08.01.2018, 14:19 Uhr

Unter Perchten in Gaming

"Mein Tag als Ötscherteufel": Redakteur Roland Mayr als Percht beim Rauhnachtslauf in Gaming. (Foto: Walter Mayr)

Redakteur Roland Mayr beteiligte sich als Percht am dritten Rauhnachtslauf der "Ötscherteufel" in Gaming.

GAMING. In den weit verzweigten Höhlen des Ötschermassivs sollen seit Urzeiten Teufel, wilde Frauen, Hexen und Geister hausen, die in der Walpurgisnacht und in den Rauhnächten ihre Wohnstatt verlassen, um ihr Unwesen zu treiben und die Menschen zu erschrecken.
Seit nunmehr 20 Jahren übernimmt die Perchtengruppe "Ötscherteufel" aus Gaming diese Aufgabe und zieht seither durch das Ötscherland, um Angst und Schrecken zu verbreiten.
Schon vor Weihnachten besuchte ich die Familie Reiter, um einen Artikel über das Jubiläum der Gruppe zu verfassen. Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich einmal nachgefragt, ob es möglich wäre, selbst in ein Perchtenkostüm zu schlüpfen und mich am dritten Rauhnachtslauf, den die "Ötscherteufel" seit dem Jahr 2014 alle zwei Jahre in Gaming veranstalten, als Percht zu beteiligen.
Letzten Mittwoch ging's also erneut zu den Reiters, um Hermanns Kostüm auszuprobieren. Hermann Reiter sen. ist nämlich seit einigen Jahren als Hexe unterwegs, während seine Frau Maria beim Lauf die Rolle der "Howangoaß" und sein Sohn Hermann Reiter jun., der auch als Obmann des Vereins fungiert, jene der "Oberpercht" übernimmt.
In der letzten Rauhnacht, am 5. Jänner, ist es endlich so weit und ich mache mich von der Redaktion in Wieselburg aus auf den Weg nach Scheibbs, um meinen Vater Walter Mayr abzuholen, der sich am heutigen Abend als Fotograf betätigt, während ich in Gaming angekommen, nun in das Perchtenkostüm schlüpfe. Während sich nach der Ankunft leichte Nervosität breit gemacht hat, weicht diese nach dem Anlegen der "Perchtenkluft" und die Vorfreude steigt langsam. Jetzt gibt es ohnehin kein Zurück mehr!
Also mache ich mich mit den "Ötscherteufeln" in dem insgesamt 34 Kilogramm schweren Perchtenoutfit auf den Weg zur Showarena. Dort komme ich sofort ins Schwitzen und das Ziegenfell verbreitet in der Maske einen penetranten Gestank, an den man sich allerdings schnell gewöhnt. Es fällt mir schwer, durch die kleinen Augenschlitze etwas zu sehen, dazu kommt noch der Rauch der unzähligen bengalischen Feuer. Ich versuche mich also an dem sogenannten "Schlepper" – einem wilden Gefährt, das Feuerfontänen speit, zu orientieren, um nicht ganz ziellos durch die Gegend zu laufen. Schließlich überstehe ich den Lauf und ein paar Zuschauer wollen sich anschließend sogar mit dem Perchten-Redakteur fotografieren lassen. Man mag nun von den Perchtenläufen halten, was man will – egal ob Brauchtum oder Showevent – das Mitmachen und das "Eintauchen in die Welt der Geister" macht wirklich Spaß.
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Friederike Neumayer aus Tulln | 08.01.2018 | 14:41   Melden
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Roland Mayr aus Scheibbs | 08.01.2018 | 14:47   Melden
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