11.07.2017, 12:00 Uhr

Martin Hoi: "Meine Kinder fragen mich, ob ich das Haus auch heben kann" - MIT VIDEO!

Martin Hoi ist seit über 20 Jahren Kraftsportler. In seinem Garten züchtet er Geflügel und hat zahlreiche Obstbäume

Martin Hoi aus Goggerwenig wiegt 170 Kilo, ist Strongman, Kleintierzüchter und Obstbaumwart. Im Gespräch im Park gibt er einen Einblick in sein Leben und verrät, worauf man sich nächsten Samstag (15. Juli) freuen darf.

WOCHE: Wie hat Ihre Karriere als Kraftsportler begonnen?
MARTIN HOI: Ich habe schon als Kind viele Sportarten ausprobiert: Fußball, Leichtathletik, Basketball, Football, Squash und mehr. Ich war auch immer gleichzeitig in mehreren Vereinen. Dann habe ich mich aber entschlossen, eine Einzelsportart auszuüben, und bin so im Fitnessstudio gelandet. Da war ich schnell einer der Kräftigsten. 1995 haben ein Kollege und ich dann an einem Samstag die Schule geschwänzt, um mit dem Auto meiner Mutter zu meinem ersten Kraftsport-Bewerb zu fahren. Dort bin ich auf Anhieb Kärntner Meister im Bankdrücken geworden. Ein Jahr später kam der Einstieg in den Strongman-Sport.

Was macht die Faszination an dieser Sportart aus?
Wenn man körperlich einmal auf dieser Schiene ist, kommt man schwer wieder raus. Die Trainingseinheiten sind auch nicht immer lustig. Man muss sich selbst immer aufs Neue motivieren und vor allem im Kopf stark bleiben. Das ist nach 22 Jahren schwieriger als jeder Weltrekordversuch. Wenn ich zu einer Veranstaltung gehe, habe ich den Bewerb oder den Rekordversuch mental schon im Vorhinein positiv abgeschlossen. Mit meinen 42 Jahren sollte ich mir aber eigentlich überlegen, ob ich nicht Golf spielen sollte. Aber ich habe noch so viel Potenzial. Es wäre schade, aufzuhören.

Wie gefährlich ist der Sport, im Speziellen die Rekordversuche?
Die Gewichte, die ich ziehe oder hebe, sind unkontrollierbar. Das 160 Tonnen schwere Schiff, das ich gezogen habe, ist ein gutes Beispiel. Wenn das Gewicht nach links oder rechts ausschwenkt, muss ich entweder schnell genug loslassen oder ich verletze mich schwer. So etwas kann man im Vorfeld trotz langer Planung nicht berechnen.

Wie kommen Sie auf die Ideen für die außergewöhnlichen Rekordversuche?
Die kommen eigentlich spontan im Gespräch mit den verschiedensten Leuten. Solche Dinge kann man sich nicht einfach ausdenken. Im Vorjahr habe ich zum Beispiel ein Pferd gehoben. Die Idee dafür kam aus einer slowenischen Sage. Oder: Dass jemand Flugzeuge beim Start zurückhält, habe ich einmal in einem Comic gesehen und dann einfach selbst ausprobiert. Bei vielen Dingen wird gesagt, dass ich das nie schaffe. Aber solche Aussagen motivieren: Sobald jemand zu mir sagt, ich schaffe das nicht, weiß ich, dass ich das durchziehe.

Sie sind neben dem Kraftsport sehr vielseitig ...
Meine Trainingseinheiten halte ich immer in der Nacht ab 23 Uhr ab. Aber nicht, weil es mir so gut gefällt, sondern weil ich davor einfach keine Zeit dafür habe. Ich züchte bei mir zu Hause Geflügel und habe letztes Jahr die Ausbildung zum Obstbaumwart gemacht. Da ich generell immer noch eines draufsetzen muss, habe ich auch gleich eine eigene Apfelsorte gezüchtet. Bei mir gibt es keine halben Sachen. Neben meinem Job als Krankenpfleger auf der Psychiatrie in Klagenfurt bin ich zudem noch bei der Bergwacht und bin als Familienvater auch für meine Frau und meine Kinder da. Für meine Kinder ist meine Sportart schon normal. Sie fragen mich immer, ob ich das Haus auch heben kann.



Auch als Veranstalter sind Sie aktiv. Am Samstag organisieren Sie in St. Veit die ersten Kärntner Meisterschaften im Lkw-Ziehen.
Genau, ich organisiere das Event quasi alleine und werde auch als Moderator durch das Programm am St. Veiter Hauptplatz führen. Es sind Sportler aus den unterschiedlichsten Sportarten dabei.

Warum sollte man sich das Event ansehen?
Für Zuseher wird es sicher unterhaltsam zu sehen, wie diese Menschen an ihre Grenzen gehen und die Lkws über 30 Meter ziehen werden. Daran sieht man, was ein Körper eigentlich bewegen kann. Besonders gespannt bin ich auf den St. Veiter "Ironman" Mario Kummer, der mit nur 73 kg Körpergewicht dabei sein wird.

Zur Person

Name: Martin Hoi
Alter: 42
Wohnort: Goggerwenig (Gmd. St. Georgen)
Beruf: Diplomierter Krankenpfleger (Psychiatrie Klagenfurt)
Hobbys: Familie, Kleintierzucht, Obstbäume, Imkerei, Bergwacht
Außergewöhnliche sportliche Leistungen:
• Halten von 2 Bungy-Springerinnen (Jauntalbrücke)
• Ziehen von Schiffen in verschiedenen Varianten
• Ziehen von Bussen, Straßenbahnen und Lokomotiven
• Halten von 2 Flugzeugen beim Start
• Ziehen von 60 Skifahrern und vieles mehr.

Veranstalter der Hoilympics (2013-2015) sowie diverser Meisterschaften im Bankdrücken und erstmals im Lkw-Ziehen (2017).
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Landesmeisterschaften im LKW-ziehen

Zum 1. Mal finden am kommenden Samstag, 15. Juli, die Kärntner Meisterschaften im Lkw-Ziehen statt.

Die Anmeldung startet ab 11 Uhr, der Bewerb beginnt schließlich um 12 Uhr und dauert maximal bis 14 Uhr.
Veranstaltet wird das Event am St. Veiter Hauptplatz von Strongman Martin Hoi.

Der Bewerb wird in zwei Gewichtsklassen abgehalten. Athleten über 100 Kilo Körpergewicht müssen einen 13 Tonnen schweren Lkw 30 Meter weit ziehen, Athleten unter 100 Kilo einen 7,5 Tonner.

Etwa 15 Sportler aus den unterschiedlichsten Sportarten haben sich angekündigt. Mit der Bodybuilderin Caroline Wang ist auch eine Frau dabei.
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