Opernfiguren am Residenzplatz
Salzburg macht Residenzplatz zur Kunstbühne
- v.l.: Stefan Schnöll, Andrea Stockhammer, Walter Smerling, Kristina Hammer, Bernhard Auinger
- Foto: DQS/Leopold
- hochgeladen von Michael Kretz MSc
Nach dem viel beachteten Erfolg von „Secret Garden“ im vergangenen Sommer setzt Salzburg 2026 erneut ein starkes Zeichen für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum. Der Residenzplatz wird damit einmal mehr zur Bühne, diesmal mit einem klaren Fokus auf Oper und die kulturelle Identität der Festspielstadt.
SALZBURG. Der Andrang und die positive Resonanz auf die Installation „Secret Garden“ im Jahr 2025 haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial Kunst im öffentlichen Raum entfalten kann. Die monumentalen Skulpturen verwandelten den Residenzplatz in einen Ort der Begegnung, der Ruhe und der Reflexion, ein Konzept, das sowohl bei Einheimischen als auch bei Gästen auf großes Interesse stieß.
Daran wollen Land und Stadt Salzburg nun anknüpfen. Gemeinsam mit der Stiftung Kunst und Kultur e.V. Bonn rund um Kurator Walter Smerling wird auch 2026 ein Kunstprojekt im Herzen der Altstadt umgesetzt.
Opernfiguren holen die Festspiele in den Alltag
Im Mittelpunkt steht heuer, ein Projekt des international renommierten Künstlers Stephan Balkenhol. Unter dem Arbeitstitel „Là ci darem la mano“ soll der Residenzplatz parallel zur Festspielzeit mit Figuren aus der Opernwelt bespielt werden.
- Künstler Stephan Balkenhol
- Foto: Stephan Balkenhol/Wien 2026/Noah Kronreif
- hochgeladen von Michael Kretz MSc
Balkenhol, der in Salzburg bereits mit der „Sphaera“ am Kapitelplatz, vielen besser bekannt als „Goldene Kugel“ vertreten ist, will mit seinen Skulpturen die Grenze zwischen Kunst und Alltag bewusst aufheben. Seine Figuren treten als „Stadtbürger“ in Erscheinung und greifen universelle Themen wie Liebe, Macht, Eifersucht oder Schuld auf.
Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart
Ergänzend zur Installation unter freiem Himmel werden Arbeiten Balkenhols auch in den Prunkräumen des DomQuartier Salzburg gezeigt. Damit entsteht ein spannender Dialog zwischen historischer Kulisse und zeitgenössischer Kunst.
Gerade dieser Brückenschlag verleiht dem Projekt zusätzliche Tiefe. Der Residenzplatz, einst Schauplatz großer Inszenierungen, wird erneut zum Ort künstlerischer Auseinandersetzung, diesmal mit einem modernen Zugang.
Kunst muss erlebbar sein
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen:
- v.l.: Bernhard Auinger, Kristina Hammer, Stefan Schnöll, Andrea Stockhammer, Walter Smerling
- Foto: DQS/Leopold
- hochgeladen von Michael Kretz MSc
„Kunst im öffentlichen Raum ist ein Spiegel unserer gesellschaftlichen Werte. Kunst muss nicht erklärt werden, sie muss erlebbar sein.“
Auch Bürgermeister Bernhard Auinger sieht darin eine konsequente Weiterentwicklung des Kulturstandorts:
„Salzburg zeigt auch 2026, wie vielseitig unsere Kunst- und Kulturstadt ist. Balkenhols Opernfiguren holen das musikalische Erbe der Festspiele mitten in unseren Alltag.“
Öffentlicher Raum als Ort der Begegnung
Für Kurator Walter Smerling liegt die Stärke solcher Projekte im unmittelbaren Zugang:
„Kunst im öffentlichen Raum begegnet dem Menschen dort, wo das Leben stattfindet – sie schafft Freiräume für Wahrnehmung, Dialog und Reflexion.“
Gerade diese niederschwellige Zugänglichkeit macht den besonderen Reiz aus und ermöglicht neue Perspektiven oft ganz beiläufig im Alltag.
Kultur braucht starke Partner
Mit dem Projekt verfolgt Salzburg das Ziel, sich neben den Festspielen auch international stärker als Standort für bildende Kunst zu positionieren. Gleichzeitig wird betont, dass solche Initiativen ohne private Förderer nicht umsetzbar wären. „Nur gemeinsam können wir eine Umgebung schaffen, die inspiriert, verbindet und zum Nachdenken anregt.“
Das Ziel ist: Kunst soll nicht nur gezeigt, sondern erlebt werden, mitten in der Stadt und für alle zugänglich.
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