Studie zum Gebäudebestand
Salzburg hat beim Energiesparen schon mehr erreicht als gedacht
- Im Bild: Landesrat Maximilian Aigner (3.v.l.) mit Georg Thor (Geschäftsführer Energieberatung Salzburg), Josef Resch (Salzburg AG) und Gerhard Löffler (Leiter Referat Energiewirtschaft und -beratung Land Salzburg) beim Stand der Energieberatung Salzburg auf der Messe Bauen & Wohnen 2026.
- Foto: Land Salzburg/Neumayr/Leopold
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Die Fachhochschule Salzburg (Campus Kuchl) und das Referat für Energiewirtschaft und -beratung des Landes haben gemeinsam untersucht, wie energieeffizient die Gebäude in Salzburg inzwischen sind.
KUCHL/SALZBURG. Der energetische Zustand der Gebäude im Bundesland Salzburg hat sich in den vergangenen Jahren deutlich stärker verbessert als bisher angenommen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Fachhochschule Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Energieressort des Landes. Erstmals wurden dafür flächendeckend Energieausweise ausgewertet – und nicht wie früher Förderzahlen oder Schätzungen.
Neue Daten, klareres Bild
Die Ergebnisse liefern ein differenzierteres und zugleich überraschend positives Bild: Bereits zwischen 45 und 61 Prozent des technisch möglichen Energieeinsparpotenzials durch Sanierungen sind demnach ausgeschöpft. Insgesamt konnte der Energiebedarf für das Heizen um rund ein Drittel reduziert werden.
Auch die Dynamik der vergangenen Jahre ist bemerkenswert. Zwischen 2017 und 2024 sank der Energiebedarf für Raumwärme um 18 Prozent – das entspricht durchschnittlich 2,25 Prozent pro Jahr. Die daraus abgeleitete Sanierungsrate liegt bei etwa 3,4 Prozent jährlich und damit sogar über den oft genannten Zielwerten von zwei bis drei Prozent.
- Die Energieberatung Salzburg informierte auf der Messe „Bauen & Wohnen“ über Sanierungsmöglichkeiten, Förderungen und den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme.
- Foto: Land Salzburg/Neumayr/Leopold
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Politik sieht Kurs bestätigt
Für Landesrat Maximilian Aigner liefern die Ergebnisse eine wichtige Grundlage für die weitere Energiepolitik. „Wir sind in Salzburg ganz klar auf Kurs“, betont er. Gerade im Gebäudebereich brauche es eine realistische Einschätzung des Ist-Zustands. Er verweist darauf, dass bereits große Fortschritte erzielt wurden:
„Durch den Heizungstausch haben wir in den letzten 20 Jahren zwei von drei Ölkesseln durch erneuerbare Heizungen ersetzt.“
Auch bei der Gebäudesanierung sei viel erreicht worden. Die Bevölkerung habe erkannt, dass Investitionen nicht nur dem Klima dienen, sondern auch finanziell sinnvoll sind: „Gezielte Investitionen in das eigene Gebäude helfen nicht nur dem Klima, sondern senken auch Energiekosten.“
- Der Umstieg von fossilen Heizkesseln auf erneuerbare Systeme wie Wärmepumpen oder Pelletsheizungen gilt als zentraler Hebel zur Senkung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen im Gebäudebereich.
- Foto: Björn Hartwig
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Große Hebel bei Heizungen
Trotz der Fortschritte bleibt weiteres Potenzial – insbesondere bei alten Ölheizungen. Rund 30.000 Anlagen sind noch in Betrieb, viele davon veraltet. Genau hier setzt die aktuelle Förderstrategie des Landes an. „Ich setze in meinem Ressort einen klaren Schwerpunkt auf die Förderung des Tauschs fossiler Heizkessel gegen erneuerbare Heizungen“, erklärt Aigner. Rund vier Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Der Effekt sei besonders hoch:„Pro eingesetztem Fördereuro wird am meisten fossile Energie ersetzt.“ Für Haushalte zahlt sich der Umstieg ebenfalls aus. Laut Aigner spart ein durchschnittlicher Haushalt rund 1.000 Euro pro Jahr an Heizkosten.
Das Land unterstützt den Umstieg aktuell mit 3.000 Euro. In Kombination mit Bundesprogrammen kann die Förderung auf bis zu 10.000 Euro steigen. Entsprechend groß ist das Interesse: Die Zahl der Förderansuchen steigt kontinuierlich. Die Studie zeigt damit nicht nur den Fortschritt der vergangenen Jahre, sondern auch, wo die nächsten Schritte liegen. Klar ist: Salzburg hat beim Energiesparen im Gebäudesektor bereits viel erreicht – und gleichzeitig noch Spielraum nach oben.
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