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Raubwürger brütet in der Region

Raubwürger brütet in der Region.
  • Raubwürger brütet in der Region.
  • Foto: Thomas Hochebner
  • hochgeladen von Katharina Gollner

Der Raubwürger (Lanius excubitor), ein amselgroßer Vogel mit schwarzer Augenbinde auf hellem Kopf, ist einer der seltensten Brutvögel Österreichs. Jüngste Zählungen von BirdLife Österreich bestätigen mit 20 Brutpaaren den besten Brutbestand seit 2009. Der Raubwürger gilt als hochgradig gefährdet, brütet nur noch im nördlichen Niederösterreich im Waldviertel und Weinviertel und benötigt eine strukturreiche Landschaft.

ZENTRALRAUM/NÖ (pa). Gerade zur Brutzeit stellt der Singvogel hohe Ansprüche an eine reichgegliederte, halboffene bis offene Kulturlandschaft mit einem großen Angebot an Insekten und kleinen Wirbeltieren, die er als Beute in Zweiggabeln einklemmt oder auf Dornen aufspießt. „Gibt es zu wenig Feldgehölz-, Baum- und Heckenstrukturen mit guter Übersicht und zu wenig Nahrungsflächen wie Wiesen, Brachen und Sukzessionsflächen sowie alle Arten von Feldrainen und Landschaftselementen, ist kein Platz mehr für einen Vogel wie den Raubwürger!“, erläutert der Projektleiter des Raubwürger-Artenschutzprojektmoduls Leopold Sachslehner von der Forschungsgemeinschaft Wilhelminenberg.

2020 beobachtet BirdLife Österreich mit 20 Brutpaaren den besten Brutbestand seit 2009 – jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau als früher. Dieses Bestandshoch ist unter anderem auf die gute Nahrungsverfügbarkeit von Mäusen und den vergangenen milden Winter zurückzuführen. Auf Grund der geringen Größe der Raubwürger-Population, bleibt die weitere Entwicklung dennoch ungewiss. In allen anderen Regionen Österreichs sind die Vorkommen spätestens in den 1970er Jahren erloschen. „Für das Überleben des Raubwürgers ist es unter anderem auch wichtig in der künftigen Programmperiode der Ländlichen Entwicklung weiterhin ein geeignetes Maßnahmenpaket zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensräumen für den Raubwürger anzubieten“, so Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.

Schutzmaßnahmen lohnen sich

Der Erhalt vielfältigster Landschaftselemente und extensiver Wiesen ist eine Grundvoraussetzung für das Überleben des Raubwürgers. Durch den gezielten Einsatz von Fördermaßnahmen im Rahmen der Ländlichen Entwicklung wie beispielsweise die Anlage von Biodiversitätsflächen und Ackerbrachen wurde ein erster wichtiger Schritt gesetzt, um Lebensräume des Raubwürgers zu verbessern und wiederherzustellen und die Art zu erhalten. „Wir sind uns der großen Verantwortung bewusst, dem Raubwürger hier in unserem Naturland Niederösterreich, dem einzigen Brutvorkommen Österreichs, unter die Schwingen zu greifen. Deshalb werden in Zusammenarbeit mit BirdLife Österreich im Rahmen des Projekts "Schutz gefährdeter Vogelarten in Niederösterreich 2018-2020" zahlreiche Maßnahmen zum Schutz des Raubwürgers umgesetzt.“ betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Derzeit gelten die Bemühungen von BirdLife Österreich und dem Land Niederösterreich besonders der Anlage von Landschaftselementen. So wurden an Raubwürger-Brutplätzen im Waldviertel in Zusammenarbeit mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern zusätzliche Brachflächen angelegt, Obstbäume gepflanzt und auch an mehreren Straßenabschnitten im Wald- und Weinviertel Straßen- und Alleebäume nachgepflanzt, sowie eine Raubwürger-gerechte Rain-und Heckenpflege angeregt. Weitere interessierte Betriebe für Maßnahmen im Raubwürgerschutz im nördlichen Waldviertel und Weinviertel werden noch gesucht!

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