7.000 Tonnen Granit stecken in Europas längstem Flow Trail

Wolfgang Krainer und Alfred Pajancic auf dem entstehenden Flow Country Trail in Bad Kleinkirchheim, dem längsten in Europa
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BAD KLEINKIRCHHEIM (ven). In Bad Kleinkirchheim entsteht derzeit Europas längster "Flow Country Trail" (die WOCHE berichtete) für alle Mountainbike-Begeisterten mit 15,9 Kilometern Länge. Rund drei Jahre dauerte die Planungsphase des Projektes. Die WOCHE sah sich mit NockBike-Pionier Wolfgang Krainer auf der Baustelle um. 


Hälfte tragen Bergbahnen

Projektträger ist der Fremdenverkehrsförderungsverein Bad Kleinkirchheim sowie die Gemeinde Feld am See. Die Kosten von rund einer Million Euro (netto) tragen je zur Hälfte die Leader-Region sowie die Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen. 

Alle Möglichkeiten

"Wir haben nun hier alle Möglichkeiten: Vom Gipfel in die Therme, zum Brennsee in die Biker-Lounge und wieder zurück oder - durch die Kreuzungen des Flow Country Trails mit anderen Trails - auf andere Wege des über 700 Kilometer langen Trail-Netzes hier in der Region", ist Krainer begeistert. Die Biker können per Bergbahn auch bei der Mittelstation zu- und aussteigen, derzeit arbeitet man an Transportsystemen für die einzelnen Gondeln für die Räder. "Auch bezüglich Vieh-Gattern arbeiten wir an einer für alle befriedigenden Lösung, damit Mensch und Bike durchkommen, das Weidevieh aber nicht abhauen kann", ergänzt Krainer.

Viele Fragen

Im letzten Jahr sei man zig Mal die "Line", an der gebaut wird, durchgegangen. Ist das Gelände geeignet, muss man in Sachen Naturschutz etwas beachten? Ist das Gelände zu steil? Sind die Kurven richtig? Alles Dinge, die bedacht werden müssen, wenn man einen Trail baut. 

Profi im Trail-Bau

Den Überblick auf der Baustelle behält Baukoordinator Alfred Pajancic, der bereits für den Flow Trail auf der Petzen verantwortlich zeichnet. "Ich überwache alles, schule Leute ein", sagt er zur WOCHE. Seit 29. Mai ist er am Berg unterwegs. Das Material, das zum Trailbau verwendet wird, stammt aus einem Granit-Steinbruch in der Nähe von Hochosterwitz. "Es wird nass aufgetragen und trocknet dann aus, ohne jegliche Zusatzmaterialien. Dann ist es fest und Regen kann der Bahn nichts mehr anhaben. So hat man immer die gleichen Fahreigenschaften am Trail", erklärt der Fachmann.

Test-Fahrten am Trail

Am ersten Abschnitt, der von der Bergstation der Kaiserburgbahn wegführt, werden bereits erste Biker - allerdings nur genehmigt und testweise - auf den Trail gelassen. "Sie sollen schauen, ob der Trail auch passt." 

7.000 Tonnen Granit

Die WOCHE trifft unterwegs die beiden Bauarbeiter Thomas Kanovnik und Stefan Kamnik auf der Alm-Baustelle jenseits der Baumgrenze. "Wir gestalten die Trasse, fahren mit dem Bagger, tragen auf und verdichten", erklären sie ihre Aufgaben. Insgesamt werkeln sieben Leute rund neun bis zehn Stunden pro Tag, 60 Meter Trail werden so pro Tag hergestellt - je nach Beschaffenheit des Geländes und Untergrundes. "Das ist kein normaler Wegebau und kann oft auch gefährlich werden", so Pajancic. 7.000 Tonnen Granit werden so auf der gesamten Strecke aufgebracht und von Hand verdichtet. "20 Zentimeter hoch, verdichtet ist die Schicht dann zwölf bis 15 Zentimeter dick", erklärt er. 

Mehrere Bautrupps

Er habe erst, seit er auf der Baustelle arbeitet, die Nockberge mit ihren sanften Gipfeln, bewusst wahrgenommen. Derzeit arbeiten mehrere Trupps gleichzeitig an verschiedensten Bauabschnitten des Flow Country Trails. "Das abgegrabene Material wird wieder eingearbeitet, zum Beispiel in Kurven. Wir schaffen alle möglichen Verbindungen, wie sie es in Kärnten kein zweites Mal für die Biker gibt. Und das alles in Übereinkunft mit den Grundbesitzern. Jeder Weg ist genehmigt." Der Trail soll schlussendlich ein "Achterbahn-Feeling" für die Biker vermitteln. "Wenn ich mich in die Kurve reinlehne, ist es ein Spiel mit den Fliehkräften", so Pajancic. 

Keine blutigen Anfänger

Wichtig ist laut Krainer allerdings, dass man "keinen blutigen Anfänger auf den Berg lassen" sollte. Bei Krainers Sportschule bekommen die Biker die Basics in Fahr- und Bremstechnik vermittelt, erst dann ist das Befahren des Trails sinnvoll und nicht mehr gefährlich. Dazu entsteht bei der Talstation der Kaiserburgbahn auch ein Übungsparcours, so wie er kürzlich in Feld am See (die WOCHE berichtete) eröffnet wurde. "Der Trail soll schlussendlich für Familien und Kinder geeignet sein, aber ohne die Basics geht es eben doch nicht", so Krainer. 

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