"Benötigt werden Lösungen"

WOCHE-Redakteur Peter Pugganig sprach mit dem Gurker Bürgermeister Siegfried Kampl
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WOCHE: Wie geht es jemandem, der so lange Verantwortung in der Politik trägt, davon 22 Jahre als Bürgermeister?
Kampl: Gott sei Dank geht es mir vor allem gesundheitlich recht gut und ich kann in der restlichen Legislaturperiode für die Gemeinde entsprechend da sein. 2015 werde ich dann mein Amt in jüngere Hände legen.
Was hat Sie seinerzeit bewogen Politiker zu werden?
Durch meine vielen Aktivitäten, unter anderem in Landjugend, Bauernverband und später als Kammerrat und Molkereiobmann ist man wohl auf mich aufmerksam geworden. Ich sehe mich als Mann der Gerechtigkeit und politische Ämter waren für mich in erster Linie eine Möglichkeit, Schwächeren zu helfen.
Wie schafft man es, als Bürgermeister vier Mal gewählt zu werden?
Ich nehme halt an, dass die Menschen schätzen, dass ich glaubwürdig, objektiv und ein guter Demokrat bin.
Was waren die Höhepunkte Ihrer politischen Laufbahn? Persönlich zählen die langjährige Zugehörigkeit zum Kärntner Landtag und meine Arbeit als Bundesrat dazu. Was Gurk betrifft, waren das z.B. die Privataudienzen mit dem Heiligen Stuhl oder die Feier "700 Jahr Marktgemeinde Gurk". Auch auf den aktiven Wohnungsbau und auf unser Gymnasium bin ich wirklich sehr stolz.
Was war für Sie am schlimms-ten?
Die Enttäuschung darüber, dass meine politische Aussage im Parlament von den eigenen Leuten sehr, sehr in Frage gestellt wurde. Ausgangspunkt war der vorliegende Antrag von SPÖ und Grüne anlässlich 50 Jahre Staatsvertrag und 60 Jahre Zweite Republik, die noch lebenden Deserteure auszuzeichnen und eine Pensionsnachzahlung an sie zu leisten. (Anm. der Redaktion: Siegfried Kampl nimmt Bezug auf eine Aussage während seiner Rede im April 2005, dass Wehrmachtsdeserteure "zum Teil Kameradenmörder" waren. Er sagt, dass er dafür Beweise gebracht hat).
Die Herausforderungen für 2013 in Gurk?
Der Erhalt der ausgezeichneten Infrastruktur und der Ausbau von Qualitätswohnungen. Im Mittelpunkt steht hier das betreute Wohnen. Wir wollen Volksschule und Kindergarten in Pisweg erhalten und wichtig ist auch der Radweg- und Straßenausbau.
Wie beurteilen Sie die Landespolitik und den laufenden Auszug der FPK aus dem Landtag?
Die Politiker müssen wieder miteinander reden und auch gemeinsam Verantwortung tragen. Die Bevölkerung erwartet Lösungen und nicht Streit. Ich heiße den Auszug nicht gut und zwar deshalb, weil die FPK ohnehin gute Landespolitik macht und jederzeit für eine Wahl gerüstet ist.

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