Außergewöhnliche Kammermusik bezaubert Hallstätter Publikum

HALLSTATT. Zur Abschlussmatinee der ersten Saison des neuen Musik- und Literaturfestivals HallstattClassics gab es am 17. August in der Evangelischen Kirche eine doppelte Premiere: Zum einen fanden sich Susanne Hehenberger (Violine), Taner Türker (Violoncello) und Barbara Rektenwald (Klavier) zum ersten Mal zum Trio zusammen, zum anderen wurde das Stück „Between the mountains and the sea“ von Alison Wrenn uraufgeführt. Beides begeisterte gleichermaßen. Die drei Musiker überzeugten mit einer ausgewogenen Klangbalance, makelloser Intonation, vor allem aber durch ungebremste Spielfreude. So mancher Zuhörer war überrascht, welch raumfüllenden Klang drei Instrumente erzeugen können; mit geschlossenen Augen konnte man sich mühelos der Illusion von einem ganzen Orchester hingeben.

Die britische Komponistin Alison Wrenn schuf eigens für dieses Konzert das Stück „Between the mountains and the sea“, angeregt durch das Titelbild der Homepage von Hallstatt Classics. Erinnerungen an alte keltische Märchen ihrer walisischen Heimat („sea“ ist also hier wörtlich gemeint und keineswegs ein Übersetzungsfehler) inspirierten sie zu einer duftig-verträumten Komposition, die einen im Nu in die weitläufigen Hügel und an die romantisch-schroffen Küsten von Wales versetzte.

Das Trio Opus 11 von Fanny Mendelssohn, die mit dem Zitat „Es kräht doch kein Hahn danach“ - einer frustrierten Reaktion auf die Ignoranz der Musikwelt gegenüber Frauen des Fachs - auch den Titel zur Matinee lieferte, beeindruckte mit hochmusikalischer Interpretation und virtuosem Zusammenspiel. Höhepunkt des zweiten Teils war zweifellos die Komposition von Nancy van de Vate, einer Austro-Amerikanerin, die seit einigen Jahren in Wien lebt und einem breiteren Publikum vor allem durch ihr Orchesterwerk „Tschernobyl“ bekannt ist. Das Trio für Violine, Cello und Klavier erstaunte mit außergewöhnlichen Klangflächen, die drei Künstler bestachen mit höchster Präzision und Hingabe und erfreuten mit einer überaus ausgewogenen Balance.

Veranstalter wissen, dass Kammermusik schwer zu verkaufen ist und oftmals als Nischenprodukt gehandelt wird. Diese neue Formation konnte jedoch in jeder Hinsicht mit ihrem Programm beweisen, dass sie alles andere als leise und langweilig ist. Man kann den Musikern für ihre weitere Konzerttätigkeit nur zahlreiches Publikum wünschen - vielleicht kräht ja der Hahn jetzt den Weckruf!

Autor:

Thomas Kramesberger aus Oberösterreich

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