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Die Rodel bestimmt Peter Heilingers Leben

Peter Heilinger beim Überprüfen eines Rennrodels
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  • Peter Heilinger beim Überprüfen eines Rennrodels
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Peter Heilinger lebt seit 55 Jahren für den Rodelsport. Der 67-Jährige ist technischer Delegierter des internationalen Rodelverbandes.

SPITTAL. Der Rodelsport scheint in Kärnten dem Untergang geweiht. Im Nachwuchs kommt nichts nach, einziger Lichtblick ist Dominik Maier vom Rodel Club Frantschach. Dabei hatte der Süden einst mit Ferndorf, Feld am See, Nötsch, Lesachtal, Rangersdorf und Suetschach mehrere Rodelhochburgen. Peter Heilinger, seit 55 Jahren im Rodelsport aktiv, erinnert sich: "In den 70-ern hatten wir in Kärnten 20 Rennen und 130 Teilnehmer bei Landes-Meisterschaften. Welt- und Europameister kamen aus Kärnten. Mitterweile ist der Rodelsport bei uns praktisch tot, es gibt keine Bewerbe mehr!" Der Grund: Schneemangel, zuwenig Natur-Rodelbahnen sowie fehlende aktive Vereine und Sportler. Die wenigen Aktiven müssen zum Training ins Leistungszentrum nach Obdach oder Südtirol ausweichen.

Technischer Deligierter
Heilinger startet 1965 mit den Rodelsport und konnte in seiner aktiven Karriere zahlreiche Titel einfahren. Der 67-Jährige war ASKÖ Bundesmeister, Vize-Staatsmeister und Kärntner Meister. Dazu kommen zahlreiche Starts bei internationalen Rennen und EM-Teilnahmen, ehe er seine Karriere als Naturbahnrodler 1991 beendete. "Ich habe nach meinen letzten Rennen meine Ausrüstung am Weltcup-Ort in Bulgarien zurückgelassen. Ich wollte einen Schlussstrich unter den Rodelsport ziehen". Doch die Liebe zum Rodelsport verfolgt den Spittaler bis heute. Bereits während seiner aktiven Zeit machte Heilinger die Ausbildung zum nationalen Kampfrichter, 1994 folgte die internationale Kampfrichterlizenz. Der Kärntner ist nachwievor beim internationalen Rodelverband im Juniorenbereich als technischer Deligierter tätig. Von Dezember bis Feber ist der Lieserstädter mit der Rodel auf Achse. Seine Aufgaben: Sportgeräte und Strecken auf ihre Regelkonformität und Sicherheit überprüfen.

Große Familie
Im Laufe der Jahre sind viele (internationale) Freundschaften entstanden und man wuchs zu einer großen Rodelfamilie. Auch seine Frau Irene war als Kampfrichterin tätig und Tochter Claudia versuchte sich im Rodelsport. Sie war eine Draufgängerin und stets nach dem Motto "wer bremst, verliert" unterwegs. "Das ging leider nicht immer gut und daher musste sie den Rodelsport sein lassen", erzählt Heilinger. Der frühere ÖBB-Bedienste kam durch den Sport weit herum, bereiste Europa und Kanada. Die Junioren-Weltmeisterschaft ging unlängst in Maria Zell über die Bühne. "Es waren Teilnehmer aus 18 Nationen mit dabei, aber leider kein Kärntner. Mit Fabian Achenrainer holte aber ein Österreicher Gold", so Heilinger.

Rodelschule
Mit einer Rodelschule versucht der Funktionär mit Ernst Kofler (SV Askö Villach) und Dietmar Oberlercher (Feld am See) den Sport im südlichsten Bundesland zu beleben. Kofler zeigt Interessierten zwei Mal pro Woche in der Alpenarena in Villach die richtige Technik sowie richtiges Fahren und Bremsen beim Rodeln und die perfekte Ausrüstung. Das Trio möchte ihr Wissen künftig auch bei der Gamskogel-Bahn am Katschberg weitergeben. Dadurch sollen Verletzungen beim Rodeln vermieden und mehr Jugend für den Rodelsport gewonnen werden. Hielinger legt allen bei der Wahl der Rodel den Griff "zu einem ordentlichen Gerät", wie einer Sportrodel oder Schneckenrodel, ans Herz. Wer Interesse am Rodelsport hat, kann sich an Heilinger wenden. Der 67-Jährige vergibt in Kooperation mit dem Land Kärnten und Dietmar Oberlercher ein Gütesiegel für Rodelbahnen. Dabei werden die Strecken begutachtet, überprüft und versucht Gefahrenpotential auszuschalten.

Peter Heilinger beim Überprüfen eines Rennrodels
Peter Heilinger an der eisigen Rennstrecke.
Autor:

Thomas Dorfer aus Spittal

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