"Doppelt Gemoppelt" im Keller(theater)
"Körnerkraft", eine Sektionschefin, "Doppelt Gemoppelt" und etliche Grauzonen
- Im Keller(theater) wird seit dem 10.10. doppelt gemoppelt.
- Foto: Gabriele Grießenböck
- hochgeladen von Sabine Schletterer
Seit der ausverkauften Premiere am 10.10.26 werden im Kellertheater Dinge, "die ohne ersichtlichen Grund mehrfach vorhanden sind" zur Förderung des Allgemeinwohls beseitigt, in den Wahnsinn getrieben bzw. reif für die Insel gemacht. Wer braucht schon etwas doppelt, wenn der zweite Teil obsolet ist?
Mit "Doppelt Gemoppelt", der preisgekrönten, schwarzhumorigen und gesellschaftskritischen Komödie von Manfred Schild (Österreichischer Komödienpreis Porcia 2025), klärt das Kellertheater noch bis Jänner unzählige Grauzonen.
IBK. Was gibt es Schöneres, als am Morgen zu erwachen, sich auf einen Kaffee zu freuen und.....einen fremden Mann in seiner Küche anzutreffen? Josef (Johannes Schmid: seine vielseitige, mimische Ausdruckskraft würde fast jeglichen Text überflüssig machen und seine durch das Tragen eines Pyjamas noch verstärkte Hilflosigkeit möchte man fast umarmend heilen wollen) ist verwirrt. Vermutlich wirkt "Wodka Mäxchen" doch noch mehr nach, als gedacht? Jedenfalls fehlen ihm als Werbetexter ("Sicher gut und gar nicht teuer ist die Wurst vom Ledermaier") bald die Worte. Denn Jan Schlegel (Philipp Walser: Keine Sekunde würde man daran zweifeln wollen, dass er für das steht, was man ein markantes, von sich selbst überzeugtes Mannsbild nennt. Und auch wenn er "einen durch und durch humorlosen Menschen verkörpert", weiß er mit präzisem Schauspielhandwerk den Scherz punktgenau, trocken und zynisch an den Mann und auch die Frau zu bringen) will die Wohnung sein Eigen nennen und Josefs Margit idealweise auch. Aber an Margit (Madeleine Steinwender: perfekt im Personifizieren der treuen, unschuldigen Ehefrau, bei der es sich aber noch lange nicht "ausgeschlegelt" hat.) darf nur Josef schnüffeln, oder?
- Foto: Gabriele Grießenböck
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Aber: "Holen wir mal tief Luft" und vielleicht "sollten wir darüber reden". Das meint auch die Nachbarin (Bernadette Heidegger: virtuos im Rollenspiel, herrlich wandelbar in zur Schau gestellter Emotionen, Befindlichkeiten und rigoros im Verkörpern dessen, was die Menschheit zum Überleben zu brauchen scheint.) mit den vielen Namen, die eigentlich lieber oder tatsächlich eine Sektionschefin ist.
Irgendwie "ist hier niemand der, der er zu sein scheint", die Welt nur mehr ein Modell mit dem Titel "Doppelt Gemoppelt 2.0", jeder austauschbar bzw. überflüssig und mitunter bereit für Sun Paradiso. Denn "wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gegangen".
- Foto: Gabriele Grießenböck
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Unter der erfahrenen Regiehand von Manfred Schild (Regieassistenz: Judith Knoll) brilliert eine hervorragende Besetzung in einem schwebend anmutenden, passend quietschbunten Bühnenbild (Philipp Walser; Assistenz: Anna Holzhammer), in Wort, Spiel, Gestik, Dramatik und Komödiantik. Die Kostüme (Salha Fraidl) runden das Gesamtbild stimmig ab, harmonieren genauso großartig, wie "Weißwein und Muscheln" zusammenpassen.
Termine: Oktober: 14.- 17., 21.-24., 27.-29.; November: 04.-07., 11.-14., 18.-21.; Dezember: 02.-05., 09.-12., 16.-19, 28.-30.; Silvestervorstellung: 31.12.2026
Jänner: 04.-06., 08.-09.; Beginn jeweils 20 Uhr.
Reservierung: www.kellertheater.at
Besetzung:
Jan: Philipp Walser
Josef: Johannes Schmid
Margit: Madeleine Steinwender
Frau Löffler: Bernadette Heidegger
Regie: Manfred Schild
Bühne: Philipp Walser
Kostüm: Salha Fraidl
Regieassistenz: Judith Knoll
Bühnenbau: Robert Simmerle
Technik: Immanuel Cadet
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