Kultur in der Scheune
Die „Steudltenn“ in Uderns/Zillertal im stetigen Aufwind

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Seit neun Jahren gibt es nun die Steudltenn, eine große, ausgediente Scheune im Ortszentrum mit gegenüber liegender „Versorgungseinheit“, also Büro, Empfang und Ausschank. Dem aktuellen Zeitgeist folgend freut man sich, heuer erstmals mit umfangreichen Maßnahmen und Angeboten für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein „Green Event Tirol Star“ zu sein. Z. B. bei Anreise mit dem Radl gibt es Vergünstigungen.

Die wichtigste Zeit für die Steudltenn ist das Theaterfestival. Und hier wird ein interessantes Programm geboten, das einer Hauptstadt-Bühne in nichts nachsteht: Vom original Wiener Kasperltheater und überhaupt viel Kinderprogramm über Kabarett bis Theater von Mitterer, Comoletti und auch Eigenproduktionen von Teammitglied Hakon Hirzenberger und heuer als eines der highlights Nikolaus Habjan und Simon Meusburger, einmal mit Puppen, einmal mit einer gepfiffenen Oper. Ein engagiertes und ziemlich hochstehendes Programm also für einen kleinen Ort.

Besonders Habjans Puppenspiel sieht man im Westen Österreich eher selten. Nikolaus Habjan versteht es, seine Figuren derart intensiv und lebensecht zu präsentieren, dass der Besucher förmlich vergisst, dass es eben Puppen sind. Faszinierend wie seine Darsteller nahezu selber lebendig werden, gestützt mit perfekten Bewegungen. Er bemüht keinerlei Bauchredner-Tricks, ist selber meist im Licht und sichtbar sprechend – und trotzdem schaut man nur auf die Figur und ist gefesselt von Darstellungskunst, Ausdruck und den eindringlichen Texten. Dazu kommt eine perfekte Regie und sekundengenaue Lichtgestaltung, um das sperrige Thema Kindesmisshandlung in der NS-Zeit eindrücklich dazustellen. Im Stammhaus Schuberttheater wurde „F.Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig“ mit dem Nestroypreis ausgezeichnet.

Begonnen hat „beim Steudl“ alles ja mit geselligen Treffen, kleinen Tauschhändeln, Musik undGeschichten bei den Urgroßelter der Steudltenn-Team-Leiterin Bernadette Abendstein. Heutzutage werden beim Theaterfestival wieder Geschichten ganz unterschiedlicher Art erzählt. Zusammen mit dem künstlerischen Leiter Hakon Hirzenberger schafft das Team mit dem breit gefächerten Programm immer auch Spannung und Diskussionsanstöße. Dieses Jahr ging es um die Dualität der

Dinge, Licht oder Schatten, gut oder böse... Die Umsetzung dieses Themas gelang mit vielerleispannenden Aufführungen. Einer der künstlerischen Ausflüsse des Mottos ist auch der kreativ
gestaltete „Licht-Turm“ im Hof.

Das nächste Steudltenn-Theaterfestival also zum Vormerken: Ab April 2020 unter www.steudltenn.com

Autor:

isa tsöch aus Kitzbühel

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