Gebündelte Kompetenz an einem Standort

Josef Huber, Alfred Altersberger, Christian Benger, Herma Hartweger und Josef Wielscher präsentieren das neue Schulgebäude
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LENDORF. Die landwirtschaftlichen Fachschulen Litzlhof und Drauhofen werden zusammengelegt (wir berichteten). Nun fällte Landesrat Christian Benger den Startschuss des Baues mit weiteren Details.

Einzigartiges Kompetenzzentrum

"Es wird ein Kompetenzzentrum für zwei Fachrichtungen - die der landwirtschaftlichen und die für Betriebs- und Haushaltsmanagement. Mit einem entsprechenden Regierungsbeschluss wurde nun der Weg dafür frei gemacht", so Benger. Baubeginn soll im Mai sein, mit Schulstart im Herbst 2018 gehen die "Drauhofnerinnen" dann in Litzlhof zur Schule. Rund sechs Millionen Euro wird die Erweiterung kosten, bis auf das Stiegenhaus und den Turnsaal wird es ein reiner Holzbau - geplant von Architekt Egbert Laggner aus Sachsenburg.

Viel Holz im Bau

"Wir erreichen damit den nächsten Level in der Ausbildung. Es wird das modernste landwirtschaftliche Ausbildungszentrum Österreichs - das erste dieser Art", so Benger. Damit will man auch Kosten sparen, da Drauhofen durch das Alter des Gebäudes einen hohen Investitionsbedarf habe. "Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten." Alfred Altersberger, Landesschulinspektor für das landwirtschaftliche Schulwesen: "Es gab auch die Vorgabe, beim Bau möglichst viel Holz einzusetzen, passend zur agrarischen Ausbildung. Es wird auch ein neuer Lehrplan umgesetzt, zwei Fachrichtungen werden an einem Standort unterrichtet."

100 Jahre Schulbetrieb

Herma Hartweger, Direktorin von Drauhofen, ist etwas wehmütig. 2018 hätte die Schule das hundertjährige Bestehen gefeiert. "Scheiden tut weh, aber wir wenden den Blick in Richtung Zukunft. Ein gemeinsamer Standort wird viel Qualität mit sich bringen und ich hoffe, dass die Ausbildung an Attraktivität gewinnen wird." Derzeit werden in Drauhofen 80 Schülerinnen und ein Schüler unterrichtet, in Litzlhof sind unter den 185 Schülern nur zwölf Mädchen. "Bisher gab es das Image, dass Drauhofen eine Mädchen- und Litzlhof eine Burschenschule ist. Diese Trennung ist Geschichte, wir waren auch bisher offen für jedes Geschlecht", erläutert sie. Laut Altersberger dürfe man auch den Partnerschaftsfaktor nicht unterschätzen. "Wir brauchen Betriebsführerinnen. In Kärnten werden pro Jahr rund 450 Hofübernehmer gebraucht, ausgebildet werden nur 350."

Platz für 270 Schüler

Der Lehrkörper übersiedelt ebenfalls zur Gänze, insgesamt sei der Komplex auf 270 Schüler ausgelegt, 35 Lehrkräfte werden beschäftigt sein. "Wir werden volles Haus haben und haben stabile Schülerzahlen", so auch Litzlhof-Direktor Josef Huber. Wer die Schulleitung dann übernehmen wird, steht noch in den Sternen. Huber ist jedenfalls stolz auf das Angebot in Litzlhof und auch seine Schüler. "Wir haben weltweit 1.400 Praxisbetriebe, die sich um unsere Schüler als Praktikanten regelrecht reißen", erklärt er. Viele Lehrbetriebe setzen eine Ausbildung in Litzlhof bereits voraus, viele Absolventen besuchen auch weiterführende Schulen.

Liebe zum Land

Auch Lendorfs Vizebürgermeister Josef Wielscher freut sich, das Kompetenzzentrum in seiner Gemeinde zu haben. Der Zubau in L-Form gefalle ihm besonders gut: "Das L steht für Land, für Liebe. Wir haben die Schule auch immer im Gemeindegeschehen mit eingebunden."

Zur Schule:

Baubeginn: Mai 2017
Bauende: Herbst 2018
Kosten: 5,973 Millionen Euro
Erweiterung: 2.400 Quadratmeter zum Bestand dazu
Landwirtschaftliche Fläche: 10 Hektar
Wald: 52 Hektar
Drauhofen: erster Schulbetrieb 1918, wird seit 1966 von Litzlhof bewirtschaftet; wird von der LIG veräußert werden; Gut Drauhofen stammt aus dem 16./17. Jahrhundert

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