Polizeistatistik
400 Prozent mehr "Sozial-Betrug"

Das Schärdinger Bezirkspolizeikommando arbeitet an einer neuen Ermittlungsgruppe gegen die zunehmende Cyberkriminalität.
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  • Das Schärdinger Bezirkspolizeikommando arbeitet an einer neuen Ermittlungsgruppe gegen die zunehmende Cyberkriminalität.
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Die Zahl der Cyberkriminaltät nimmt im Bezirk Schärding weiter zu. Eine spezielle Ermittlungsgruppe soll nun helfen.

BEZIRK SCHÄRDING. "Bereits von 2019 auf 2020 gab es einen Anstieg um 45,9 Prozent, wobei der Trend weiter in diese Richtung zeigt", weiß der zuständige Beamte, Bezirkspolizeikommandanten-Stellvertreter, Herbert Kirchberger. "Hier ist die Polizei im Bezirk Schärding gerade dabei, eine spezielle Ermittlungsgruppe aus besonders geschulten und ausgebildeten Beamten zu bilden, um diesem Kriminalitätsphänomen entgegenwirken zu können." Wie Kirchberger betont, soll es im Endausbau auf jeder Polizeiinspektion mindestens einen Beamten geben, der eine besondere Ausbildung hat und dementsprechend qualitativ hochwertige Ermittlungen durchführen kann.

Sozialbetrug explodiert

Die Fälle von Sozialleistungsbetrug steigen im Bezirk ebenfalls stark – von 2019 auf 2020 um 400 Prozent. Dieser Trend setzt sich auf hohem Niveau fort. Hier macht sich die neugegründete Taskforce SOLBE (Sozialleistungsbetrug) bezahlt – die sich mit den bezugsauszahlenden Stellen wie AMS, ÖGK und WKO besser vernetzt hat. "Aufgrund der „kleinen“ Zahlen am Anfang ist natürlich der Anstieg – gerechnet in Prozent – so enorm", gibt Kirchberger allerdings zu bedenken. Und wo findet der Sozialleistungsbetrug statt? "Meist handelt es sich um zu Unrecht bezogenes Arbeitslosengeld – sei es, dass ein Auslandsaufenthalt bewusst nicht bekannt gegeben, oder sonstige Bezüge, die ebenfalls die Einstellung der Sozialleistung nach sich ziehen würden, ungemeldet bleiben. Oder dass Arbeitslosengeld bezogen und nebenbei „schwarz“ gearbeitet wird. Auch Doppelbezüge werden festgestellt. Teilweise wird auch Notstandshilfe und Krankengeld zu Unrecht bezogen." Auf die Frage nach den Nationalitäten der Beschuldigten, meinte der Vize-Bezirkspolizeikommandant: "Dazu kann ich nur angeben, dass die Zahlen der Angezeigten mit Migrationshintergrund über jenen der österreichischen Angezeigten liegen". Wie Kirchberger sagt, rechne er weiterhin mit einem Anstieg: "Es ist aufgrund der vermehrt und ohne hohen Nachweisbedarf ausgezahlten Corona-Förderungen mit einem Anstieg zu rechnen."

Lage noch ruhig

Einen Anstieg erwarten sich Schärdings Polizisten auch in Sachen Dämmerungseinbrüche. Obwohl die Lage noch ruhig ist, mahnt das Bezirkspolizeikommando die Bürger bereits zur Vorsicht. Von 2019 auf 2020 kam es – wohl auch coronabedingt – zu einem Rückgang. Und zwar um knapp 41 Prozent von 22 auf 13 Einbrüche. Rückläufig zeigen sich auch die Fälle häuslicher Gewalt. "Die Zahlen zeigen im Jahr 2021 wieder leicht nach unten und werden wahrscheinlich das Vorkrisenniveau erreichen."

Zur Sache

Tipps gegen Dämmerungseinbrüche:
• Viel Licht, im Innen- und im Außenbereich, schreckt potenzielle Einbrecher ab.
• Bei Verlassen des Eigenheims in einem Zimmer das Licht eingeschaltet lassen. Bei längerer Abwesenheit Zeitschaltuhren verwenden und unterschiedliche Einschaltzeiten für Abendstunden programmieren.
• Im Außenbereich Bewegungsmelder und helle Beleuchtung anbringen.
• Beim Verlassen des Hauses die Fenster schließen. Ein gekipptes Fenster ist für einen Täter wie ein offenes Fenster und leicht zu überwinden.
• Nachbarschaftshilfe: Halten Sie regelmäßigen Kontakt zu den Nachbarn. So wissen Sie, was in Ihrer Nachbarschaft vorgeht und erkennen ungewöhnliche Aktivitäten sofort. Tauschen Sie Telefonnummern aus, um im Anlassfall den Nachbarn verständigen zu können.

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