Magnesitwerk feiert 110-Jahr-Jubiläum

Auf eine 110-jährige Erfolgsgeschichte kann RHI zurückblicken
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RADENTHEIN. Das RHI Magnesita Werk Radenthein kann auf eine 110 Jahre lange Geschichte zurückblicken und nahm das Jubiläum zum Anlass, Besuchern an drei Tagen einen Blick ins Innere der Anlage zu gewähren. "Mit über 300 Mitarbeitern und rund 40 Lehrlingen pro Jahr, von denen 95 Prozent auch übernommen werden, gehört das Werk zu  einem der wichtigsten Arbeitgeber und Ausbilder der Region", teilte Werkleiter Heimo Wagner bei einem Rundgang mit. "Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen dynamischen Mitarbeitern."

140.000 Tonnen pro Jahr

Die Radentheiner Unternehmen zählt bei einer jährlichen Produktionsmenge von zirka 140.000 Tonnen, 15.000 Produkten und 500 individuellen Rezepten 700 Kunden mit 20.000 Aufträgen pro anno. Seit dem Zusammenschluss von RHI im vergangenen Oktober mit dem brasilianischen Unternehmen Magnesita ist das Unternehmen zum weltweit führenden Anbieter von hochwertigen Feuerfestprodukten, -systemen und -serviceleistungen aufgestiegen, die für industrielle Hochtemperaturprozesse über 1.200 °C unverzichtbar sind und unter anderem in der Stahl-, Zement-, Nichteisenmetalle- und Glasindustrie zum Einsatz kommen.

Mit über 14.000 Mitarbeitern in 35 Hauptproduktionswerken sowie mehr als 70
Vertriebsstandorten und mehr als 10.000 Kunden weltweit weist das Unternehmen eine beispiellose geografische Vielfalt auf. RHI Magnesita beabsichtigt, seine globale Führungsposition bei Umsatz, Größe, dem komplementären Produktportfolio und breiter geografischer Präsenz weltweit zu nutzen, um gezielt Länder und Regionen zu erschließen, die von dynamischeren Konjunkturaussichten profitieren. Das kombinierte Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 einen Pro-Forma-Umsatz von 2,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Produkte werden auf über 120.000, das Feuerfest-Volumen mit 2,9 Millionen Tonnen beziffert.

Von Radenthein in alle Welt

Zum Werk Radenthein heißt es: "Als Spezialist für Kleinstlose, Bauteile und Funktionalprodukte ist der Standort heute nicht nur ein kompetenter Partner für
seine weltweiten Kunden, sondern wegen seiner besonderen strategischen Positio-
nierung als 'Spezialitätenwerk' auch ein integrativer Bestandteil des globalen RHI Magnesita Produktionsstättennetzwerks. Zusätzlich werden in Radenthein feuerfeste Rohstoffe produziert, die auch in anderen RHI-Magnesita-Produktionsstätten zu
hochwertigen Endprodukten weiterverarbeitet werden.

Der Magnesitbergbau Millstätter Alpe war seit seiner Erschließung im Jahr 1908 viele Jahrzehnte hindurch die Rohstoffbasis des Werkes Radenthein. Heute wird der abgebaute Rohmagnesit ausschließlich zu Kaustermagnesia gebrannt und als Bindemittel in der Baustoffindustrie sowie als Zuschlagstoff bei der Futtermittelproduktion eingesetzt.

Untertagebergbau von Magnesit

Der Rohstoff für die Herstellung von kaustisch gebrannter Magnesia („Kauster“) ist Magnesit, der im Untertagebergbau auf der Millstätter Alpe gewonnen wird. Aus den 75.000 Tonnen Rohmagnesit werden rund 40.000 Tonnen Kauster hergestellt, wobei
davon zwei Drittel als Futtermittelzusatz Verwendung finden.

Das Grubengebäude ist durch eine 1.200 Meter lange Wendel von der Tagesoberfläche aus erschlossen und durch Sohlen mit einem horizontalen Abstand von 20 Metern
ausgerichtet. Der Grubenbetrieb wird mittels gleislosen Dieselgeräten geführt, als Abbau
verfahren wird ein Teilsohlenbruchbau angewandt. Die Förderung aus den Weitungen
erfolgt mittels ferngesteuertem Tiefschaufelfahrlader, der das Fördergut auf einen
Schwerlastkraftwagen auflegt. Dieser Schwerlastkraftwagen mit 42 Tonnen Nutzlast trans-
portiert den Magnesit zur übertägigen Brechanlage. Hier wird der Magnesit von einer
Korngröße von bis zu 800 Millimeter mittels Backen- und Kegelbrecher auf unter 50 Millimeter gebrochen und nach Qualität getrennt in den Seilbahnsilos gelagert.

Der Transport des Rohmagnesits nach Radenthein erfolgt mit der 7,2 Kilometer langen Seilbahn. Der durch das Bremsen der Seilbahn produzierte Strom wird entweder im Bergbau verbraucht oder in das Stromnetz eingespeist. Derzeit werden im Bergbau von elf Mitarbeitern jährlich rund 75.000 Tonnen Rohmagnesit abgebaut und nach Radenthein geliefert. Dort wird der Rohmagnesit nach nochmaliger Zerkleinerung auf den bereits 1912 erbauten Rotierofen aufgegeben und bei rund 1.100 Grad Celsius zu Kauster kalziniert. Durch die Einwirkung der Temperatur wird das CO2 vom Magnesit (MgCO 3 ) abgespaltet und in den erwünschten Kauster (MgO) umgewandelt. Der Energieverbrauch für diesen Prozess beträgt rund 800 Kubikmeter Erdgas pro Stunde.

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