Skifahren
Seilbahn-Bashing: genug ist genug

NR und Österreichs oberster Seilbahner, Franz Hörl, hält nichts vom Seilbahnbashing.
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  • Foto: Haun
  • hochgeladen von Florian Haun

GERLOS. Das Aufsperren der Skigebiete im Land Tirol ist nicht zuletzt dem Einsatz und der Beharrlichkeit der Tiroler Politik zu verdanken. Einer, der an vorderster Front dafür gekämpft hat, ist der Nationalrat und oberster Seilbahner Österreichs, Franz Hörl. Im BEZIRKSBLÄTTER-Interview erklärt der langjährige Mandatar, warum man im Zusammenhang mit dem Skibetrieb Äpfel nicht mit Birnen vergleichen sollte und warum man das hohe Angebotsniveau halten will. 

BB: Warum hat man sich von Seiten der Seilbahnbetreiber dazu entschlossen, die Skigebiete überhaupt zu öffnen? Wäre es nicht billiger gewesen, geschlossen zu halten?
HÖRL: "Ja, für den Großteil der Tiroler Skigebiete wäre es wesentlich billiger gewesen, geschlossen zu bleiben. Das war für die Betreiber aber keine Option, da sich alle ihrer Tradition als Verantwortungsträger in den Regionen und Dörfern bewusst sind. Daher stand auch außer Frage, dass wir dem Wunsch der Landeshauptleute nach Öffnung der Skigebiete Rechnung tragen und dies auch uns ein Herzensanliegen ist."

BB: Denken Sie, dass man die Gebiete im Osten Österreichs (Semmering, Kreischberg etc.) mit unseren Skigebieten vergleichen kann (Stw. Ansturm)?
HÖRL:
"Nein! Die von Kritik betroffenen Betriebe sind allesamt Kleinst-Skigebiete mit geringen Förderleistungen, in denen Gesundheitsminister Anschober gegen unser Anraten auch die Kapazität wie überall halbiert hat. Dann darf man sich aber auch nicht über Warteschlangen wundern, wenn man eine ohnedies geringe Förderleistung auch noch durch Kapazitätsbeschränkungen verschärft."
BB: Per Gesetz sind Seilbahnen zur Personenbeförderung verpflichtet. Wäre es rechtlich überhaupt gedeckt, wenn man Skigebiete ohne weiteres zusperrt?
HÖRL: "Die Betriebspflicht kann derzeit auf Antrag und mit sachlicher Begründung befristet aufgehoben werden. Dabei wurde auch die mangelnde Wirtschaftlichkeit aufgrund fehlender Gäste aus den Nachbarstaaten als Grund erkannt. Das ist enorm wichtig, um Unternehmen einen Notfallknopf zu ermöglichen. Jedes Unternehmen versucht jedoch nach Möglichkeit, diesen nicht aktivieren zu müssen."

BB: Wie sehen Sie die Kritik aus Deutschland oder auch Ostösterreich im Bezug auf die Öffnung der Skigebiete?
HÖRL:
"Dieses internationale Seilbahn-Bashing ist sachlich nicht zu begründen und politisch motiviert. Ich halte es für ein populistisches Manöver, um die eigene Verantwortung an andere abzuschieben und von Diskussionen im eigenen Land abzulenken." 

BB: Wie beurteilen Sie die Verordnung im Bezug auf „Take away“?
HÖRL:
"Ich halte es für ein Sicherheitsrisiko, wenn wir Familien ins Hochgebirge transportieren und dort keine Aufwärmmöglichkeit in der Berggastronomie bieten. Das habe ich von Beginn an kritisiert. Dass man dann auch noch die Möglichkeiten des Take away eingeschränkt hat, ist klar gleichheitswidrig und unverständlich zugleich. Zudem sorgen diese Regelungen dafür, dass die Skigebiete ab 13 Uhr leergefegt sind."

BB: Steht es im Raum, dass auch in unserer Region bestimmte Gebiete wieder schließen?
HÖRL:
"Es gibt einige Skigebiete, die ihr Angebot in den Wochen vor und nach den Ferien reduzieren. Komplette Schließungen werden jedoch der Ausnahmefall bleiben. Außerdem gab es im Zillertal eine einstimmige Meinung, das Angebot auf diesem hohen Niveau zu halten."

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