19.01.2018, 11:47 Uhr

Im Keller "wartet" man "auf Godot"

(Foto: Kellertheater)

Das Innsbrucker Kellertheater zeigt seit der Premiere am 18.1. mit "Warten auf Godot" von Samuel Beckett ein Stück Weltliteratur.

IBK (bine). "Wir alle werden verrückt geboren, manche bleiben es." Sind die oftmals clownesk wirkenden Landstreicher Wladimir (Elmar Drexel) und Estragon (Helmuth A. Häusler) folglich auf Grund der Tatsache, dass sie sich tagtäglich am selben "lauschigen Plätzchen" treffen, um auf Godot zu warten, nur verrückt geboren oder doch verrückt geblieben? Und wer ist eigentlich dieser Godot? Ist Godot der Schaffner des Lebens, der seine Glücks-Kelle nur "in aller Ruhe" - "with calm" schwenken wird und das nur, wenn man "Herr seiner Gefühle ist"? Und wann ist man das schon? Emotionen sind da, um auszubrechen und gelebt zu werden, wie Michael Walde-Berger als Pozzo und Lucas Zolgar als sein Knecht Lucky eindrucksvoll und schockierend zeigen. Gefühlsgeladen wird es vor allem dann, wenn man seine Existenz hinterfragen muss und dabei immerzu zu warten hat. Wiederholungen wiederum haben mit Gewohnheit zu tun, und "die Gewohnheit ist ein mächtiges Beruhigungsmittel". Ist man mit "Beruhigungsmittel" also doch "Herr seiner Gefühle" und wo liegt er jetzt, der Sinn der Existenz? Und wann kommt Godot? Ein beeindruckendes, fabelhaftes Schauspielteam brilliert seit der Premiere von "Warten auf Godot" von Samuel Beckett im Innsbrucker Kellertheater. Die offiziell 100. Inszenierung von Klaus Rohrmoser fasziniert, fesselt und beweist, dass "alle Tränen der Welt unvergänglich sind", hat man SEINE Tränen vergossen, weint ein Anderer, unabhängig davon, ob man eine "rote Socke" trägt oder nicht.
 
Weitere Termine: Januar: 20., 23.-27., 30., 31.; Februar: 1.-3., 6.-10., 14.-17., 20.-24., 27.-28.; Beginn jeweils um 20 Uhr; Reservierung: www.kellertheater.at
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