Murmeltier-Jagdzeit hat begonnen
Jäger verteidigen Bejagung der Nager
- Bezirksjägermeister Christian Angerer spricht von einem sehr guten Murmeltierbestand.
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Umstrittene Jagd auf Murmeltiere: Im Bezirk Spittal wird die Situation der Nager als "sehr gut" eingestuft. Seit 1. August können Murmeltiere wieder bejagt werden.
SPITTAL, KÄRNTEN. Sie pfeifen auf den Almen und gehören für viele zum Bild der Bergwelt: Murmeltiere. Seit 1. August läuft in Kärnten wieder die Jagdsaison auf die alpinen Nager, sie dürfen wieder bis 15. Oktober erlegt werden. Im vergangenen Jagdjahr wurden österreichweit 7.143 Murmeltiere geschossen, 871 davon in Kärnten. Der Österreichische Tierschutzverein sieht die Bejagung angesichts steigender Temperaturen und der zunehmenden Belastung für die Tiere kritisch. Im Bezirk Spittal wird die Situation hingegen deutlich anders beurteilt: Bezirksjägermeister Christian Angerer spricht von einem sehr guten Murmeltierbestand und sieht aktuell keinen Grund, Abschusszahlen oder Jagdzeiten zu verändern. Die Bejagung erfolge nicht aus Gründen der Trophäenjagd, sondern unter anderem zur Regulierung von Beständen und zur Vermeidung von Schäden. "Kein jagdbares Wild in Kärnten wird wegen seiner Trophäe bejagt. Die Jagd verfolgt Ziele, wie die Gewinnung von wertvollem Wildbret, die Regulation von gesunden Tierbeständen, die Schadensverhütung in der Land- und Forstwirtschaft, den Arten- und Landschaftsschutz und auch das Konfliktmanagement und der Ausgleich von Nutzungsinteressen zählen zu den Aufgaben der Jagd", betont Angerer.
Topografischer Vorteil
Die aktuelle Situation der Murmeltiere werde im Bezirk Spittal zudem als sehr gut eingestuft. Angerer: "Unsere von Bergen geprägte Landschaft bietet ideale Lebensbedingungen für die Murmeltiere. Höhere Temperaturen und Hitzeperioden können kurzfristig zu einer Verlagerung der Aktivität in die Morgen- oder Abendstunden führen. Die Topografie in den Bergen kann auch als Vorteil für die Murmeltiere gesehen werden." Die Exposition, Hangneigung sowie weitere Faktoren beeinflussen klein strukturiert das Makro- und Mikroklima und so gibt es immer wieder Bereiche mit idealen Lebensbedingungen für die Murmeltiere.
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Gefährdung ausgeschlossen
Die Jagdzeit der Murmeltiere beginnt mit 1. August und endet mit dem 15. Oktober eines jeweiligen Jahres. Die Abschüsse orientieren sich, wie bei anderen Wildarten auch, an mehreren Faktoren. "Eine Gefährdung der Murmeltierbestände durch die Bejagung kann ich ausschließen, da die Jagd ein uraltes Kulturgut ist und die jeweiligen Jagdgebiete ihre Bestände kennen und nur so viele Murmeltiere entnehmen, wie durch den jährlichen Zuwachs hinzukommen", weiß der Bezirksjägermeister. Diese Entnahmen sind auch notwendig. So gibt es im Bezirk Spittal Regionen, in denen Murmeltiere bejagt werden, weil es dort zu Schäden an den Grünlandflächen kommt und eine Bewirtschaftung dieser dann nicht mehr möglich ist. Angerer: "Es gibt auch den Fall in Spittal, in dem Murmeltiere ihre Baue in den Damm eines Speicherteiches in einem Skigebiet angelegt haben und dort zu einer Schwächung dieser Dämme führen. Auch werden Liftstützen untergraben und gefährden dort die Sicherheit von Menschenleben. Die Jagd auf Murmeltiere geschieht sicherlich nicht aus touristischen Gründen und auch nicht aus Trophäenjagd."
Ordentliche Verwertung
Werden Murmeltiere erlegt, sollten diese nach Möglichkeit auch ordentlich verwertet werden, diese können gegessen werden, der Feist (Fett) kann zu Heilsalben verarbeitet werden, der Balg kann zu Kleidung oder Dekorationsartikel verarbeitet werden, es können auch die Nager zu Schmuck verarbeitet werden.
Wildtiermanagement
Die Jagd ist die einzige Institution, welche sich wirklich ernsthaft mit den Lebensbedingungen der Wildtiere, in diesem Fall der Murmeltiere, auseinandersetzt und ein Wildtiermanagement, das nur im Einklang mit der Jagd funktioniert, betreibt. Durch die jahrzehntelange Aufzeichnung von Entnahmezahlen kann auf eine Veränderung in den Bestandszahlen rückgeschlossen werden. Die Jagd werde gemäß dem Leitspruch der Kärntner Jägerschaft ausgeübt: „Jagd ist Verantwortung – Jagd ist Freude“.
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