06.01.2018, 08:16 Uhr

Sachsenburg: Nahversorger steht vor dem Aus

Sachsenburg zittert um seinen Nahversorger

Kündigung des Vertrages: Der Fortbestand von Sachsenburgs letztem Lebensmittelgeschäft ist in Gefahr.

SACHSENBURG (aju). Sachsenburg könnte bald seinen letzten Nahversorger im Lebensmittelbereich verlieren. Diese Entwicklung hätte nicht nur Folgen für die umliegenden Geschäfte und den Campingplatz, auch die Vereine und die Bevölkerung würde eine wichtige Einkaufsmöglichkeit verlieren. Deshalb ist nun auch die Politik aktiv bemüht eine Lösung zu finden.

Kündigung

Renate Prax gewann erst kürzlich die Wahl zum WOCHE-Supershop. Seit sechs Jahren führt sie den Adeg Markt in Sachsenburg. Als sie diesen von den Vorbesitzern, der Familie Reichart, die auch gleichzeitig ihre Vermieter sind, übernahm hatte sie große Pläne.
Nun erhielt sie die Kündigung des Mietvertrages für das Geschäftslokal und soll es bis 31. März verlassen. "Ich finde das schade, weil ich mich in der Gemeinde sehr wohl fühle, meine Mitarbeiter für mich wie eine Familie sind und ich von der Bevölkerung nur positive Rückmeldungen bekomme", erklärt Prax.


Sieben Mitarbeiter

Mit der Kündigung des Mietvertrages ist aber nicht nur die Existenz der Chefin sondern auch die ihrer sieben Mitarbeiter gefährdet. "Drei meiner Damen sind bereits über 50 Jahre alt. Für die wäre es besonders schwierig eine neue Arbeit zu finden", sagt Prax. Besonders hart trifft sie die Kündigung auch deshalb weil sie vor wenigen Jahren erst rund 40.000 Euro in einen teilweisen Umbau der Räumlichkeiten investiert hat. "Natürlich hat auch die Firma Adeg einen Teil davon bezahlt aber das andere waren Investitionen von mir", sagt Prax.

Drei Möglichkeiten

Für Bürgermeister Wilfried Pichler (AG) gäbe es drei mögliche Lösungsansätze. Einer wäre die Aushandlung eines neuen, genaueren Pachtvertrages mit den jetzigen Vermietern. Die anderen beiden Möglichkeiten wären entweder der Ankauf des Gebäudes in dem sich der Adeg Markt derzeit befindet oder der Ankauf eines anderen Gebäudes, dem sogenannte Kohl-Haus, ebenfalls am Marktplatz. "Wir sind bemüht eine Lösung zu finden und wollen den Adeg Markt mit seiner jetzigen Pächtern behalten. Denn sowohl Adeg als auch die Gemeinde ist sehr zufrieden mit der Führung des Geschäftes", sagt Pichler.

Antrag eingereicht

Auch ein Antrag der von der SPÖ eingebracht wurde, würde vorsehen, das Kohl-Haus, das zum Verkauf steht für die Gemeinde zu erwerben. "Diesen Vorschlag haben wir schon länger eingebracht unter Berücksichtigung, dass im oberen Stock dieses Gebäudes der Kindergarten aus-  und eine Nachmittags- und Kleinkindbetreuung eingebaut werden könnte", sagt Vizebürgermeister Dietmar Bauer (SPÖ). Das Erdgeschoss könne für den Nahversorger adaptiert werden. Mittlerweile werden auch Unterschriften für den Erhalt des Adeg Marktes gesammelt und auch die Politik ist sich einig: "Der Adeg Markt muss in Sachsenburg erhalten bleiben."

Zur Sache

  • Seit die Bewohner von Sachsenburg denken können gab es im Ort ein Geschäft. Geführt wurde es lange Zeit von der Familie Reichart. Dieser gehört auch nach wie vor das Gebäude in dem der heutige Adeg Markt situiert ist. 
  • Nachdem die Familie Reichart 2011 in Ruhestand ging, wurde der Adeg Markt von Renate Prax übernommen. 
  • Besondere Unterstützung von Seiten der Gemeinde benötigt Prax vor allem nun, da der Pachtvertrag von Familie Reichart gekündigt wurde. 
  • Bürgermeister Wilfried Pichler fasst dabei drei mögliche Lösungen ins Auge: 
  • Die erste würde eine Neuauflage des Pachtvertrages mit der Festlegung genauer Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter beinhalten. 
  • Die zweite wäre der Ankauf des jetzigen Adeg-Gebäudes. 
  • Die dritte Variante ist der Ankauf eines ebenfalls am Marktplatz befindlichen Hauses. "Hierzu haben wir uns schon ein Vorkaufsrecht gesichert. Allerdings muss die Entscheidung nun möglichst bald fallen", sagt Pichler. Der Kaufpreis für dieses Gebäude, sagt sogenannte Kohl-Haus, würde sich auf rund 140.000 Euro belaufen. Allerdings müssten noch einige Adaptierungen und eine Erweiterung des, derzeit noch zu kleinen, Geschäftslokales stattfinden und das alles bis Ende der Kündigungsfrist per 31. März 2018.
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