02.06.2017, 17:57 Uhr

Das lenkt in St. Pölten die Fahrer ab

Telefonieren, SMSen, essen und trinken: Was die St. Pöltner Fahrer alles hinter dem Steuer machen.

ST. PÖLTEN. 180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp liest.
Ablenkung am Steuer – z.B. durch Telefonieren, Nachrichtenschreiben sowie Essen und Trinken – ist der Grund für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Niederösterreich. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol – so wiederum der Verkehrsclub Österreich.

Telefonieren und SMSen

Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSen am Steuer in den Köpfen vieler ein „Kavaliersdelikt“: Täglich werden in Niederösterreich 60 Lenker von der Polizei ertappt.
Die Dunkelziffer ist freilich viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2 500. Fahrer erwischt wird. Wenn, dann sind allerdings 50 Euro fällig.
Die BEZIRKSBLÄTTER haben sich im Bezirk St. Pölten umgehört, ob sich die Autofahrer der Gefahr bewusst seien. "Ganz ehrlich: Ja. Ich telefoniere oft ohne Freisprecheinrichtung", erklärt ein Passant in der Tiefgarage am Rathausplatz. "Dabei braucht man bei den modernen Autos gar nicht daran denken", kritisiert Rudolf Petrak.
"Bei meinem Auto entsteht automatisch eine Verbindung vom Handy zur Freisprecheinrichtung. Somit kommt man gar nicht auf die Idee, ohne diese zu telefonieren", fügt er hinzu. "Ich telefonier generell sehr ungern, während ich fahre. Und wenn, dann nur per Freisprecheinrichtung", erklärt Martina Schmidt. "Ich esse und trinke manchmal beim Fahren", überlegt Florian Mayr.
"Auf das Trinken vergesse ich beim Fahren sowieso. Und ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren geht bei den modernen Autos fast nicht, weil eine automatische Verbindung entsteht", so die St. Pöltnerin Manuela Resel. "Bei den Freisprecheinrichtungen gibt es eine gesetzliche Regelung. Aber auch sonst ist alles zu unterlassen, was die Aufmerksamkeit beim Lenken eines Fahrzeugs mindert", so Raimund Schwaigerlehner von der Landespolizeidirektion Niederösterreich.
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