Frequency-Festival spaltet die Gemüter

Der Tag danach: Die Aufräumarbeiten am Festivalgelände laufen auf Hochtouren und werden wohl noch einige Tage andauern.
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  • hochgeladen von Petra Weichhart

ST. PÖLTEN (pw/nf). Es kehrt wieder Ruhe ein in der Landeshauptstadt. Das Frequency 2018 ist Geschichte. Für viele war es die Party des Jahres. Doch auch negative Stimmen machen sich breit.

"Hat alles gepasst"

Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler zieht eine positive Bilanz: "Es hat alles gepasst. Es war ein ruhiges Festival, die Besucher waren äußerst friedlich, es gab kein Aggressionspotenzial. Was die Flächen und Verkehrswege angeht, wurden heuer aufgrund des Besucherrekords die Kapazitätsgrenzen erreicht. Mehr geht nicht mehr, sonst wird es zum Sicherheitsrisiko." Vor allem hinsichtlich der Flächen zwischen den Bühnen gab es die ein oder andere brenzlige Situation. Laut einer Festivalbesucherin kam es am Samstag zwischen 22 und 23 Uhr auf dem Weg zwischen der Green-Stage und der Space-Stage im Bereich der Absperrzäune und Wave-Breaker zu einem Menschenkessel.

Gegen den Zaun gedrückt

Von beiden Seiten rückten die Menschen nach, nichts ging mehr. Der Druck gegen die Zäune wurde immer stärker. "Die Security stand direkt hinter den Zäunen und hat nichts unternommen. Wir sind dann nach 30 Minuten in Panik über den Zaun geklettert, weil wir nicht mehr konnten. Die Menschen schoben immer mehr. Wir haben uns beim Rüberklettern an Händen und Beinen verletzt und mussten versorgt werden. Die Security hätte die Zäune öffnen müssen. Aber die wussten mit der Situation nicht umzugehen. Das gehört verbessert", erzählt die 28-Jährige. Samstagnacht wurde außerdem ein nackter Mann mit blutender Kopfwunde auf dem Weg zum Campingplatz gesichtet. Er spazierte seelenruhig an den Securities vorbei. "Er hat eh ein Band", so der Ordner.

"Gesittete Besucher"

Auch das Rote Kreuz war während des gesamten Festivals vor Ort und versorgte bis einschließlich Sonntag kurz vor Mitternacht 2.658 Personen – die meisten mit Schnittwunden, Abschürfungen, Hitzebeschwerden und Insektenstichen. 84 Patienten mussten ins Universitätsklinikum transportiert werden. „Die Besucher sind sehr gesittet und bringen ihre gute Stimmung auch zu uns in das Versorgungszelt mit“, berichtet Clemens Hager, Sanitäter im Hauptstützpunkt des Roten Kreuzes. Weniger gesittet war das Verhalten der "Frequencler" dagegen in den Augen der unmittelbaren Anrainerschaft. Lärm bei Auf- und Abbauarbeiten sowie konfus durch die Vorgärten irrende Festival-Campierer sorgten, wie auch in den Vorjahren, für Ärger.

Petition und Brief

Seitens der Bewohnerschaft der Christian-Artl-Gasse ist daher bereits ein gemeinsamer Brief an den Bürgermeister verfasst worden. Auch eine Online-Petition soll gestartet werden.

Der Tag danach: Die Aufräumarbeiten am Festivalgelände laufen auf Hochtouren und werden wohl noch einige Tage andauern.
Das Rote Kreuz war vor Ort stationiert.

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