40 Jahre Biolandhaus Arche
Ilmar Tessmann über Pionierarbeit und Visionen

Grüne Haube mit Peter Ambrozy und Valentin Deutschmann. Vier Jahrzehnte später steht das Haus noch immer für Mut und Nachhaltigkeit | Foto: Privat
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  • Grüne Haube mit Peter Ambrozy und Valentin Deutschmann. Vier Jahrzehnte später steht das Haus noch immer für Mut und Nachhaltigkeit
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  • hochgeladen von Katja Pagitz

Das Biolandhaus Arche feiert sein 40-jähriges Bestehen – und Inhaber Ilmar Tessmann blickt auf vier Jahrzehnte zurück, die nicht nur regionale Hotelleriegeschichte geschrieben haben, sondern auch österreichische Umweltgeschichte. Ein Gespräch über Pionierarbeit, Menschen, Visionen und Projekte, die so unkonventionell sind wie inspirierend.

EBERSTEIN. „Wir waren das erste Bio-Hotel Österreichs“: Wenn Tessmann über die Anfänge spricht, schwingt Respekt vor dem Lebenswerk seiner Eltern mit. „Wenn ich auf 40 Jahre Biolandhaus Arche zurückblicke, sehe ich vor allem eines: Pionierarbeit, die von meinen Eltern Rosalinde Tessmann und Ilmar Tessmann sen. getragen wurde.“
Die Arche war das erste Bio-Hotel Österreichs, das erste echte Öko-Hotel – und das erste Hotel, das das Österreichische Umweltzeichen U01 erhielt. „Das war ein Meilenstein“, erinnert sich Tessmann, „der uns früh bestätigt hat, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Weitere Highlights folgten: die „Grüne Haube“ für die vegetarisch-vegane Vollwertküche sowie zahlreiche Umweltpreise – darunter siebenmal Green Brands Austria.

Begegnungen, die bleiben

Menschen, die das Haus geprägt haben: „Das sind einerseits die vielen Stammgäste und Familien, die uns seit Jahrzehnten begleiten. Menschen, die hier Kraft tanken, diskutieren, lachen, entschleunigen und sich zu Hause fühlen.“ Daneben gab es inspirierende Persönlichkeiten – von den Eigentümern von Fischer Ski über die Familie Zotter bis zu Johanna Paungger-Poppe oder Baldur Preiml. Und dann ist da noch eine Begegnung, die für Tessmann persönlich wichtig wurde: „Anna Grant, geborene Eberstein, ist für mich ein Beispiel dafür, dass man an Dinge glauben sollte, die zunächst unmöglich erscheinen. Sie hat mir gezeigt, dass Beharrlichkeit und Vertrauen in die eigene Idee Berge versetzen können.“

Familie als starker Kern

„Am Ende zählt aber weniger die einzelne Auszeichnung als vielmehr, dass wir seit 40 Jahren bestehen dürfen – und jeden Tag das tun können, was wir gerne tun“, so Tessmann. Der Erfolg des Hauses ist heute Familienleistung: Partnerin Sabine Franke, Sohn Niklas Ilmar und Bruder Noe bringen sich aktiv ein. „Schön, dass ich daneben sogar meinem Hobby, dem Kabarett und dem Fasching, erfolgreich nachgehen kann“, lächelt der Bio-Hotelier.

Die nächsten Schritte in die Zukunft

Die Arche bleibt nicht stehen – im Gegenteil. Für die kommenden Jahre hat Tessmann genaue Vorstellungen: „Wir wollen das stärken, was die Arche seit Jahrzehnten ausmacht: Natur, Ruhe, regionale Wertschöpfung und gesunde Vollwertküche.“
Geplant sind: mehr Seminare und Gesundheitsangebote, eine stärkere Nutzung der Natur rund um die Saualpe – inklusive Neugestaltungen im Außenraum, die Weiterentwicklung der vegetarischen und veganen Küche sowie kulturelle Projekte, die Eberstein und das historische Noricum sichtbarer machen sollen. „Die Arche hat ihre Wurzeln – aber auch eine klare Zukunft“, betont Tessmann.

Zum neuen Tourismusgesetz: „Mitreden, wenn’s wichtig wird“

Das neue Tourismusgesetz sieht Tessmann differenziert: „Es ist komplex, und genau deshalb ist es wichtig, sich einzubringen.“ Er selbst hat acht Verbesserungsvorschläge beim Verfassungsdienst eingebracht. Sein Ziel: "Kollegen zu motivieren, aktiv mitzuwirken. „Ziel muss sein, dass die Reform praxisnah, fair und regional sinnvoll gestaltet wird.“ Vor allem im Bereich Wanderwege brauche es Verbesserungen. Nachhaltige, familiengeführte Betriebe bräuchten zudem Rahmenbedingungen, „die ihre Besonderheiten berücksichtigen“. Insgesamt sieht Tessmann das Gesetz „als Herausforderung, aber auch als Chance, die Weichen für die nächsten Jahre richtig zu stellen.“

Projekt Anna Eberstein

„Gemeinsam mit der Marktgemeinde Eberstein wollen wir den Platz rund um die Statue von Anna Grant, geborene Eberstein, gestalterisch weiterentwickeln.“ Mit einem hochwertigen Konzept dafür wurde Designer Erwin Klinzer beauftragt. „Ziel ist, Anna Grant – international tätig und durch Ehemann Hugh Grant weltweit bekannt – noch sichtbarer zu machen. Wir werden versuchen, im Jahr 2026 mit der Umsetzung zu beginnen.“

Asterix und Obelix im Noricum?

Zu den kreativsten Visionen zählt die Idee eines Asterix-Bandes im historischen Noricum: „Das ist eines meiner kreativen Projekte – nennen wir es eine ‚Spinnerei‘ im positiven Sinn“, lacht Tessmann une erzählt, dass er an einem Konzept arbeitet. „Ich möchte die französischen Autoren dafür gewinnen, einen Asterix-Band im historischen Noricum spielen zu lassen.“ Themen sollen u.a. die Noriker-Pferde, die Schmiedekunst der Region, die Saualpe mit Edelsteinen und Kraftquellen oder das römische Virunum sein – gewürzt mit Kärntner Humor. „Ob es gelingt? Man weiß es nie. Aber ohne mutige Ideen hätte es die Arche vielleicht nie gegeben – und daher probiere ich es einfach.“

Grüne Haube mit Peter Ambrozy und Valentin Deutschmann. Vier Jahrzehnte später steht das Haus noch immer für Mut und Nachhaltigkeit | Foto: Privat
Hollywood zu Gast: Anna und Hugh Grant zu Besuch in Eberstein | Foto: Privat
Hier mit Josef Pröll beim Umweltzeichen | Foto: Privat
Fasching liegt Ilmar Tessmann sehr am Herzen. | Foto: Privat
Mit Kärntner Landesregierung das einzige Bild wo eine Quellennachweis notwendig ist, aber das Bild zeigt auch, da war die ganze damalige LR vertreten

Dann beim Trigos Kärnten oder ein Bild von Narrisch Guat beim Fasching
 | Foto: LPD
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