02.09.2014, 17:00 Uhr

"Wir müssen die Natur nachhaltig schützen"

Alexander Ammon wurde einstimmig zum neuen Bezirksleiter der Bergwacht gewählt

Alexander Ammon aus Stall ist neuer Bezirksleiter der Bergwacht.

STALL. Als Nachfolger von Franz Terkl, der 44 Jahre die Geschicke der Bergwacht im Bezirk Spittal geleitet hatte und kürzlich mit 74 verstarb, wurde Alexander Ammon zum neuen Bezirksleiter gewählt. Der 69-Jährige, bisher Vertreter der Einsatzleiter im Landesvorstand, nimmt weiter seine Aufgaben als Ausbildungsreferent und Angehöriger der Soko, die u.a. Schwammerlsucher kontrolliert, wahr.
Der pensionierte Amtsleiter der Post in seinem Heimatort Stall, der erst vor zehn Jahren zur Bergwacht gestoßen war und nach nur wenigen Monaten schon Verantwortung als Einsatzleiter übernahm, sieht in seinem fortgeschrittenen Alter kein Handicap für sein Ehrenamt. "Voraussetzung ist, dass ich geistig und körperlich fit bin", sagt Ammon.
"Ich will auf keinen Fall das Rad neu erfinden", befindet der Bergwachtler, doch hat er sich zwei Ziele gesteckt: Zum einen will er seine Behörde in der Bevölkerung bekannter machen und für mehr Nachwuchs sorgen, zum anderen dazu beitragen, dass der Naturschutz noch stärker als bisher beachtet wird.
"Die Bergwacht wird noch immer falsch eingeschätzt und häufig mit der Bergrettung verwechselt", erklärt der engagierte Bezirksleiter. Es handelt sich bei ihr nicht um einen Verein, sondern um eine vom Land bestellte Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie sorgt, auch vorbeugend, dafür, dass die Naturschutzgesetze eingehalten, Verstöße wie wahllos entsorgter Müll oder gar Autowracks geahndet werden. Mithin will Ammon weiterhin einvernehmlich mit den Gemeinden, der Polizei, der Bezirkshauptmannschaft sowie den Jägern und Soldaten des Jägerbataillons 26 zusammenarbeiten.

Umweltbewusstsein ist gestiegen

Dabei ist dem passionierten Naturfreund aufgefallen, wie er berichtet, dass das Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutz stetig gestiegen sei: "Früher haben die Sommerfrischler wahllos Blumen gepflückt, heute werden sie fotografiert." Bergsteiger seien heute bestens qualifiziert. Sie gehörten häufig einem Alpenverein an und wüssten, was sein darf und was nicht. "Besonders Kinder verfügen über ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein", stellt Ammon dankbar fest.
Gleichwohl reiche es nicht aus, nur Tiere oder Pflanzen zu schützen. "Es geht um einen nachhaltigen Schutz, der den gesamten Lebensraum mit einbezieht", betont der Bergwachtler: "Wir müssen uns immer wieder vergegenwärtigen, dass Natur uns nur geliehen wird." Als positive Beispiele führt er die einheimischen Stämme in Afrika und Südamerika an, die die Landschaft nicht ausbeuten oder gar zerstören, sondern pfleglich mit ihr umgehen.
Probleme bereitet Ammon auch der Nachwuchs: "Der könnte besser sein." Jeder ab 18, dem der Schutz von Natur und Umwelt ein Anliegen ist, könne sich in der Bergwacht engagieren. Ansprechpartner ist entweder Ammon (Telefon: 0664 - 9718882) oder jede Gemeinde.

Zur Sache:

Aufgabe des Bezirksleiters ist vor allem die Koordidation der zehn Einsatzstellen und ihrer 115 Bergwächter im Bezirk Spittal.

Der Bezirksleiter nimmt 50 bis 70 Termine einschließlich Vorstandssitzungen im Jahr wahr.

Die Aufgaben der Bergwacht werden offiziell wie folgt beschrieben: "Der Kärntner Bergwacht obliegt im Rahmen ihres jeweiligen Wirkungsbereichs die Unterstützung der Behörden in Angelegenheiten des Umweltschutzes."
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