27.09.2017, 19:00 Uhr

Eine Woche campen – wegen eines Schuhs

Michael Gschwandtner (l.) mit einem seiner Schuhe.

Michael Gschwandtner aus St. Florian sammelt Sneaker – aber nicht irgendwelche, sondern ganz besondere.

ST. FLORIAN. Im Interview spricht der 19-Jährige wie es dazu gekommen ist, was Eltern und Freundin dazu sagen und weshalb er eine Woche in München für ein Paar Turnschuhe gecampt hat.

Warum sammeln Sie ausgerechnet Sneakers?
Gschwandtner: Es war 2010, als ich mit meinem erspartem Geld einen Air Force 1 gekauft habe, ein Klassiker in der Szene. Da dachte ich mir: Da muss es doch Menschen geben die Sneaker sammeln. So habe ich auf Facebook diverse Gruppen gefunden, bei denen es nur ums Thema Sneaker geht.

Stimmt es, dass Sie für einen Schuh eine Woche vor einem Geschäft in München campiert haben?
Ja, das war im Dezember 2015. Ich hatte den Pirate Black Yeezy Boost 350 und als dann die Infos und die ersten Bilder vom Adidas Yeezy Boost 350 "Oxford Tan" veröffentlicht worden sind, wusste ich, dass ich den unbedingt haben muss. Auch deshalb, weil ich schon länger Fan von Kanye West's Musik und Kleidung bin.

Wie viele Paare haben Sie bereits gesammelt?
Derzeit habe ich über 60 Paare.

Und bewahren Sie die Schuhe auf beziehungsweise, werden die auch getragen?
In meinem Zimmer in speziellen Boxen. Und ja, großteils werden die Schuhe von mir getragen – bis auf ein paar Ausnahmen.

Haben Sie auch einige Raritäten in Ihrer Sammlung?
Ein paar – etwa den Nike Airmax 1 Urawa, der 2004 für die Fußballmannschaft Urawa Dragons produziert wurde.

Was sagen eigentlich Freundin und Familie dazu?
Also meine Freundin kann diese Leidenschaft nicht ganz verstehen, aber sie sagt, es ist jedem seine Sache. Der eine sammelt Briefmarken und ich halt Sneaker. Meine Eltern haben es am Anfang auch nicht ganz verstanden, aber das hat sich mit der Zeit geändert. Ich habe viele meiner Freunde mit dem Sneaker-Thema angesteckt, was ich echt cool finde, da die Sneaker-Szene in Österreich leider sehr klein ist.

Wie viel würden Sie für einen Schuh ausgeben?
Es kommt immer auf die Story hinter dem Sneaker an – oder an die Zusammenarbeit. Hier ein Beispiel mit dem ich auch sehr zufrieden bin: Das ist der New Balance Made in USA "Bone&Sunset". Der Schuh kostet 210 Euro. Meiner Meinung ist New Balance derzeit die Firma mit der besten Qualität.

Welcher Sneaker war der bisher teuerste?
Der Adidas Yeezy boost Triple Black. Kaufpreis 350 Euro – aktueller Wert rund 1.200 Euro.

Welchen Turnschuh hätten Sie gerne?
Mein Ziel wären die Airmax 1 Patta. Es gibt insgesamt fünf Paare – einen besitze ich schon.

Was wäre das Verrückteste, was sie für einen Turnschuh machen würden?
Das ist eine gute Frage. Ich glaube eine Woche im Dezember in einem Klappstuhl und Schlafsack vor einem Laden zu schlafen, ist verrückt genug.

Und wie finanziert man sich das zugegeben nicht gerade billige Hobby?
Oft wird mir die Frage gestellt, wie ich mir das leisten kann. Ich verzichte einfach auf sehr viel. Ich rauche nicht und trinke auch nichts. Da spart man sich einiges – aber jedem das seine.

Ihr Traum?
Mein Traum wäre natürlich ein Job als Sneakerverkäufer oder sowas in der Art.


Steckbrief:

Geburtsdatum: 27.09.1997
Beruf: Metallbau/Blechtechnik
Familienstand: Ledig
Hobbys: Sneaker und Streetwear
Lieblingsessen: Pizza und Shrimps
Lieblingsgetränk: Holundersaft
Vorbild: Kanye West und Jerome Boateng
Lebensmotto: Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück. Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.
Fotos: Gschwandtner
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