Kleine Blasen, große Wirkung im Klinikum
Seifenblasen vertreiben Angst und Schmerz bei Kindern
- Keine Angst mit Seifenblasen – DGKPin Gerlinde Klinser mit junger Patientin.
- Foto: OÖG
- hochgeladen von Patricia Gruber
Wenn Kinder im Krankenhaus behandelt werden, erleben sie oft Situationen, die ihnen Angst machen oder Schmerzen verursachen – zum Beispiel, wenn ihnen Blut abgenommen wird oder ein venöser Zugang gelegt werden muss.
KIRCHDORF, STEYR. Solche Eingriffe sind für viele Kinder sehr belastend. Angesichts dessen setzt das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum nun auf Seifenblasen, um die kleinen PatientInnen abzulenken und ihnen die Angst zu nehmen.
Angst vor Nadeln
Vor allem kleine Kinder haben oft große Angst vor Nadeln und Spritzen. Diese Angst kann dazu führen, dass sie den Schmerz noch stärker empfinden. Zwar wird häufig eine betäubende Creme verwendet, um den Schmerz zu lindern, aber diese hilft nicht gegen die Angst. Wenn Kinder Schmerzen und Angst erleben, kann das ihren Körper stark belasten. Es kann die Heilung verzögern und sich sogar negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Deshalb ist es wichtig, dass bei solchen Eingriffen nicht nur der Schmerz, sondern auch die Angst der Kinder ernst genommen und gezielt verringert wird – zum Beispiel durch Ablenkung, Seifenblasen sind dafür besonders gut geeignet. In erster Linie geht es zunächst einmal darum, Kindern Angst und Schmerzen zu nehmen und zu lindern. Das gezielte Erzeugen von Seifenblasen während einer Venenpunktion lenkt Kinder ab, reduziert ihre Angst und lindert den Schmerz.
Studien belegen den Erfolg
Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit hat sich die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Gerlinde Klinser vom Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf, mit Spezialisierung in der Kinder- und Jugendlichenpflege, intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich Angst und Schmerz bei Kindern während einer Venenpunktion wirksam lindern lassen. Die Antwort: Seifenblasen – eine einfache, spielerische und zugleich hochwirksame Methode.
Systematische Literaturrecherche
Die Arbeit von Gerlinde Klinser basiert auf einer systematischen Literaturrecherche und der Auswertung mehrerer internationaler Studien. Diese zeigen deutlich: Das gezielte Erzeugen von Seifenblasen während einer Venenpunktion lenkt Kinder ab, reduziert ihre Angst und lindert den Schmerz. Auch Eltern und medizinisches Fachpersonal berichten von einer spürbaren Entlastung.
„Kinder erleben medizinische Eingriffe oft als bedrohlich. Wenn wir es schaffen, ihnen durch etwas so Einfaches wie Seifenblasen ein Lächeln zu entlocken und ihre Angst zu lindern, dann haben wir viel erreicht.“ Klinser
Kleine Dinge bewirken oft Großes
Auch Walpurga Auinger, Pflegedirektorin des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums, begrüßt die Einführung: „Diese Maßnahme zeigt, wie viel Empathie und Innovationskraft in der Pflege stecken. Es sind oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken – besonders für unsere jüngsten Patienten. Ein Gewinn für Kinder, Eltern und Pflegepersonal.“
Einführung auf beiden Standorten
Die Einführung dieser Methode an beiden Standorten Kirchdorf und Steyr ist ein weiterer Schritt hin zu einer kindzentrierten Pflege, die eine Verbesserung für die jungen Patienten bedeutet. Zudem zeigt sie, wie wichtig es ist, auf die Bedürfnisse aller Patienten einzugehen, ganz gleich in welchem Alter – und wie viele bereits kleine Veränderungen bewirken können.
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