das ist nichts Neues für mich. Ein toller Tag, meine Familie ist hier und jetzt freue ich mich auf ein gutes Glas Wein bei der Abschiedsfeier“.
Ein richtiger Bühnenabschied war es für „Jedermann´s Mutter“ Julia Gschnitzer. „Das war wohl meine letzte Bühnenrolle, irgendwann ist es Zeit aufzuhören und in Pension zu gehen“, so die Schauspielerin.

Zwei weinende Augen

Auch „Teufel“ Christopher Franken verabschiedete sich gestern für immer vom Jedermann. „Ich bin auch nächstes Jahr nicht mehr dabei und werde den Sommer dann mit Frau und Kind am Meer genießen“. Der Salzburger Fritz Egger, der mit Heimvorteil den „Schuldknecht“ spielte, war über seinen Abschied eher unglücklich. „Normal gehst du immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Dieses Mal sind es zwei weinende Augen“.
Wieder dabei bei nächstjährigen Jedermann – es soll die gleich Inszenierung wie bisher sein, aber es wird doch für das Publikum wahrnehmbare Änderungen in der Regie geben – ist Peter Lohmeyer. „Es ist wie beim Fußball, ich glaube es erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist. Wenn ich mir einen neuen Jedermann wünschen darf: Bitte entweder Daniel Craig oder Gerard Depardieu“. Auch Mamon David Bennenken will im nächsten Jahr wieder dabei sein. „Zu 98 Prozent ja. Wenn sie mich lieben und wollen, dann sehr gerne. Jetzt freue ich mich aber auf zu Hause und auf mein eigenes Bett“.

Prominenter Besuch

Danach wurde in der Paulus-Stube in Salzburg – unweit der Jedermann Bühne – kräftig mit deftiger Hausmannskost gefeiert – wie bei der Tischgesellschaft auf der Jedermann-Bühne. Prominenter Besuch auch abseits des Jedermann-Trubels: Showmaster Thomas Gottschalk – ohne Ehefrau Thea („Ich weiß auch nicht, wo sie ist. Die einen sagen so, die anderen sagen so“) besuchte „Le Nozze di Figaro“ und Fürstin Gloria Thurn und Taxis war mit Galerist Thaddaeus Ropach und Pierre Pelegry beim Konzert von Simon Rattle im Großen Festspielhaus.
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