24.07.2017, 10:31 Uhr

Eine Premiere, süß wie ein „Soizburga Nockal“

Thomas Zisterer und Theresa Grabner in "Saison in Salzburg". (Foto: Foto Hofer)

Tosenden Beifall erhielt die zweite Premiere des diesjährigen Lehár Festivals „Saison in Salzburg“

BAD ISCHL. „Wenn der Toni mit der Vroni einen Kuddelmuddel macht“ und dann auch noch die „Musi dazu spielt“ wird das Kongress & TheaterHaus schon einmal zur Schunkel-Zone. Bei der Premiere von „Saison in Salzburg“, einer Operette von Fred Raymond, die frappant an das Singspiel „Im Weißen Rössl“ erinnert, wurden Ohrwürmer am laufenden Band kredenzt: „Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche“, „Ich hab das Fräul‘n Helen baden sehen“ und natürlich: „Salzburger Nockerl“.

Rustikale Hotel-Fassaden mit Hintergrund

Ähnlich der gleichnamigen Süßspeise, präsentierte sich auch die Inszenierung als fluffig, süße Unterhaltung auf hohem Niveau. Musical-Star Gernot Kranner inszeniert die Liebesgeschichten und Hotelsachen flott und mit viel Schmäh. Rita Sereinigs schwungvolle Choreografie steht dem in nichts nach. Herwig Libowitzky hat auf den ersten Blick rustikale Hotel Fassaden kreiert, die beim genauen Hinschauen Alpen-Klischees liebenswert auf die Schippe nehmen. Zur gut genutzten Bühne passen die wunderbaren Kostüme von Alexandra Brandner. Mehr als 200 Stück aus den 30er, 40ern und 50ern des vorigen Jahrhunderts – inklusive Unterwäsche und perfekten Victory Rolls im Damen Haar – machen aus der stimmigen Produktion auch einen Augenschmaus, an dem man sich kaum satt sehen kann.

Die Geschichte ...

... ist schnell erzählt: Es geht um einen bankrotten Reifenhersteller und eine abgehalfterte Automobilfabrikantin, die sich durch eine arrangierte Heirat zwischen dem Neffen der einen und der Tochter des anderen Rettung aus dem Pleitegeschäft versprechen. Als das junge Paar Toni und Vroni kündigt und ein Gasthaus ersteigern will, eine vermeintliche Erbin und ein schweizer Parfümeur die Bildfläche betreten, kommt’s unweigerlich zum „Kuddelmuddel“. Fünf Paare werden in dem Stück liebestechnisch ordentlich durcheinander gewirbelt. Finden aber alle bis zum letzten Akt wieder zueinander. Happy End.
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