30.11.2017, 15:11 Uhr

Keine Ausreden mehr: Langsam Fahren bringt's

Bessere Luft durch flexible Tempolimits Alexander Kranabetter (Land Salzburg Immissionsschutz) und Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler.

Das Land legt die Messdaten vor: Die flexiblen Tempolimits auf der A1 und der A10 reduzieren die Schadstoffe erheblich.

SALZBURG (lin). Allen Unken und chronischen Rasern kann Umweltreferentin und LH-Stv. Astrid Rössler mit den aktuellen Messdaten jetzt ins Stammbuch schreiben: "Langsam Fahren reduziert den Schadstoff-Ausstoß und schont die Umwelt." Der flexible 80er auf der Stadtautobahn und die ebenso nur bei Bedarf (durchschnittlich etwa die halbe Zeit) aktivierte Tempobegrenzung auf 100 km/h auf der Tauernautobahn bis Golling haben den Stickoxyd-Ausstoß um sechs bzw. acht Prozent rediuziert. "Das kann man jetzt drehen und wenden wie man will, die lange umstrittene Maßnahme ist ein Erfolg für die Umwelt", sagte Rössler bei der Präsentation der Messergebnise des Zeitraums von Mai 2016 bis April 2017.  


Langsamer, besser und weniger

Die EU-Grenzwerte von 40 Mikrogramm des extrem lungenschädlichen Stickoxyds pro Kibikmeter Luft werden trotzdem deutlich verfehlt. Auf der Stadtautobahn wurden 46 und auf derTauernautobahn 48 Mikrogramm durchschnittlich gemessen. Drei Möglichkeiten gibt es, menschen- und natur-verträgliche Grenzwerte zu erreichen: "Erstens noch langsamer fahren, das Limit beim Umwelt-80er wird permanent um fünf bis acht km/h überschritten. Zweitens und noch viel gravierender: Die Autos stoßen auf der Straße fünf- bis sechsmal so viel an Stockoxyden aus, wie in den Labortests. Die Industrie muss dringend sauberere Autos bauen. Das ist technisch längst möglich. Und drittens: Parkraumbewirtschaftung und Öffentlicher Verkehr. Mit einem Wort, wir sind zu viele, die mit dem Auto unterwegs sind. Die Pendler müssen zum Umsteigen animiert werden. Auch in der Stadt selbst wird viel zu viel unnötig mit dem Auto gefahren", sagt Rössler.

Tempo 80/100 bleibt

Das System sei sinnvoll, es habe sich eingependelt und soll grundsätzlich nicht geändert werden, argumentiert Rössler. "Noch schärfere Tempolimits sind nicht angedacht. " Die  getunten, bezinfressenden Autos von Schnellfahrern sind messbar, da sollte mehr kontrolliert werden. Und was ist mit der immer wieder ins Treffen geführten, erhöhten Unfallgefahr durch die Tempolimits? Die sei durch keine einzige Untersuchung belegt, sagt die LH-Stellvertreterin. 
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.