Schüler mit Waffe in der HAK Schärding: "Wir hätten es nicht verhindern können"

Ein Schüler der HAK Schärding zückte am Mittwoch, 11. Oktober 2017, eine Schreckschusspistole im Klassenzimmer und fuchtelte damit vor seinen Mitschülern herum.
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  • hochgeladen von Kathrin Schwendinger

SCHÄRDING (ska). Einige Tage sind vergangen. Der Schreck sitzt immer noch tief in der betroffenen Klasse. Am Mittwoch hat ein Schüler der 1A vor seinen Mitschülern eine Waffe gezogen. Die Polizei nahm den Burschen fest. Gegen den 15-Jährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen gefährlicher Drohung. Die BezirksRundschau hat HAK-Direktorin Irene Wiesinger über den Vorfall zum Interview gebeten.

Frau Wiesinger, was hat sich genau zugetragen?
Ein Kollege ist am Mittwochvormittag zu mir gekommen. Schülerinnen haben ihm erzählt, dass ein Bursch in der 1A eine Waffe dabei hat. Die Mädchen haben das auch mir gegenüber bestätigt. Wir haben sofort die Polizei kontaktiert. Der gemeinte Schüler befand sich zu der Zeit im Unterricht.

Die Polizei ist aber nicht gleich in die Schule gekommen. Sondern Sie fuhren in die Polizeiinspektion?
Ja, was auch sicher die beste Lösung war. Wer weiß, was passiert wäre, wenn die Polizei mit Blaulicht angerauscht wäre. So konnten wir alles recht ruhig abwickeln. Zwei Beamte sind in Zivil mit mir zur Schule gefahren und wir haben den Schüler aus dem Unterricht geholt.

Wie hat der Bursch darauf reagiert?
Er war sehr kooperativ und hat die Polizei dann auch zu seinem Spind im Keller geführt, in dem er die Waffe versteckt hatte. Die Polizei hat die Schreckschusspistole sicher gestellt und den Schüler mitgenommen. Von der Mitteilung bis zur Festnahme verging maximal eine dreiviertel Stunde.

Was ist im Klassenzimmer passiert, als der Beschuldigte die Waffe zückte? Hat er seine Mitschüler bedroht?

Er hat auf jeden Fall mit der Pistole herumgefuchtelt. Inwieweit er konkret auf jemanden gezielt hat, kann ich nicht sagen. Aber es ist natürlich subjektives Empfinden, ob man sich bedroht fühlt oder nicht.

War den Mitschülern klar, dass es sich um eine Schreckschusspistole handelte?

Wir wissen nicht, ob der Schüler das in dem Moment gesagt hat. Im Gespräch danach meinte aber ein Mitschüler, es sei eh klar gewesen, dass es eine Schreckschusspistole gewesen ist.

Hätte man einen solchen Vorfall verhindern können?

Nein. Wir können in keinen Schüler hineinsehen. Gäbe es noch Verhaltensnoten hätten wir womöglich bei seiner vorherigen Schule nachgefragt. Aber auch das gibt nicht immer Rückschlüsse auf ein mögliches Verhalten. Also definitiv Nein.

War der Schüler verhaltensauffällig oder ist er durch spezielle Lebensbedingungen aufgefallen?
Er hat ein ganz gutes Zeugnis und wurde auch im Unterricht positiv wahrgenommen. Was vielen gleich in den Sinn kommt, ist, ob es sich um einen ausländischen Schüler handelt. Aber nein, er ist Österreicher. Er dürfte wohl in einen schwierigen Freundeskreis geraten sein.

Was kommt nun auf den Burschen zu?
Er wurde suspendiert. Diese "Pause" dauert längstens vier Wochen. In dieser Zeit wird es eine Disziplinarkonferenz geben, in der über einen Verweis beraten wird. Die Entscheidung in der Konferenz geht dann zum Landesschulrat. Dieser hat das letzte Wort und wird den Schüler dann gegebenenfalls einer anderen Schule zuweisen. Denn er ist noch schulpflichtig.

Und wie haben die HAK-Schüler den Vorfall erlebt?

Viele haben es gar nicht mitbekommen, weil alles so ruhig abgewickelt wurde. Nur der Medienrummel hat uns ordentlich auf Trab gehalten. Ich hatte hierbei glücklicherweise Rückenhalt von meiner Kollegenschaft. Jetzt gilt es, den Vorfall aufzuarbeiten.

Und wie machen Sie das?

Am Montag kamen zwei externe Vertrauenspersonen, die für Krisensituationen geschult sind, an die Schule. Speziell in den 1. Klassen reden sie mit den Schülern. Wir hoffen bald einen Schlussstrich unter die Sache ziehen und zur Normalität zurückkehren zu können.

Ein Schüler der HAK Schärding zückte am Mittwoch, 11. Oktober 2017, eine Schreckschusspistole im Klassenzimmer und fuchtelte damit vor seinen Mitschülern herum.
Direktorin Irene Wiesinger über den Waffen-Vorfall an der HAK Schärding: "Ich bin froh, dass wir alles ruhig abwickeln konnten. Wer weiß, was passiert wäre, wenn die Polizei mit Blaulicht angerauscht wäre."

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