"Nicht nur wir Perchten tragen Verantwortung!"

Der Perchtenlauf in Guttaring findet heuer am 7. Dezember statt. In St. Veit treiben die Perchten einen Tag vorher ihr Unwesen
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ST. VEIT (stp). Die Perchten sind derzeit wieder in aller Munde. Aber warum kommt es überhaupt zu Ausschreitungen bei Perchtenläufen? Wie können Vereine so etwas von Grund auf unterbinden? Und: Wie weit geht eigentlich Brauchtum? Die WOCHE hat zwei Obmänner von St. Veiter Perchtengruppen um ihre Meinung gefragt.

Begleitpersonen sind wichtig

Christian Gedermann von den Sauzipf Teifl Zeltschach sieht die Verantwortung bei den einzelnen Gruppen, aber auch bei den Zusehern. "Unter der Perchtenmaske haben die Läufer nur ein eingeschränktes Sichtfeld. Deshalb ist es wichtig, viele Begleitpersonen in der Gruppe zu haben."

Sie sollen auf die Perchten achtgeben, aber auch dafür sorgen, dass sich die Zuseher den Perchten gegenüber angemessen verhalten. "Die Begleitpersonen haben eine große Verantwortung", so Gedermann. Denn oft seien kleinere Ausschreitungen dem geschuldet, dass Zuseher Pöller schießen, mit Bierflaschen werfen und auf den Masken herumreißen.

"Zuseher werden immer unverschämter"

Das sieht auch Alexander Pirolt von den Guttaringer Hochofenteufel ähnlich: "Natürlich muss man als Percht in die Nähe der Zuseher gehen. Sonst gleicht der Umzug schnell einem Trauermarsch. Viele werden aber immer unverschämter und es wird jedes Jahr schlimmer. Die Masken sitzen bei uns so fest am Kopf, dass es sogar zu schweren Verletzungen kommen kann, wenn Zuseher darauf herumreißen."

Aber auch die einzelnen Gruppen tragen in gewissen Bereichen selbst Verantwortung. Wie etwa beim Thema Alkohol, wie Pirolt aus Veranstalter-Sicht anmerkt: "Wenn ein Bier getrunken wird, ist das kein Problem. Wenn Gruppen aber vor dem Lauf schon dicht sind, ist das ein Problem. Da ist auch der Obmann in der Pflicht, seine Gruppe im Griff zu haben." Gedermann ergänzt: "Der Obmann ist auch dafür zuständig, dass die Gruppenmitglieder sich nach dem Lauf umziehen und nicht danach noch für Unruhen sorgen." Als Veranstalter könne man dagegen hingegen nur wenig unternehmen. "Wir können nicht 23 Gruppen ständig im Blick haben. Das fällt unter die Eigenverantwortung der jeweiligen Obmänner", fügt Pirolt hinzu.

Wie weit geht Brauchtum?

Nicht nur Ausschreitungen, sondern auch die Frage, wie weit Brauchtum eigentlich geht und wo die Grenze ist, wird aktuell immer wieder diskutiert. "Es gibt Gruppen, die mit Masken auftreten, die schon fast Hollywoodreif sind", so Gedermann. Das gehöre für ihn nicht mehr dazu.

Für Pirolt fange diese Diskussion aber schon beim Wesentlichen an: "Die meisten kennen den Unterschied zwischen Percht und Krampus nicht. Viele Gruppen verwenden heutzutage auch schon Latex-Ruten. Das hat mit Brauchtum auch nichts mehr zu tun." Deshalb gebe es beim Guttaringer Lauf auch ein Latex-Verbot. "Will sich jemand nicht daran halten, wird er von uns vom Lauf ausgeschlossen und kann die Masken herunternehmen", betont Pirolt.

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