Luftschutzstollen aus dem 2. Weltkrieg im Kurpark Bad Hall

Friedrich Radner zeigt die Lage des einstigen Luftschutzstollens im Kurpark
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Die Recherchen für die im Juni beginnende Ausstellung im Museum Forum Hall über die Lazarettstadt laufen auf vollen Touren. Eine bisher wenig bekannte Tatsache waren die gegen Kriegsende neu errichteten Luftschutzstollen im Kurpark Bad Hall. Tausende Verwundete und viele Kranke aus dem umgesiedelten Linzer Krankenhaus benötigten nach Ansicht der Nazi-Behörden Schutzkeller. Der damals 10jährige Friedrich Radner, der am Rande des Kurparks beim Hadringer wohnte, konnte eindeutig die zwei rinnenartigen Vertiefungen am Abhang zum Sulzbach identifizieren. Für ihn knüpfen sich ganz konkrete Erinnerungen an die russischen Kriegsgefangenen, die diese Stollen unter Aufsicht errichten mussten. „Sie deuteten mir mit Gesten an, dass sie was zu essen wollen. So brachte ich ihnen öfter ein Stück Brot und sie gaben mir aus Holz geschnitztes Spielzeug“, erzählte Fritz Radner. Ausführlich schildert er die Zeitumstände, wo er sich enorm freute, dass er vom Russen ein kleines Flugzeug oder Auto, das sogar lackiert war, bekam. Der Tausch erfolgte ganz heimlich, weil der Aufseher sehr streng und unbarmherzig war. Ungefähr 12 bis 15 Männer arbeiteten je an den Stollen, die aber niemals fertig wurden. Denn begonnen wurde erst Ende 1944. Während der Wintermonate wurde gegraben und das Schuttmaterial im Bereich der Sulzbachau aufgeschüttet. Sogar der Weg in der Sulzbachau, heute ein sehr beliebter Spazierweg, wurde damals verbreitert. Nach Angaben der Gemeindechronik kam der Stollenbau aber im April 1945völlig zum Erliegen. Damals benötigten die NS-Behörden viel Holz für die Panzersperren. Kurzerhand wurden Stützpfeiler aus den Luftschutzstollen geholt und dafür verwendet. Der rüstige Zeitzeuge Radner berichtet auch, dass nach dem Einmarsch der Amerikaner am 5. Mai 1945 die Zwangsarbeiter wegkamen. In den Notzeiten nach Kriegsende haben sich viele am „schönen“ Holz in den Stollen bedient. So ist es verständlich, dass heute nur noch Rinnen vorhanden sind, die an die einstigen Luftschutzstollen erinnern.

Autor:

Katharina Ulbrich aus Steyr & Steyr Land

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