Omadienst
Sie ist eine Oma, die man ausleihen kann

Berta Aigner engagiert sich seit der Pension im Omadienst.
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  • Berta Aigner engagiert sich seit der Pension im Omadienst.
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Berta Aigner aus Eggerding ist eine "Leihoma" – und als solche sucht sie Verstärkung.

BEZIRK SCHÄRDING. Seit ihrem Pensionsantritt macht sie beim Oma-Dienst des Katholischen Familienverbandes mit, der Familien mit "Babysitter-Bedarf" an Frauen vermittelt, die Zeit für und Freude am Aufpassen auf Kinder haben. Zurzeit kümmert Berta Aigner sich um zwei Familien – eine mit zwei kleinen Mädchen sowie eine mit einem Bub im Vorschulalter. "Die Chemie zwischen Familie und Leihoma muss unbedingt stimmen. Das Ganze ist eine Vertrauensgeschichte. Man vertraut schließlich die eigenen Kinder an und lässt jemand Fremden in die eigenen vier Wände", erklärt die Eggerdingerin.

Familien suchen "Omis"

Nicole ist eine der Mütter, die von ihr unterstützt wird – und sie ist vom Omadienst überzeugt.

"Ich kann nur Positives berichten. Berta ist für unseren Sohn ein echter Gewinn und gehört bei uns schon fast zur Familie." Mutter Nicole

An den Nachmittagen, an denen Leihoma Berta mit ihrem Sohn spielt und tobt, hat Mama Nicole Zeit für sich, für Erledigungen oder kann sich verabreden. "Und unser Sohn hat dadurch auch eine etwas ältere Bezugsperson, denn die Großeltern sind leider schon verstorben oder wohnen weiter weg." Eine Leihoma muss jedoch nicht zwingend eine ältere Frau oder echte Oma sein. Aigner selbst hat ein Enkerl, doch "dort werde ich nicht ständig gebraucht". Zudem hat die pensionierte Pädagogin einfach Freude am Umgang mit Kindern.

"Familien suchen meist eine Leihoma, wenn die echte Oma nicht greifbar ist – sei es, weil sie noch berufstätig ist, weiter weg wohnt oder der Kontakt vielleicht nicht der beste ist." Berta Aigner

Leihomas können mehrere Familien betreuen – doch die meisten wollen sich auf eine Familie konzentrieren.Fürs Aufpassen bekommen die Leihomas eine Aufwandsentschädigung von 6 bis 10 Euro pro Stunde, teilweise werden auch Fahrtkosten ersetzt. Aigner betont, dass Leihomas keine Haushaltsaufgaben übernehmen – "höchstens mal ein Essen aufwärmen". Leihomas spielen mit den Kindern, gehen spazieren oder holen sie vom Kindergarten oder der Schule ab. "Die Kinder geben ohnehin vor, was sie machen möchten", weiß sie aus Erfahrung.

Verein stellt Kontakt her

Seit März koordiniert Aigner als Zweigstellenleiterin den Leihoma-Dienst im Bezirk Schärding. 16 Leihomas gibt es hier derzeit, in der Corona-Zeit sind ein paar abgesprungen, daher ist man dringend auf der Suche nach neuen Mitgliedern.

"Besonders in der Sauwaldregion oder in Andorf und St. Willibald würden wir uns über neue Leihomas freuen – hier gibt es interessierte Familien. Denn idealerweise wohnen Familie und Leihoma nicht zu weit auseinander." Berta Aigner

Mit Interessenten führt Aigner ein Vorgespräch, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Dann wird eine Mappe mit dem Profil der Leihoma erstellt. Der Verein stellt dann den Kontakt zu einer passenden Familie her. "Die Details, und ob man zueinander passt, müssen sich Familie und Kandidatin selbst ausmachen", so Aigner. Übrigens: Leihopas gibt es in Oberösterreich bislang noch nicht – im Linzer Raum kommt jedoch ein Ehepaar als "Großeltern-Duo" gemeinsam zum Babysitten.

Zur Sache:

Der Omadienst ist ein Angebot des Katholischen Familienverbandes Oberösterreich. Dabei handelt es sich um eine stundenweise, familiennahe und regelmäßige Kinderbetreuung. Bei erfolgreicher Vermittlung ist einmalig ein Betrag von 45 Euro zu bezahlen, durch den die "Leihomis" Mitglied im Verband werden. Dadurch sind sie während des Aufpassens unfall- und haftpflichtversichert. Zudem besuchen neue Leihomas einen Workshop, bei dem Ideen für Spiele und Beschäftigung ausgetauscht und sie über Rechte und Pflichten informiert werden. Eine Aufwandsentschädigung von 6 bis 10 Euro pro Stunde ist üblich – plus evtl. Fahrtkosten.
Interessentinnen, die Leihoma werden wollen, oder Familien auf Suche nach Betreuung können sich bei Berta Aigner, Zweigstellenleiterin des Omadienst Schärding, melden:

Tel.: 0670/5521 882
omadienst-sd@familie.at

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